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Brotherhood of Blessed Gérard

Klinik für unter-, mangel- und fehlernährte Kinder

Hungerhilfe heißt nicht nur Mägen füllen

Wir haben ein Hungerhilfeprojekt für unterernährte Kleinkinder d.h. regelmäßige Sondersprechstunden eingerichtet, bei denen unterernährte Kinder untersucht, gegebenenfalls ärztlicher Behandlung zugeführt und mit Aufbaukost versorgt und deren Mütter in Ernährungslehre und Hygiene beraten werden.

Ausgangssituation

Unterentwicklung und Apartheid haben bei den Schwarzen Südafrikas, besonders bei den Township- und Slum-Bewohnern, tiefe Wunden hinterlassen:

Das Land ist in einer wirtschaftlichen Krise. Viele finden keine Arbeit oder verdienen nur einen Hungerlohn. Manche Mütter sterben bei der Geburt eines Kindes oder durch Gewalttaten. Geisterglaube und Unwissenheit über Krankheitsursachen beeinträchtigt die Gesunderhaltung. Wanderarbeit (d. h. die Väter sind oft das ganze Jahr über weit von der Familie entfernt) führt zu vielen illegitimen Schwangerschaften. Schlechte oder fehlende Bildung und fehlende Ausbildung und Fertigkeiten führen zu bitterer Armut und damit oft zu Unter- oder Mangelernährung von Kindern.

Projektmaßnahmen

Wir untersuchen, wiegen und registrieren die Kinder und überweisen sie nötigenfalls in ärztliche Behandlung.

Wir unterrichten betroffene Angehörige in grundlegender Gesunderhaltung (Basic Health Care) und Ernährungslehre.

Wir ermutigen die Eltern zur Krankheitsvorbeugung durch Hygiene, richtige Ernährung und Impfungen und ziehen bei sozialen Notlagen unsere Sozialarbeiterin hinzu.

Wo Armut die Ursache der Unterernährung ist und Stillen nicht möglich oder nicht ausreichend ist, versorgen wir die Kinder kostenlos mit Milch und Aufbaukost.

Aus unserem Rundbrief von Ostern 1998

Blessed Gérard’s Hungerhilfe-Projekt

Unser Hungerhilfeprojekt für unterernährte Kleinkinder und Säuglinge läuft weiterhin gut. Leider überweisen die örtlichen Ärzte, Kliniken und Sozialarbeiter mehr und mehr Babies zu uns. "Leider", weil es ein trauriges Zeichen dafür ist, wie hilfsbedürftig unsere Gesellschaft wirklich ist. Aber andererseits "glücklicherweise" weil Sr. Nokuthula Thabete und ihr Team von freiwilligen Helfern im Auftrag der Brotherhood of Blessed Gérard da sind, um durch die Erziehung der Mütter und zu helfen und den Fortschritt der betroffenen Babies zu überwachen. Momentan haben wir über 30 Babies in unserer Kartei, die alle 14 Tage zur Untersuchung und zum Wiegen gebracht werden und dann genügend Milchpulver, Babynahrung und Eiweißaufbaukost für die kommenden 14 Tage bekommen. Wir leisten diesen Dienst völlig kostenlos. Sollten die Kinder spezielle oder Langzeithilfe benötigen, würden sie zu den zuständigen Behörden überwiesen werden, z.B. zum Sozialamt oder einem Facharzt oder Krankenhaus.

Aus unserem Rundbrief von Weihnachten 1996

Blessed Gérard's Malnutrition Clinic.

Sr. Nokuthula Thabethe betreut regelmäßig 33 Kleinkinder in unserem Hungerhilfe-Projekt.

Wir sind stolz darauf, dass wir im vergangenen Jahr sechs Kinder "als geheilt entlassen" konnten, d.h. sie sind nun wohlgenährt und brauchen keine Hilfe mehr wegen Unterernährung.

Eine wahre Geschichte - Weihnachten 1995

EINE WAHRE GESCHICHTE

von Nokuthula Thabethe

Eines sehr heißen Zululand-Samstagmorgens saß eine alte Frau unter einem Baum und versuchte etwas Kühlung für ihren verbrauchten Körper zu finden. Sie hatte für ihre vielen Kinder und Enkelkinder eingekauft. Sie hatte nur wenige Rand und überlegte sicherlich, wie sie das Bißchen Lebensmittel, das sie weit genug entfernt eingekauft hatte, strecken könnte, um dem Hunger Herr zu werden. Da kam ein freundliches junges Gesicht, ein junges Mädchen mit einem kleinen Baby, die auch nach einem kühlen Fleck suchte. Sie setzte sich neben ihr in den Schatten und unterhielt sich mit ihr. Schnell hatten sie sich angefreundet. Da fiel es dem jungen Mädchen plötzlich ein, dass sie noch keine Nahrung für ihr Baby gekauft hatte. Sie bat die alte Frau, sich kurz um ihre Tochter zu kümmern, während sie sich in das Menschengewühl aufmachte. Sie wollte das Baby wirklich nicht in das heiße Geschäft mitnehmen.

Der alten Frau war es nicht eilig, und es machte ihr gar nichts aus, auf die junge Mutter zu warten. Sie wartete ... und wartete. Schließlich wurden die Läden geschlossen und die Mutter des hübschen Babys war nicht zurückgekommen. Da ging es der alten Frau auf, dass dieses Kleinkind sozusagen ausgesetzt und ihrer Sorge "anvertraut" worden war. Sie ging zur Polizei, um den Vorfall anzuzeigen und nahm dann das Baby mit nach Hause zu ihrer bereits großen Familie um dafür zu sorgen.

Das Baby nahm nicht in dem Maße zu, wie es sollte und schien dauernd krank zu sein. Die alte Frau brachte es zum örtlichen Dispensarium. Das Baby schien unterernährt zu sein und wurde deshalb an unser Hungerhilfeprojekt weiterverwiesen. Das Baby wurde untersucht und man fand heraus, dass es H.I.V.-positiv war. Die Brotherhood of Blessed Gérard unterstützte die alte Frau nicht nur mit Nahrung, sondern auch mit Rat und Ermutigung - bis das Baby leider starb. Dies ist sicher ein Beispiel der Liebe Christi, die die alte Frau zeigte.

Unser HUNGERHILFEPROJEKT FÜR UNTERERNÄHRTE SÄUGLINGE UND KLEINKINDER arbeitet seit 1992 und unterstützt fehlernährte Kinder durch Milch und Brei.

Momentan betreuen wir 33 Kinder, davon sieben Zwillingspaare. Alle 14 Tage halten wir Sprechstunden. Jedes Baby bekommt 2 Packungen Milch und zwei Packungen Brei. Jedes Monat werden sie gewogen und auf mögliche medizinische Probleme untersucht.

Den Müttern raten wir, ihre Kinder so lange als möglich zu stillen. Wir beraten sie in der rechten Zubereitung der Kindernahrung, über das richtige Alter auf feste Kost umzustellen und betonen dabei die Notwendigkeit, im Nährwert ausgeglichene Kost zu geben. Die Mütter werden auch ermutigt, ihre Kinder zum örtlichen Dispensarium zu bringen, um sie gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Masern und Hepatitis B impfen zulassen.

Falls Kinder andere Probleme als Ernährung haben, verweisen wir sie an andere Dienste weiter, z.B. Leute mit sozialen Problemen an die Sozialarbeiter.

Bericht - Weihnachten 2004

Blessed Gérard’s Klinik für unterernährte Kinder

hat im Jahr 2004 38.325 Mahlzeiten von eiweißreicher Aufbaukost und Babymilch

an kranke und hungernde Kinder unter fünf Jahren ausgegeben. Unser Gründungsmitglied und Caritasdirektorin Sr. Nokuthula Thabethe betreibt dieses vierzehntägige Programm fortlaufend und hat nie weniger als 35 Kinder auf der Liste.

Das Programm wird im katholischen Pfarrsaal in Sundumbili durchgeführt, das etwa fünf Kilometer vom Blessed Gérard’s Pflege-, Sozial- und Hospiz-Zentrum entfernt ist. Der Pfarrer ist sehr kooperationsbereit und wir sind ihm überaus dankbar, dass er uns den Saal kostenlos zur Verfügung stellt.

Unsere eigenen Projekte, die Klinik für unterernährte Kinder, das Hospiz und das Kinderheim ergänzen sich gegenseitig und arbeiten sehr hilfreich zusammen. Unterernährte Kinder können nötigenfalls stationär im Hospiz aufgenommen werden. Wenn es ihnen etwas besser geht, werden sie ins Kinderheim verlegt und wenn sie wieder normal essen können, werden sie zurücküberwiesen an die Klinik für unterernährte Kinder.

Ein Stück Südafrika wie kein Tourist es kennt - 1993

HUNGERHILFE

"Es gibt in unserer Gegend noch viele Menschen, die wirklich Hunger leiden, kleine Kinder die Gehirnschäden davontragen, weil sie unterernährt sind. Deswegen sagten wir uns, dass wir etwas für sie tun müssen und starteten ein Hungerhilfeprojekt für unterernährte Kinder in Sundumbili."

Unterernährung in früher Kindheit führt unweigerlich zu dauerhaften Gehirnschäden. Unser Gründungsmitglied, der praktische Arzt Dr. Thabethe aus der Township Sundumbili und seine Frau Nokuthula, eine qualifizierte Krankenschwester, haben ein Programm initiiert, in dem wir uns mangelernährter Kinder annehmen. In unserem Hungerhilfeprojekt werden die Mütter beraten und es wird ihnen beigebracht, wie sie richtig für ihre Kinder sorgen sollten. Die Kleinen werden untersucht, gewogen und ihre gesundheitlichen Fortschritte genau registriert.

In Fällen, in denen Armut der Grund für die Unterernährung ist und Stillen nicht ausreicht oder unmöglich ist, versorgt die Brotherhood of Blessed Gérard die Familien kostenlos mit der benötigten Milch, Babynahrung und Eiweißaufbaukost.

"Unser Hungerhilfeprojekt läuft auf Hochtouren und ist sehr notwendig und segensreich." - 5. Mai 1993

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