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Brotherhood of Blessed Gérard

Der Namens- und Schutzpatron der Brotherhood of Blessed Gérard: Der Selige Gerhard - Blessed Gérard

Wer ist der Selige Gerhard?

"Höchstwahrscheinlich kam der Selige Gerhard aus Scala bei Amalfi in Süditalien.
Er könnte in die Abtei Cava dei Tirreni eingetreten sein, die ihn ins Heilige Land ausgesandt hat, wo Kaufleute aus Amalfi die Abtei Santa Maria Latina in Jerusalem (heutzutage die Erlöserkirche) errichtet hatten.

Neben der Kirche und der Abtei war ein Gästehaus in dem Bereich, der heute "Muristan" (Persisch für Krankenhaus) genannt wird.

Das Gästehaus war de facto ein Krankenhaus, das in den ältesten bekannten Manuskripten "hospitale iherusalem", das Krankenhaus von Jerusalem, genannt wird.

Im Jahr 1099, als durch den Ersten Kreuzzug viele Ritter nach Jerusalem gekommen waren,  gründete der Selige Gerhard eine Gruppe von Helfern, eine Krankenpflege-Bruderschaft, um sich der Kranken anzunehmen.
Viele dieser Ritter legten ihre Rüstung ab und ersetzten sie mit der Uniform der Bruderschaft.

Papst Paschalis II. anerkannte diese Bruderschaft des Heiligen Johannes am 15. Februar 1113 als unabhängigen geistlichen Orden und schuf damit den ersten Hospitalorden der Kirche, der auch heute noch der größte geblieben ist.

Der Selige Gerhard starb am 3. September 1120."

(Ausschnitt aus der Predigt von Pater Gerhard am 15. Jahrestages der Gründung der Brotherhood of Blessed Gérard.)

Der Selige Gerhard


 


Pater Gerhard Lagleder OSB, Präsident
Unsere Bruderschaft ist nach dem Seligen Gerhard benannt.
Der Selige Gerhard lebte um die Wende des 12. Jahrhunderts und er war ein Benediktinermönch

in der Abtei St. Maria Latina in Jerusalem. Dort fanden viele Pilger Unterkunft, die gekommen waren, um die Orte zu sehen, wo Jesus gelebt hat, wo er gelitten hat, wo er gestorben und auferstanden ist.

Aber viele dieser Pilger kamen erschöpft und krank in Jerusalem an, weil die Reisen in damaligen Zeiten eine große Anstrengung bedeutet haben.

 Und so verwandelte sich das Gästehaus der Abtei, das unter der Leitung des Seligen Gerhard stand, immer mehr von einem Hotel in ein Krankenhaus und es war allgemein unter der Bezeichnung  „das Hospital von Jerusalem“ bekannt.

 Dort wurden nicht nur Kranke gepflegt, sondern es wurden auch Findelkinder aufgenommen, es wurden Hungernde gespeist, es wurde Armen geholfen und Strafentlassene wurden betreut.

 Der Selige Gerhard brauchte jetzt Leute, die ihm halfen, dieses Hospital zu unterhalten und so gründete er die Bruderschaft des Hl. Johannes zu Jerusalem.

 Und genau diese Bruderschaft entwickelte sich später zum ältesten Hospitalorden der Kirche, der heute allgemein unter der Bezeichnung der Souveräne Malteser-Ritterorden bekannt ist.

 Der Geist und die Regel der „Bruderschaft des Heiligen Johannes“ und des Malteserordens gehen auf benediktinische Spiritualität zurück.
Im 36. Kapitel seiner Ordensregel mahnt uns der Heilige Benedikt:

„Die Sorge für die Kranken muss vor und über allem stehen: Man soll ihnen so dienen, als wären sie wirklich Christus; hat er doch gesagt »Ich war krank, und ihr habt mich besucht«.“

Diesen Geist der „Bruderschaft des Heiligen Johannes“ will die Brotherhood of Blessed Gérard wiederaufleben lassen.
Wir wollen das Charisma dieser Ursprünge mit neuem Leben erfüllen und in unsere gegenwärtige Zeit und Lebenssituation übertragen.

Der Selige Gerhard

Der Selige Gerhard

Wer seine Vergangenheit nicht kennt, den kann es seine Zukunft kosten.

Wer sich für die Geschichte der Malteser und speziell für die Anfänge interessiert, stößt auf einen Mann namens Gerhard oder Gerhardos. Im Maltesergebet wird er erwähnt. „…auf die Fürsprache des Seligen Gerhard“. Verschiedene Einrichtungen der Malteser sind nach ihm benannt. z.B. das Bruder Gerhard Haus in Dortmund, das Altenwohnheim „Malteser Stift Seliger Gerhard“ in Simmerath, das Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard in Hamburg. Manch einem wird die „Bruderschaft des Sel. Gerhard“ und das Hospiz in Mandeni (Südafrika) bekannt sein, die von Pater Gerhard Lagleder OSB gegründet worden sind. In der Kommende in Ehreshoven ist die Kapelle dem Sel. Bruder Gerhard geweiht. Unter dem Altar befinden sich Reliquien von ihm. Zum Ende des Jahres wird im Innenhof der Kommende ein Brunnen aufgestellt sein, auf dem der Sel. Gerhard als junger kraftvoller Mann dargestellt ist.

Seine Geschichte
Details von diesem Gerhard sind kaum bekannt. Doch es gilt als wahrscheinlich, dass er aus Süditalien stammt und im Rahmen von Handelsbeziehungen zwischen Amalfi und Jerusalem in Jerusalem gelandet ist. Als Kaufmann hatte er zu organisieren gelernt und mit Geld umzugehen. Zugleich ist er  Not und Elend vieler Menschen und besonders der Pilger und Wallfahrer begegnet. Er muss ein hervorstechendes Organisationstalent gehabt haben. Dies wird der Grund gewesen sein, warum ihm die Leitung des Hospitals übertragen wurde, das die Amalfiner Kaufleute zur Betreuung von Kranken und Bedürftigen neben der Kirche des Hl. Johannes aufgebaut hatten. Dennoch schien Gerhard in Sarazenische Gefangenschaft geraten zu sein. Als ihn die Kreuzritter nach der Eroberung von Jerusalem befreiten, fanden sie ihn offenbar in einem desolaten Zustand vor. Man hatte ihn in der Gefangenschaft gefoltert. Bei den neuen Herren von Jerusalem genoss er ein hohes Ansehen. Er bekam die Möglichkeit, das Hospital zu erweitern. Viele Kreuzfahrer fühlten sich von ihm und seiner Arbeit angezogen. Sie halfen ihm in seiner Aufgabe im Hospital. So entwickelte sich eine kleine Kommunität unter seiner Leitung, die zunächst stark vom Geist des Benediktinerordens beeinflusst wurde. Doch je mehr sich das Krankenhaus als Institution in Jerusalem etablierte, desto weniger schien die Regel des Hl. Benedikt praktikabel zu sein. Der Konvent löste sich vom Orden der Benediktiner und orientierte sich mehr an der Regel der Augustiner. Papst Paschalis II bestätigte im Jahre 1113 die Regel und zwar mit einem apostolischen Schreiben, das an „Gerhard, dem Gründer und Oberen des Fremdenheimes zu Jerusalem und seinen rechtmäßigen Nachfolgern“ gesandt wurde. 1120 starb Gerhard eines natürlichen Todes.

Bruder Gerhards Grabinschrift
Hier liegt Gerhard,
Der demütigste Mann unter den Bewohnern des Ostens;
Der Diener der Armen,
Der als Freund die Fremden willkommen hieß;
Sein Äußeres war bescheiden,
Aber in ihm leuchtete ein edles Herz.
Das Ausmaß seiner Güte istin diesen Mauern erkennbar.
Er war vorausschauend in vielen Dingen
Und sorgfältig in all seinem Tun.
Er übernahm zahlreiche Aufgaben verschiedenster Art;
Indem er seine Arme fleißig nach vielen Ländern ausstreckte,
Sammelte er Mittel von überall her,
Um die Seinen zu versorgen.


Am 13.Oktober feiern an verschiedenen Orten Malteser seinen Namenstag, um an ihren Gründer und an das zu erinnern, was auf ihn zurückgeht, z.B. in Ehreshoven „Ein Tag zum Lobe des Sel. Gerhard“ oder in Hildesheim, wo mit einer Vesper der Malteser und Johanniter an den Gründer gedacht wird.
Es ist lohnend, immer mehr dem Sel. Gerhard auf die Spur zu kommen, denn „Wer seine Vergangenheit nicht kennt, den kann es seine Zukunft kosten“.

„Demütig  bitten wir Dich, … auf die Fürsprache des Sel. Gerhard….lass die Treue zu unserer Gemeinschaft mein Leben und Handeln durchdringen“ (Malteser Gebet).

Wilderich v. Spies

zitiert von: www.malteser-koeln.de/Service___Wissen/Malteser_Impuls/Impuls_Archiv/Impulse_2008___Januar/Oktober_2008/Der_Selige_Gerhard_text_683.html

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