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Brotherhood of Blessed Gérard

Aktive Mitglieder

Was sind aktive Mitglieder der Brotherhood of Blessed Gérard?

Unsere Statuten sagen schlicht: Das sind "Mitglieder, die sich an den Aktivitäten der Bruderschaft beteiligen".

Das sind weit über 1000 wunderbare Menschen, die sich den verschiedenen Diensten unserer Organisation verschrieben haben und diese als ehrenamtliche Helfer/innen oder hauptamtliche Mitarbeiter durchführen.

Dazu zählen

  • alle, die direkt "Hand anlegen" an den uns anvertrauten Patienten, Betreuten und Klienten,
  • aber auch die wenigen, die in der Geschäftsführung und Verwaltung Verantwortung übernommen haben,
  • jene, die im Hauswirtschaftsbereich des Care-Zentrums tätig sind
  • und so manche, die uns in der Spenden- und Mitgliederwerbung und in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Da - von ganz wenigen Auslandseinsätzen, der Öffentlichkeitsarbeit und der Spenden- und Mitgliederwerbung abgesehen - unsere Dienste als südafrikanische Hilfsorganisation natürlich in Südafrika geleistet werden, und dort sich auf die Projekte des Blessed Gérard's Care Zentrums in Mandeni in kwaZulu/Natal konzentrieren, ist eine aktive Mitgliedschaft in erster Linie natürlich für jene Menschen gedacht, welche diese Dienste vor Ort auch durchführen können.

Wir haben allerdings auch wieder die Möglichkeit geschaffen, dass Personen aus dem Ausland (also Nicht-Südafrikaner) bei uns ehrenamtlich mithelfen können. Mehr dazu hier!


Berichte von aktiven Mitgliedern der Brotherhood of Blessed Gérard bzw. über sie

Alena Schütte: Ein Mensch ist ein Mensch durch andere - 2012

Dr. Katja Heering: Sawubona - Ich nehme Dich wahr - März 2012

Ein Erlebnisbericht von Dr. Katja Heering über ihren Besuch im Blessed Gérard‘s Care-Zentrum vom 9. - 22. März 2012

 

Es ist nicht das erste Mal, dass ich nach Südafrika fliege. Ich habe Glück und Familie, die herrlich lebt zu Füßen des Helderberg, in der Ferne sieht man die kühlblaue Weite des Atlantiks. Aber heuer verbinde ich den Besuch mit der Weiterreise nach Durban. Und dort holt mich Wiseman ab, ein Therapieberater aus Mandeni. 60 km fahren wir durch das saftig grüne Hügelland in den Norden der Metropole Durban. Hier in Mandeni gibt es seit fast zwanzig Jahren das caritative Zentrum der „Brotherhood of Blessed Gérard“.

Der Selige Gerhard lebte vor langer Zeit im Heiligen Land. Um den Notleidenden seiner Zeit besser helfen zu können, gründete er die Ordensgemeinschaft, aus der sich der Malteser Ritterorden entwickeln sollte, der sich bis zum heutigen Tag genau wie ihr Gründer vor 900 Jahren dem Dienst an Armen und Kranken widmet. Und einer der jüngsten Zweige an diesem lebendigen Baum wächst hier im südafrikanischen Mandeni, einem mehr oder weniger stark besiedelten Teil der Provinz KwaZulu/Natal. Denn Notleidende hat es hier sehr viele.

1991 wird der Gemeinde St. Anthony ein neuer Pfarrer zugewiesen: P. Gerhard Lagleder OSB, der in Personalunion aktiver Malteser (Pfleger, Rettungssanitäter, Ausbilder und Fachbuchautor) und überzeugter Gottesmann ist. Ein Leib- und Seelsorger sozusagen. Seit erst vier Jahren ist er damals in SA, spricht jedoch schon fließend Zulu und hatte bereits eine Kaplanstelle im Norden der Provinz inne. Gleich in der ersten Woche ruft man ihn zu einer Schwerkranken. Ihre Krankheit ist in Wirklichkeit Unterversorgung. Es fehlen Nahrung, Medikamente, Pflege, Hilfsmittel. Die keineswegs alte Frau stirbt. Bald darauf gelangt die Bitte einer vielköpfigen Zulu-Familie um Hilfe an die Pfarrei; Pater Gerhard gibt sie via Kanzel weiter, und in ganz kurzer Zeit sind durch die Initiative von Mrs. Clare Kalkwarf, einer berufstätigen Hausfrau und Mutter aus der St. Antony Gemeinde, tragbare Lösungen für die Probleme dieser Familie gefunden. Es gibt viele schwere Probleme hier, notiert da der neue Pfarrer, aber es gibt auch enorme Ressourcen. Und schon ein Jahr später gründet er gemeinsam mit Clare Kalkwarf, ihrem Ehemann und einem weiteren Ehepaar die Bruderschaft des Seligen Gerhard (BBG). Sie bildet Grundlage und ideellen Hintergrund für ein caritatives Zentrum in Mandeni, als Nährboden für:

1. 1995 einen Kindergarten in Meeresnähe in oWhebede

2. 1996 ein Hospiz und Care-Zentrum neben der Pfarrkirche St. Anthony, die in den folgenden Jahren um AIDS Beratung, Kinderheim, Nothilfe, Nähschule etc. erweitert werden

3. 2003 die ärztliche geleitete HAART Behandlung für HIV Infizierte.

 

Der Gebäudekomplex der BBG aus hellen Ziegeln liegt neben der Pfarrkirche, zweistöckig, mit weithin leuchtenden Malteserkreuzen; er wächst ständig mit: Bald wird im 2. Stock mit dem Ausbau von neuen, hellen Zimmern für das Kinderheim begonnen werden. Das ist dann schon die vierte Erweiterung. Ebenerdig liegt links des Haupteingangs die Kirche, die dem Sel. Gerhard geweiht ist; ein winziges Stückchen aus seinem Oberarm liegt in ihrem Altar zu Füßen eines großen Kruzifixes, dessen Corpus aus einheimischen Holz von einem hiesigen Künstler geschnitzt wurde. „Thombothi“ heißt das Holz und verkörpert in seiner Zweifarbigkeit symbolhaft eine Kernaussage dieses erstaunlichen Ortes: Helles und dunkles Holz bilden gemeinsam den Körper Christi – so wie hier in Mandeni aus europäischer Initiative und deren afrikanischer Ausführung eine sinnvolle, das Leben stärkende Synthese entstanden ist. Eine Art von Joint Venture als Frucht der Rainbow Nation.

Gegenüber der Kirche liegen Arzt- und Behandlungszimmer für ambulante Patienten, dahinter Schulungs- und Besprechungsräume. Wenn man die stets besetzte Rezeption passiert hat, liegen die Gemeinschaftsräume (Aufenthalts- und Speiseräume, Küche, Spülküche) genau gegenüber den Krankensälen des Hospiz. Auch das ist bemerkenswert: Das Eingebunden-Sein der Schwerkranken in die alltäglichen Lebensabläufe; auf dem Flur ist immer etwas los, die Kinder laufen ab und zu hier durch, Mitarbeiter sprechen und scherzen auch, alle möglichen Lieferanten, Besucher gehen vorbei … Das ist ganz anders als die Einsamkeit, aus der die Verlorenen hergeholt wurden. Sie gehören dazu, sind auch als wirtschaftlich Erfolglose hier Teil der Gemeinschaft. Und die Kinder, die genau oberhalb der Krankenzimmer leben, lernen von Anfang an, dass Krankheit und schweres Leiden vom Leben nicht zu trennen sind. Im Anschluss an die großen Säle mit bis zu neun Betten liegen wenige Einzel- und Doppelzimmer - für die letzten, schwersten Momente, wenn den Sterbenden menschliche Nähe Seelsorge und Palliativmedizin in würdiger Umgebung ermöglicht werden. Die hauseigene Wäscherei, Material- und Werkstatträume beschließen das Erdgeschoß, darüber liegen Verwaltungsräume, Wohnungen, Gastzimmer sowie die verschiedenen Bereiche des Kinderheims. Zur Zeit sind es 37 Kinder, die in der BBG Auf- und Annahme fanden. Sie sind teils nach dem Tod ihrer AIDS kranken Eltern verwaist oder kommen aus Familien, wo sie nicht hätten unbeschadet heranwachsen können. Hier sind sie bestens aufgehoben, erleben als Gruppe einen strukturierten Tagesablauf mit Schule, Hausaufgaben, weitläufigen Grünflächen zum Spielen, mit Vertrauenspersonen. Als einige bei einem Schulkonzert mitmachen, sind auch Pater Gerhard und Aunty Caroline als Leiterin des Heimes unter den Zuhörern, was sich gut auswirkt auf die Motivation. Bleiben können die Kinder hier bis sie das 18. Lebensjahr erreicht haben und stehen auch danach nicht allein in der Welt; die Gruppe der 12 bis 16 Jährigen lebt bereits in einer gesonderten Wohnung im 2. Stock des Zentrums; hier trainieren 10 Jugendliche in Vorbereitung auf die Selbständigkeit; sie kochen, putzen, halten Ordnung in eigener Verantwortung .

Zur Zeit der Gründung des Hospiz liegt die Zahl der AIDS Erkrankten bei 10% der Bevölkerung, heute haben sich die bedrückenden Zahlen in diesem Teil der Provinz verachtfacht. (1/3 der Gesamtbevölkerung Südafrikas sind heute HIV pos., die KwaZulu/Natal sind es doppelt so viele Menschen.) Mandeni ist zur AIDS-Weltkapitale geworden.

Warum? Das übliche euro-moral-zentrische Gemurmel hilft und erklärt nicht viel. Die hier gewachsene Kultur fordert männliche Männer mit vielen Frauen und noch mehr Kindern. Letztere sind nicht nur sichtbarer Beweis von Virilität sondern garantieren die Altersfürsorge. Kondome, die bei Post, Bank etc. kostenfrei verteilt werden, sind daher wenig akzeptabel. Außerdem, wird gesagt, schützen sie so gut, wie ein Regenschirm bei sehr starkem Regen schützen könne. Eben nicht vollkommen. Neben Polygamie, überkommenen Sitten stellt v.a. die ökonomische Situation einen Hauptfaktor der Misere. Seit dem Ende der Apartheid befinden sich viele der hiesigen Unternehmen in großer Krise. Mehr als die Hälfte aller potentiell Berufstätigen ist in diesem Teil Südafrikas ohne Arbeit . Arbeitslosigkeit, Verarmung, ja Verelendung kamen in ein schon zuvor nicht wohlhabendes Land. Heute arbeiten viele Männer in fern gelegenen Provinzen; wenn sie nach Hause kommen, bringen sie wenig Geld und sehr oft den HIV Virus mit. Die zurückbleibenden Frauen müssen für die Kinder und sich selbst sorgen. Da das ohne Arbeitsplatz unmöglich ist, greift hier das System der sog. „sugar daddies“: Ein Freier ‚mietet‘ sich eine bestimmte Zeit eine Frau, die als Gegenleistung für ihre stets abrufbaren Dienste, von ihm regelmäßig einen Zuschuss zum Lebensunterhalt bekommt. Das reicht dann z.B. für die Kosten der Wohnung, für die Nahrungsmittel zahlt ein weiterer sugar daddy; ein dritter übernimmt die Telefongebühren… und bei all diesen Kontakten wird der HIV Virus weiter und weiter gegeben. Kinder von HIV pos. Müttern werden zwar noch gesund geboren, 30% werden während der Geburt infiziert, weitere 10% über die Muttermilch.

Das BBG Care-Zentrum hat sich in seinen Schwerpunkten diesen Leidenswegen angepasst und deren Schrecken für nicht wenige Menschen gemindert. Fast erscheint es mir, als ob der Herrgott wieder einmal vorgesorgt hat, als er seinen Mitarbeiter als Leib- und Seelsorger in genau diesen, kranken, Weinberg schickte!

In der HIV Welt-Hauptstadt Mandeni gibt es durch die BBG wirkliche und wirksame Hilfe: Vorsorge in Form von breitenwirksamer Aufklärung und Fürsorge für die Kinder der Erkrankten, Versorgung und Therapierung der Betroffenen, sorgfältige und anteilnehmende Begleitung der Sterbenden. Und all dies geschieht durch qualifizierte Mitarbeiter: 76 sind fest angestellt und in unterschiedlichem Maß professionell als Krankenpfleger, Schwesternhelferin, Pflegeassistent ausgebildet. Der Pflegestandard ist hoch und wird ständig überprüft. Weitere Tausend helfen freiwillig und ehrenamtlich im Zentrum, erhalten für ihren Dienst einen Fahrtkostenzuschuss und zwei Mahlzeiten. Es ist ein geradezu ideales Verhältnis zwischen Arbeitsplatz und Mitarbeitern; eine ‚win-win‘ Situation. Denn der im Zentrum erbrachte Dienst bedeutet nicht nur fachkompetente und menschenfreundliche Hilfe für Menschen, denen sonst niemand helfen würde; sondern hier zu arbeiten sichert sowohl die materielle Basis der Familie, wie es zudem einen beträchtlichen Zuwachs an Sozialprestige mit sich bringt. Die Träger des weißen Malteserkreuzes auf rotem Grund sind hoch angesehen und die Ambulanzwagen, die unermüdlich in Townships und verstreuten Zulu-Siedlungen Einsatz fahren, sind überall willkommen als Überbringer von Beistand und kompetenter Hilfe. Und schließlich kommt das hier Erlernte auch noch den Kranken in der eigenen Familie zu Gute.

Nicht alle Hospizpatienten sterben; diejenigen, die gestärkt nach Hause zurückkehren können, werden fürderhin vom Team der Ambulanz besucht. Auch bei HIV pos. Teilnehmern der AIDS Medikation tauchen regelmäßig die Malteserwagen auf, oder es kommt der Therapie-Berater zu ihnen nach Hause. Information, Wissen um die Krankheit ist eine unabdingbare Voraussetzung für alle, die das HAART Programm anwenden, und nur wer vorab an einem Kurs teilgenommen hat, ist zur Behandlung zugelassen. Dieser Kurs wird innerhalb von drei Wochen im BBG Zentrum durchgeführt. Hier werden Krankheitsursachen, ihre Folgen und die Wirkweise der Medikamente erklärt und den Patienten gezeigt, dass nur die hundertprozentige Befolgung der ärztlichen Anweisungen den Erfolg garantieren.

Kontinuierlich und wie alles, was das BBG Zentrum leistet, kostenlos werden die AIDS Tests durchgeführt. Sie helfen einerseits zu kontrollieren, ob der am HAART-Programm Teilnehmende seinen Medikamentenplan konsequent einhält und ermöglichen zudem die Früherkennung von Neuinfektionen.

Kostenlos: Für keine einzige der vielartigen Hilfsleistungen des gesamten Zentrum müssen die Nutznießer zahlen; das können sie auch nicht. Alles, was täglich und im Lauf der Jahre an Kosten zusammenkommt, wird ausschließlich aus Spendenmitteln beglichen. Pater Gerhard, der bekennt, dass er gar nicht gern ‚betteln geht‘, reist monatelang durch Europa, um Gelder für die BBG und die Menschen aufzutreiben, die sonst ohne jegliche Hilfe bleiben. Das Highly Active Anti Retroviral Therapy/ HAART – Programm basiert auf einer Behandlungsmethode, die in den U.S.A. entwickelt wurde. Seit Beginn dieses Jahrtausends finanziert die U.S. amerikanische Regierung ein Projekt, das von G.W. Bush initiiert worden ist: Medikamente für HIV Infizierte, die bei korrekter Einnahme verhindern, dass sich der tödliche Virus im Körper ausbreitet; die Lebenszeit ist inzwischen durch diese Behandlung um bis zu 30 Jahre verlängert. Was dazu führt, erklärt mir Pater Gerhard, dass die Betroffenen ihre Kinder groß ziehen und auch wieder berufstätig werden können. Jeder Staat kann sich darüber freuen, wenn auf diese Weise Familien intakt und wirtschaftlich versorgt bleiben! Das PEPFAR Programm der Amerikaner ist ganz Afrika zu Hilfe gekommen und dies über viele Jahre.

Im BBG Care-Zentrum wurde schon 2003 mit diesem Programm unter ärztlicher Aufsicht angefangen; ein Jahr, bevor die Regierung landesweit gegen die Ausbreitung des HIV Virus anzugehen begann. Erst die jüngste und massive Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass nach dem allmählichen Ausscheiden der Amerikaner als Financiers neue Geldgeber gefunden werden müssen. Für ein Jahr ist die südafrikanische Bischofskonferenz eingesprungen. Während meines Aufenthalts in Mandeni kommt die gute Nachricht, dass es gelungen ist, die Regierung als zukünftigen Träger der HAART Behandlung zu gewinnen. Für die maßgeblich an diesem Erfolg Beteiligten (der U.S. amerikanischen Ärztin Dr Ruth Stark, ihren hiesigen Mitarbeitern und dem RA der Bischofskonferenz) gibt Pater Gerhard ein viergängiges Abendessen, das er selbst zubereitet hat. Mit dem krönenden Abschluss seiner selbstgebackenen Schwarzwälder Kirschtorte, die – wie der ganze Abend – großen Anklang findet. Wie staune ich über die breit gefächerten Gaben dieses Ordensmannes! Das Kochen und Backen habe er von seiner Mutter gelernt, meint er bescheiden.

Die sonntäglichen Mittagessen, die er immer mit einer Gruppe aus dem Kinderheim einnimmt, kocht er zwar dann nicht selbst, aber er übernimmt bei dieser Gelegenheit die Rolle des väterlichen Erziehers. Reih um geht das, meist in der Folge der Zimmerbelegung des Kinderheims, das sich im 2. Stock des BBG Zentrums befindet. Jedes Kind kommt dran, und diese Sonntagsessen, die immer einem Ausflug vorangehen, sind keineswegs Belohnung oder an irgendwelche Bedingungen geknüpft. Nein, es ist wie zuhause: Der Vater macht auf dies und das (z.B. Medikamenteneinnahme, Benehmen bei Tisch) aufmerksam, fragt nach dem Befinden, wie es gehe in der Schule, etc. Die Kinder sind ernster als bei uns, dabei wohlerzogen und still; aber sie blühen auf, als es Eis gibt und dann auch endlich den Aufbruch in den Ausflugsnachmittag. Der unermüdliche Pater setzt sich ans Steuer und kutschiert die Kinder durch die schönen Lande. Hunderte male, seufzt er, sei er schon bei allen gängigen Ausflugszielen der Umgebung gewesen. Wegen der Kinder. An meinem ersten Sonntag in Mandeni darf ich mitfahren, über die Autobahn Richtung Süden, Durban; bei Ballito (wo sich das Mandeni nächstliegende private Krankenhaus befindet, erfahre ich; der Ort mit insgesamt fast einer Viertelmillion Einwohnern verfügt über kein eigenes Hospital) verlassen wir die N2 und fahren ganz nah am Strand des Indischen Ozeans entlang weiter nach Süden. Fahren durch die sonntagsleere Großstadt Durban, vorbei am schmucken Hafen zum uShaka Aquarium. Mit neun Kindern sehen wir Haie, Hummer, Quallen und… unzählige Meeresbewohner hinter dickem Glas; große Begeisterung ruft die Delphin-Schau hervor. An einem anderen Sonntag bringt Pater Gerhard eine Kindergruppe ins Shakaland. Hier, in ehemaligen Filmkulissen, die fast zu einem Art Museumsdorf heranwuchsen, erklärt ein deutscher Benediktiner den staunenden Zulukindern die Kultur ihrer Vorfahren.

Pater Gerhard weiß viel und spannend zu berichten über Vergangenheit, Kultur, Glaubensinhalte der Zulu hier und er wird nicht müde (trotz seiner langen Arbeitstage mit den unzählig vielen Aufgaben hier und in Europa) davon zu erzählen. Auch darf ich in seinen zahllosen Büchern stöbern und weitere Fragen stellen. Neben den fundierten Kenntnissen überzeugt die Art, wie er über die indigenen Kulturen spricht: Sachlich, unvoreingenommen und ohne den besserwisserischen Unterton, den man andernorts manchmal heraushören kann, wenn es um außereuropäische Themen geht. Und er schätzt dieses Land Südafrika mit seinen so unterschiedlichen Einwohnern, in das er gesandt wurde durch Erzabt Notker Wolf vor 25 Jahren; fühlt sich hier genau am richtigen Platz. Das aufregende, in mancher Hinsicht wundersame Geschehen, als die Apartheid in demokratischen Wahlen zu Ende ging, kann er aus eigenem Erleben packend beschreiben.

Als neues Mitglied der BBG werde ich dem jungen, sehr sympathischen Arzt, Dr. Nzimande vorgestellt, der über das HAART Programm und seine Umsetzung im Care-Zentrum spricht. Vormittags ist er ausschließlich mit HIV Patienten beschäftigt, die ab morgens im Warteraum sitzen; wenn ihre Behandlung abgeschlossen ist kommt er nachmittags zur Visite ‚auf Station‘. Es sind Aufgaben und Krankenzahlen hoch wie der Berg des Sisiphos, aber dieser junge Arzt macht keineswegs einen erschöpften oder gar resignierten Eindruck. Nach den ersten Tagen bekomme ich auch so eine schöne weiße Malteser Bluse und kann mich ein wenig in den Krankenzimmern umtun. Eine junge und sehr fesche Pflegeassistentin, Fanelesibonge nimmt mich sogleich unter ihre Fittiche und erklärt die wesentlichen Arbeitsabläufe. Wenn an Werktagen die Hl. Messe beginnt und Kranke teilnehmen, bleiben aus Rücksicht alle Gläubigen sitzen. Die Morgenpflege hat dann bereits stattgefunden, offensichtlich vorbereitet durch die Mitarbeiter der Nachtschicht. Nach dem Frühstück werden die Betten gemacht, die Möbel und Böden desinfiziert; Wäscherei und Ausleerraum, auch die Küche arbeiten auf Hochtouren. Eine der examinierten Schwestern geht von Saal zu Saal, um die Medikamente zu verteilen und auf die korrekte Einnahme zu achten. Die Dokumentation wird fortgeführt und ist später Teil der Übergabe, die zwischen den Mitarbeitern der einzelnen Schichten im Besprechungsraum stattfindet. Wenn diese Arbeiten erledigt sind, kommen die Pfleger und Helfer in die Krankenzimmer zurück. Es gibt viel Zeit dann. Man sitzt und redet und hört auch zu. Die Gemeinschaftsräume werden kaum frequentiert, da die Mitarbeiter sich meist bei den Patienten aufhalten. Fanelesibonge singt oft und tanzt dazu. Meist herum um eine alte Patientin im Rollstuhl, ihre Schwiegermutter. Singend wirft sie die hübschen Beine in die Luft, jedes Funkenmariechen wäre neidisch, aber die Schwiegermutter spuckt wütend auf den Boden und alle fallen fast um vor Lachen. Dann beruhigt sie sich und muss selbst lachen. „Gogo“ (Großmütterchen) sagen die Pfleger zu ihr und alles ist wieder gut. Am späten Vormittag kommt Sr. Augustine, die Seelsorgerin. Sie geht ruhevoll von Bett zu Bett, spricht und hört zu. An manchen Betten steht sie länger, betet für den Menschen darin. Und alle andern sind dann still. Wenn das Team zu Mittag gegessen hat, werden die Kranken versorgt und wieder staune ich, wie selbstverständlich der Umgang zwischen ihnen und den Helfenden ist. Sie begegnen sich auf Augenhöhe, es wird nicht über die Köpfe der Kranken hinweg gesprochen; auch nicht während der Visite. Dann geht auch Dr. Nzimande geduldig er von Bett zu Bett, und fragt nach dem Befinden, sieht in Krankenakten ein, hält Rücksprache mit den Schwestern und Pflegern – und doch macht dies eher den Anschein eines mitmenschlichen Besuches; verläuft, wie alles hier, ohne Hast und Hektik.

Dieser Saal, wo Gogo von ihrer Schwiegertochter umsungen wird, wächst mir schnell ans Herz. Erstaunlich schnell und ganz ohne Worte (meine zaghaften Begrüßungsversuche in Zulu stoßen allseits auf Heiterkeit), nur mit Augen und Händen; Lächeln geht und Winken. Jeden Morgen winken wir uns zu, zarte dunkle Hände, die innen überraschend hell sind. Lauter ältere und sehr tapfere Frauen liegen hier. Die wenigsten können noch im Rollstuhl sitzen, viele leiden an den Folgen langjähriger (wohl unbehandelter) Diabetes 2, offene Beine, starke Gelenk- und Gefäßschädigungen, Apoplexie bedingte Lähmungen. Nur ganz selten hört man ein leises Weinen, gejammert wird nicht. An einem Montag nimmt die dreiköpfige Mannschaft der Malteser-Ambulanz mich mit in die umliegenden Siedlungen. Nach wenigen km auf asphaltierten Straßen schlingern wir über Höhen und Tiefen der Erdwege, die die einzelnen Townships verbinden. Jetzt spätestens leuchtet ein, warum hierzulande ein Ambulanzfahrzeug über Vierrad-Antrieb verfügen muss! Erster Patient ist heute ein großer, noch nicht alter Mann, der in seiner ganzen beträchtlichen Leibesfülle auf einem heruntergekommenen Sofa sitzt. Er ist allein, HIV pos., kann sich nicht mehr ohne Hilfe bewegen. Für eine Weile war er stationär im BBG Zentrum, wurde in das HAART Programm aufgenommen. Es gibt eine Tochter, die ihn versorgt, aber sie arbeitet irgendwo. Er bleibt den ganzen Tag hier sitzen, im Einraum-Haus, mit wenigen Gegenständen, die irgendwann Möbel waren. Jetzt misst Nkanyiso vom Ambulanz-Team Blutdruck und Temperatur und trägt die Werte in die Patientenakte ein; fragt seine Kollegin Buhlebuyeza nach, wie es mit der Einnahme der Medikamente gehe. Es ist sehr bedrückend. Ein Termin mit dem Sozialarbeiter soll vereinbart werden. Dann brechen wir auf, lassen ihn zurück mit dem Blick in die grüne sonnenbeschienene Umgebung. Ich bitte um seine Erlaubnis für ein Foto, er winkt mir zu durch das blinde Fensterglas, lächelt.

Unbeschreibliche Zustände; Hitze unter Blechdächern, Schmutz, Armut, Unrat, geringe Möblierung wenn überhaupt. Eine vom Schlaganfall gelähmte Frau liegt draußen auf einer Matratze im Halbschatten; die Nachbarn hatten angerufen ihretwegen und stehen ratlos um sie herum. Und das Malteser Team tut seinen Dienst, zuverlässig, unaufgeregt und wieder ohne jegliches Über-den-Kopf-Hinwegreden. Einmal gilt es Streit zu schlichten. Buhlebuyza, die eine sehr schöne Art hat, zuzuhören und jeden ausreden zu lassen, gibt auch jetzt den Redenden Zeit und antwortet mit Bedacht. Es ist schön und auch überzeugend, wie diese drei jungen Menschen umgehen mit den Menschen in Not.

Ich bin sehr, sehr beeindruckt von den 2 Mandeni-Wochen. Tapfer und mitmenschlich sind die Menschen hier und halten sich auch nicht auf mit der Frage, wie Gott das zulassen kann. Dass es Kinder mit HIV Virus gibt, dass die wunderbare Mitgründerin der BBG, Clare Kalkwarf, vor sechs Jahren von Raubmördern erschossen wurde, dass in einem solch schönen Land soviel und so früh gestorben werden muss. Sie machen einfach weiter, jeden Tag, beherzt und unbekümmert. Mir scheinen ganze Welten zu liegen zwischen der gelebten Botschaft Jesu mitten in seiner Kirche hier im Zululand – und dem Dauernörgeln am Katholischen zuhause.

Pater Gerhard (der sich hoffentlich nicht über sein Maß verausgaben wird mit all dem, was er täglich und bis tief in die Nacht tut für diese Bruderschaft) sagt, dass das Zulu Begrüßungswort „sawubona“ wörtlich heißt „ich nehme dich wahr“. Das ist genau, was hier in der Bruderschaft des Sel. Gerhard geschieht: Der leidende Mensch wird wahrgenommen, eben nicht nur rundum versorgt. Und der Malteser Orden kann sich freuen über dieses Flaggschiff der Nächstenliebe, im äußersten Süden Afrikas.

 

Dr. Katja Heering


Brotherhood of Blessed Gérard - Erinnerungen von Ralph Thielemann - November 2011 - Februar 2012

Ralph Thielemann, ein Rettungssanitäter der Malteser von Konstanz, besuchte das Blessed Gérard's Care-Zentrum in Mandeni für vier Monate (vom November 2011 bis Februar 2012) und half in unseren verschiedenen Diensten (Hospiz, Kinderheim, AIDS-Behandlungs-Klinik, Klinik für Unterernährte) mit. Er dokumentierte seine Erlebnisse und Eindrücke in Film und Bild und stellt diese hier vor.


Ein Zeichen von Barmherzigkeit - Erlebnisse und Eindrücke von Elisabeth Hirmer, der Nichte von Pater Gerhard, von ihrem Besuch im Blessed Gérard's Care-Zentrum vom 12. August - 9. September 2011

„Es ist seltsam. Alles scheint so fröhlich hier.“ - Im Care-Zentrum

Eintauchen in eine fremde Welt

Sie ist froh hier zu sein - Mein Tag im Hospiz

In der Slums - Draußen unterwegs im Elend


Mechthilde Lagleders Artikelserie - August 2009

Pater Gerhard beendet Heimaturlaub in Deutschland

Pater Gerhard beendet Heimaturlaub in Deutschland

Die Brotherhood of Blessed Gérard ist eine Hilfsorganisation des Malteserordens, die 1992 in Mandini im Zululand in Südafrika von Pater Gerhard Tonque Lagleder OSB, zusammen mit Südafrikanern gegründet wurde. In dem Gebiet mit der weltweit höchsten Aidsrate, ist dort neben elf weiteren Hilfsprojekten das größte stationäre Hospiz Südafrikas entstanden, um den ärmsten der Armen direkt zu helfen.

„Ich kann mich nicht hinstellen und nur in Worten vom lieben Gott erzählen, wenn mir die Leute während meiner Predigt verhungern. Wir müssen den Menschen die Liebe Gottes in Wort und Tat spürbar machen“, sagt  Pater Gerhard.

Am 4.August 2009 beendete er seinen über dreimonatigen Heimaturlaub. Im Gepäck hat Pater Gerhard nun viele Eindrücke, die er gesammelt hat und die dankbare Erinnerung an schöne Begegnungen mit Menschen, die ihn eingeladen hatten. Er besuchte mitunter auch unsere Region, Neuburg an der Donau, wo seine beiden Geschwister leben, Augsburg, Aichach, Manching und Regensburg, seine Geburtsstadt. Wer sich über seinen Heimaturlaub genauer informieren möchte, kann dies unter der folgenden Internetadresse tun: http://lagleder.net/gerard/tagebuch2009.htm



Bei seiner Rückreise nach Afrika wurde Pater Gerhard von seiner Schwester Mechthilde Lagleder begleitet. Sie wird Ihnen, unseren Lesern, in den nächsten drei Wochen von ihrer Reise in ein Südafrika, wie kein Tourist es kennt, immer wieder in unserer Zeitung „live“ berichten.

„Ich nehme Sie mit auf meine Reise in eine andere Welt. Lassen Sie sich von der faszinierenden Landschaft in kwaZulu/Natal verzaubern und lassen Sie sich von den einzelnen Projekten der Brotherhood of Blessed Gérard erzählen.“Mechthilde Lagleder


8926 Flugkilometer bis zum Ziel

8926 Flugkilometer bis zum Ziel

8926 Kilometer im Flugzeug liegen vor mir und meinem Bruder Pater Gerhard Tonque Lagleder. Nachts gibt es Turbulenzen, wir müssen die Gurte anlegen. Das Flugzeug ist gerade über der Demokratischen Republik Kongo. Angst habe ich nicht. Über dem Flugzeug strahlt der Mond und die Sterne funkeln.

Später landen wir in Johannesburg und steigen dort in einen Inlandsflieger nach Durban um. Den dortigen Flughafen erreichen wir gegen 11 Uhr. Axel Pape, der Geschäftsführer des Blessed Gérard’s Care Centres, bringt uns sicher in das etwa 100 Kilometer nördlich von Durban gelegene Mandini.

Alles rüstet sich für die WM

Die Fahrt auf der Autobahn führt durch Südafrikas Hügellandschaft. Was uns auffällt: Es wird überall gebaut. Slums, die direkt an der Autobahn liegen, werden abgerissen. Neue Häuser entstehen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus. Im kommenden Jahr ist die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika – das ist auch am Flughafen in Johannesburg nicht zu übersehen. Alles rüstet sich.
Riesige Maisfelder erstrecken sich über die Hügelketten in die Täler. Immer wieder sind kleine Feuer zu sehen. Die Reste der Zuckerrohrernte werden abgebrannt, die Felder sind frisch gepflügt. Palmen und blühende Bäume säumen den Weg. Ein weiter Blick eröffnet sich in das Tal des Tugelaflusses.
Noch neun Kilometer von der Hauptstraße bis nach Mandini. Die Vegetation wird dichter, einige Menschen sind zu Fuß unterwegs. Um die große Papierfabrik Sappi herrscht reges Treiben. 1991 war ich schon mal in Südafrika. Wo heute das Care Centre steht, war früher noch eine grüne Wiese.
Die Ankunft ist herzlich. Im ganzen Haus hängen Schilder. "Siyakwamukela ukubuya kwakho Baba ekahaya, ikakhulukazi no Frau Mechthilde" steht dort – "Herzlich willkommen daheim, Pater Gerhard und ein besonders herzliches Willkommen Frau Mechthilde". Mein Bruder stellt mich den Mitarbeitern vor. Gott sei Dank habe ich das Begrüßungsritual der Zulu noch nicht vergessen. Nach einer kurzen Pause führt mich Gerhard durch das Haus. Alle freuen sich über seine Heimkehr.


Erste Kontakte: Die Neuburgerin Mechthilde Lagleder ist für drei Wochen in Südafrika. Ihr Bruder Pater Gerhard leitet dort die Hilfsorganisation Bruderschaft des Seligen Gerhard.

Wir gehen auf den Spielplatz, wo die kleineren Kinder des Heimes mit ihren Betreuerinnen spielen. Als sie meinen Bruder entdecken sind sie nicht mehr zu halten: "Father, Father, you’re back", tönt es über den ganzen Spielplatz. Alle laufen auf ihn zu und umarmen ihn. Jeder hatte mir gleich sehr viel zu erzählen.

Singen und Spielen

Am Abend stehen die größeren Kinder, die in einer Wohngruppe leben, an der Treppe und singen Gerhard ein Ständchen. Er lädt sie spontan zu sich ein, zusammen mit Schwester Edith, ihrer Erzieherin. Wir erzählen uns viel und spielen Rätselraten.

Mechthilde Lagleder


Aidskrieg im Paradies

Aidskrieg im Paradies

Heute starten mein Bruder, Pater Gerhard Lagleder, und ich eine etwas andere Fotosafari, als es sonst in Südafrika üblich ist. Wir fotografieren keine Löwen, Elefanten und Giraffen. Wir sind in einer atemberaubenden Landschaft unterwegs. Die Hügel zeichnen sich weich abfallend zum Tugelafluß hin ab. Palmen vervollkommnen das malerische Bild eines Paradieses, in dem ein unerbittlicher Krieg wütet. Wir stehen auf einer Anhöhe und blicken ins Tal. Gerhard sagt: „Schau, das ist das Tal des Todes, die Aidshölle. Knapp 90% der Bevölkerung ist HIV-infiziert, viele haben Aids.“



Das Anliegen von Pater Gerhard ist es, die katastrophalen Lebensverhältnisse und die Not der Menschen zu zeigen. Bei der Fahrt durch das um die Papierfabrik und das große Industriegebiet in Isithebe entstandene Slum (ca. 50.000 Menschen) und die Township Sundumbili (ca.100.000 Menschen) werde ich mit purer Armut konfrontiert. Auf den unbefestigten Straßen kommt man nur mit einem Geländewagen vorwärts. Dank der Spende des Neuburgers Peter Wiedemann, der anlässlich seines 50. Geburtsages statt Geschenken um Spenden für die „Brotherhood of Blessed Gerard“ gebeten hatte, konnte durch die Verdopplung der gespendeten Summe durch Rotary International ein dringend benötigtes Fahrzeug gekauft  werden. Da die Projekte der Brotherhood fast ausschließlich von Spenden abhängen, sind wir um jede Gabe unendlich dankbar, die hilft, die Menschen in ihrer Not zu unterstützen.

Vor 18 Jahren hatten wir eine ganz kurze Fahrt durch das kriminell-gefährliche Gebiet unternommen. Das Auto war von innen verriegelt, die Fenster verschlossen. Heute sind zwar die Türen zu, die Fenster allerdings weit geöffnet. „Bitte fotografiere, fotografiere soviel Du kannst, bleib auf dem Auslöser. Die Menschen in der Welt müssen erfahren, wie erschütternd schlecht es den Armen hier geht.“        



Ich fotografiere Verschläge, die als Behausung dienen, und einfache Hütten für Industriearbeiter, die von brutalen Geschäftemachern für sie gebaut werden. Die Arbeiter haben jeweils sechs Quadratmeter für sich und müssen dafür hohe Mieten bezahlen. Sie sind wie Reihenhäuser aneinandergebaut. Es gibt keine sanitären Einrichtungen, Wasser muss mit Kanistern von weit her geholt werden. Inmitten ihrer Abfallberge hausen diese Menschen. Ziegen, Hühner und Kinder laufen durch den Unrat.


                                            Der Schlachtplatz                                                                  Wellblechbarraken, davor Plastikwaschbehälter

Unvorstellbar und unbeschreiblich ist  der Platz, an dem Tiere geschlachtet werden. Die hygienischen Verhältnisse sind verheerend. Ein Ort, an dem Krankheiten entstehen. Wellblech, Stacheldraht, Autoreifen, Plastikfolien und Holzstücke sind unter anderem Baumaterialien. Circa 30% der Kinder gehen nicht zur Schule. Die meisten Familien können sich das Schulgeld nicht leisten.  



Als wir vorbeifahren, laufen immer wieder Menschen aus ihren Hütten, winken und rufen: „Baba, Baba Gerard!“ Die Kinder hüpfen vor Freude und die Erwachsenen lachen ihn an. Viele kennen ihn auch vom Hospiz, in dem sie selbst oder Familienangehörige gelegen waren. Ja, seit den letzen 18 Jahren hat sich vieles getan. Die Fahrzeuge der Brotherhood kennt man. Durch Direkthilfe, wie Lebensmittelpakete konnte schon vielen Menschen weitergeholfen werden, wenn diese zum Beispiel krank waren und deshalb nicht arbeiten konnten. Auch durch die Nähschule wurde vielen Frauen weitergeholfen, weil sie ausgebildet wurden und  jetzt selbst eigene Nähschulen haben oder als Schneiderinnen tätig sind. Die Kranken werden medizinisch versorgt, für manche Kinder wird durch den Stipendien-Fonds das Schulgeld bezahlt. Diese Menschen haben begriffen, dass sie Bildung aus dem Teufelskreis der Armut reißt. Wer die Schule besucht und sich weiterbildet, findet gute Arbeit, wer gute Arbeit hat, verdient genügend Geld und kann aus dem Slum weg ziehen. Wir in Deutschland müssen kein Schulgeld bezahlen und dürfen für das reichhaltige Bildungsangebot dankbar sein.

Mein Bruder deutet auf ein paar Hütten und erzählt, wie sie eines der Kinder, das heute im Blessed Gerards Kinderheim lebt, von dort herausgeholt hatten. Völlig abgemagert, schwer misshandelt und krank. Menschen, die mit dem Kind Mitleid hatten, haben es dem Sozialamt gemeldet, das sich dann direkt mit dem Care Centre in Verbindung gesetzt hatte. Ein anderes Kind lag damals frisch geboren noch neben der Plazenta, von Ameisen übersät neben einem großen Abfallhaufen. Helfer der Brotherhood haben das „Bündel“ mitgenommen. Dieses Kind lebt heute auch im Kinderheim und es hat mich umarmt und mir fröhlich in die Augen gelacht. Selbstverständlich weiß es selbst nichts von seiner eigenen Geschichte.



In mir ziehen oft die Bilder die ich gesehen habe vorbei, Situationen die ich hautnah miterlebt habe.


Die Zeit tickt anders im Blessed Gérard‘s Hospiz

Die Zeit tickt anders im Blessed Gérard‘s Hospiz

Mein Bruder, Pater Gerhard, bekommt einen Anruf. Er fragt mich: „Möchtest du mitkommen, ich bin gerufen worden. Ich gehe zu einem Sterbenden.“ Ich zögere nicht und komme schweigend mit. Ich weiß nicht was auf mich zukommt, ich fühle mich beklommen um mein Herz. Wir betreten eines der vier Sterbezimmer des Blessed Gérard’s Hospizes. Neben dem Bett des abgemagerten jungen Mannes sitzt eine „Care giver“ (eine freiwillige Helferin) und hält dessen Hand. Mein Bruder streicht ihm sanft über seinen Kopf und  gibt ihm die Krankensalbung und er betet weiter. Ich fühle Frieden in dem Raum, unglaublichen Frieden. Innerlich bin ich ganz ruhig geworden. Mittlerweile sind die Gebete beendet. Wir sind einfach da und schweigen. Der Sterbende bewegt sich kaum, manchmal ein Augenreflex, teilweise Atempausen. Ich höre das Ticken der Uhr, die an der Wand hängt. Das Ticken wird lauter in mir. Vieles geht mir durch den Kopf. Was alles hat dieser Mensch hinter sich, wie hat er gelebt? Die Vergänglichkeit, aus dem Leben gerissen werden, der Tod meiner Eltern, die Geburt meiner Kinder. -Und ich blicke auf die Hände, die ineinander ruhen. Über dem Bett ist ein Schild mit dem Namen des Patienten. Sein Vorname ist Christopher. Therapie: „Loving Care“(Liebende Sorge). Ich weiß nicht wie lange wir schon in dem Zimmer sind. Mein Bruder nickt mir zu und fordert mich zum gehen auf. Die Helferin lächelt uns an und wendet ihren Blick wieder dem Sterbenden zu. Draußen sagt Gerhard leise zu mir. „Es dauert noch.“ Auf dem Weg zu seinem Büro erklärt er mir wie ein Mensch aus dem Leben scheidet. „Weißt Du“, sagt er „wir sind hier ein Hospiz. Die Menschen sterben hier einen würdigen Tod und sind nicht allein. Oft liegen Todkranke unversorgt in ihren Hütten in den eigenen Fäkalien und sterben einen grausamen Tod. Wenn die Patienten hierher kommen werden sie erst einmal gewaschen, wenn möglich gebadet. Sie liegen vielleicht das erste Mal in ihrem Leben in einem sauberen Bett. Sie bekommen Nahrung, medizinische Versorgung und  liebende Fürsorge. Ich sage immer es ist für die Kranken ein Kulturschock der Liebe.“ Und jetzt wo ich das hier alles hautnah miterlebe, spüre ich es und verstehe wovon er spricht.                 



Alle Kranken und Sterbezimmer im Blessed Gérard’s Hospiz tragen die Namen von Heiligen und selig gesprochenen des Malteserordens, der vom Seligen Gerhard im Jahre ? in Jerusalem gegründet wurde. Das Wirken wird im Gemälde am Ende des Ganges des Hospizes dargestellt. Mein Bruder hat sich den Namen des Ordensgründers des Malteserordens als seinen Ordensnamen gewünscht, als er am 01.09.1982 in den Orden der Missionsbenediktiner in St. Ottilien, beim heutigen Abtprimas der Benediktiner Notker Wolf eingetreten ist.    

Der Mensch bleibt Mensch im Mittelpunkt professioneller Hilfe



„Sie werden niemals getadelt, wenn sie Zeit bei einem Patienten verbringen. Und wenn der Kranke Sie eine Stunde braucht oder länger, um zu reden oder einfach, dass Sie seine Hand halten.“ Das erfährt jede Pflegekraft beim Einstellungsgespräch. Hauptamtliche vor allem zahlreiche ehrenamtliche Helfer machen diesen Himmel an Pflege möglich. Die von einer Vollkrankenschwester professionell geführte Krankenstation besteht aus drei? großen Räumen in denen jeweils 12? Betten stehen. Jedes Bett kann mit einem dichten Vorhang abgetrennt werden, was bei jeder Untersuchung des Arztes oder bei der individuellen Versorgung des Kranken selbstverständlich ist. Der Raum ist hell und freundlich und auffällig gut gelüftet. Von jedem Krankenzimmer aus können die Betten auch auf die große, extra dafür ausgerichtete Terrasse geschoben werden, damit vor allem die an Tuberkulose erkrankten Patienten Sonne und frische Luft tanken können. Das trägt sehr zur Gesundung der Erkrankten bei. Dort trainieren nicht Bettlägerige in angeleiteter  therapeutischer Gruppengymnastik ihre Muskulatur und sie freuen sich und lachen dabei, obwohl es für sie anstrengend ist. Ein mit vier Betten ausgestatteter Mutter-Kind Raum ist momentan mit vier jungen Männern belegt, da momentan keine Mutter mit Kind im Hospiz ist.

Die Stimmung in den Krankenzimmern ist freundlich und jeder Patient wird individuell versorgt.                   




 

Bekommt ein Kranker mehr als drei Besucher, dann wird der Patient je nachdem mit dem Rollstuhl oder mit dem Krankenbett in das große Besucherzimmer geschoben, das gleichzeitig auch als Aufenthaltsraum für die Kranken dient.

Im Hintergrund arbeiten viele fleißige Hände ineinander. Sei es in der Küche, in der Wäscherei oder im Bad und Fäkalienraum.     




Mit dem Pflegeteam einen Tag unterwegs im Buschland

Mit dem Pflegeteam einen Tag unterwegs im Buschland

Zusammen mit einer Schwester und einem Pflegehelfer sitze ich auf einer Bank hinten im Krankenwagen. Vorne sind die Krankenschwester, die das Team leitet und der Fahrer, der auch ausgebildeter Sanitäter ist. Zuerst geht es in die Township Sundumbili. In einem Untersuchungszentrum gibt die Schwester Auswurfproben zur Tuberkulose-Untersuchung von Patienten ab. Nach einigen hundert Metern halten wir dann wieder. Wir stehen vor einem armseligen  Haus. Die Mitarbeiter des Pflegeteams klopfen. Wir merken, dass die Türe nicht verschlossen ist. Höflich uns vortastend treten wir ein. Wir gehen durch eine kleine Küche in ein Schlafzimmer. Dort blättert der spärliche Putz von den roten gemauerten Steinen. Im Bett sitzt eine junge Frau, die offensichtlich große Schmerzen hat. Der Pflegehelfer misst Blutdruck und Fieber der stark Abgemagerten. Die Schwester überprüft die Einnahme der Medikamente. Die junge Frau hat Aids. Sie war früher schon stationär im Hospiz gelegen, konnte aber wieder entlassen werden. Zuhause hat sich der Zustand der Kranken so verschlechtert, dass die Schwester entscheidet, sie gleich wieder ins Hospiz zu bringen.

Die Ausbildung zur Vollkrankenschwester dauert in Südafrika sechs Jahre. Die Kompetenz dieser fachlich hoch qualifizierten Kraft ist groß. Sie ist unter anderem befugt Patienten zu untersuchen, Medikamente zu verschreiben oder in Krankenhäuser einzuweisen.

Die Medikamente der Frau nehmen wir mit. Alles was sie an Kosmetikartikeln zu Hause hat ist eine Zahnbürste. Unterstützt von den Helfern geht sie mit kleinen Schritten zum Krankenwagen. Wir bringen sie zum Blessed Gérard‘s Hospiz. Dort wird sie eingehend vom Arzt untersucht und stationär aufgenommen.   



Die Fahrt geht weiter nach Mangete. Diesmal führt der Weg über Schotterstraßen und weiter über sehr holperige Feldwege. Kleine Wälder und weite Zuckerrohrfelder säumen den Weg. In die weich abfallenden Hügel in der Ferne sind die Streusiedlungen der Zulu malerisch verteilt. Und immer wieder Palmen, die das Gesamtbild prägen. Der Krankenwagen zwingt sich mittlerweile durch sehr unwegsames Gelände. Ich halte mich mit beiden Händen am Sitz fest. Wir biegen unzählig oft ab bis wir am Ziel sind.  



Ich sorgte mich um meinen Rücken, weil mein Bett zu weich war, bis ich eine Frau traf, die auf dem Boden lag, da sie kein Bett besaß.

Das Team steigt aus und wir stehen vor einer aus Bruchsteinen erbauten Hütte. Sie misst innen ca. 2x3 Meter. Hinter der geöffneten Türe liegt eine abgemagerte Frau am Boden in Decken gehüllt. Ich bin tief erschüttert. Die Frau hustet stark. Sie hat auch Aids. Ihr ganzer Besitz besteht aus wenigen stark verschmutzten Kleidern, einer Spiegelscherbe, zwei Plastiktellern, zwei Bechern, etwas Aluminiumbesteck und einer kleinen Wanduhr, die am Boden liegt und deren Sekundenzeiger sich erstaunlicherweise bewegt. In der einen Ecke des Raumes liegen ein paar Steine, die Feuerstelle. In einer verrosteten Blechdose ist ihr gekochter Maisbrei. Der Topf, den sie besaß, wurde ihr gestohlen. Die Helfer breiten vor der Hütte eine Decke aus und helfen der Kranken nach draußen. Die frische Luft und die Sonne tun ihr sichtlich gut. Wir räumen die Behausung komplett aus und legen alles in die Sonne. Eine der Schwestern telefoniert mit dem Care-Zentrum. Ein Helfer verspritzt etwas Wasser, aus einem Kanister auf dem staubigen Lehmboden. Die Krankenschwester beginnt den Staub und weiteren Schmutz mit der Bürste eines Schrubbers zusammenzukehren. Ich löse sie ab. Zuerst zögert sie. Ich erkläre ihr, dass ich selbst drei Kinder habe, keine Diener und Hauspersonal habe und ich an Arbeit gewöhnt sei, da lässt sie mich gewähren. Alle Decken und Kleidungsstücke stauben wir kräftig aus und legen alles zusammen und räumen alles wieder in die Hütte. Die Helfer richten ihr ein möglichst bequemes Bettlager und sie helfen der Frau wieder in die Hütte. Ihr knochiges Gesicht lächelt. Jetzt messen die Helfer noch Blutdruck und Fieber und sie sprechen dabei viel mit der Schwachen. Die Krankenschwester erklärt mir, dass auch diese Frau bereits im Hospiz war und auf eigenen Wunsch nach Hause wollte, weil sie einen achtjährigen Sohn hat, der sonst ganz alleine zu Hause wäre. Jetzt ist er gerade in der Schule. Als wir fertig sind gehe ich nochmals zu der Frau und wünsche ihr alles Gute und dass ich ihr ein Wunder wünsche. Ich streiche ihr dabei über ihren dürren Arm. Sie versteht zwar meine Worte nicht, aber ihre Augen sagen mir, dass sie mich verstanden hat. Sie schenkt mir ein Lächeln.            



Nun geht der holperige Weg wieder zurück zum Care-Zentrum, wo wir kurz zu Mittag essen.

Zur Physiotherapie nach Sundumbili

Einen Aidskranken, der einen Schlaganfall erlitten hatte und halbseitige Lähmungen hat, bringen wir nun im Krankenwagen zur Physiotherapie nach Sundumbili, damit seine Muskulatur dadurch wieder aufgebaut und gestärkt werden kann. Ich sitze neben ihm und stütze ihn, da er selbst nicht in der Lage ist, sich fest zu halten. Eine Pflegekraft ist mit dabei, der von der Therapeutin angeleitet wird, mit diesem Patienten diese Übungen täglich durchzuführen. Er bekommt einen Übungsplan mit bebilderten Anweisungen als Gedächtnisstütze mit.      



Den Mann, der von der Physiotherapeutin eine Gehhilfe mitbekommt, sitzt später mit gelöstem Gesichtsausdruck im Wagen, es geht zurück ins Hospiz. Er spürt dass ihm geholfen wird. Seine Gesundheit ist anderen wichtig. Er taut richtig auf und spricht mit der Schwester und dem Pfleger. Es herrscht  eine gelöste, angenehme Atmosphäre. Natürlich verstehe ich außer Höflichkeitsfloskeln und ein paar Gebeten kein Zulu. Und die meisten Zulu sprechen kein Englisch. Es ist für mich nicht möglich an der Unterhaltung teilzunehmen.

Ein ergreifendes Band der Liebe wird für mich sichtbar

Wir laden einen Karton ins Auto. Eine Mitarbeiterin steigt mit Schreibunterlagen in der Hand mit in den Krankenwagen. Ich lasse mich wieder überraschen wohin es geht. Diesen Weg waren wir heute schon gefahren. Ich freue mich sehr, als wir wieder vor der Hütte der Frau sind, die kein Bett besitzt. Ihr achtjähriger Sohn steht in der Türe der Hütte. Er trägt die blaue zerrissene Hose, die ich am  Vormittag ausgestaubt und zusammengelegt hatte. Alle Helfer kommen in die kleine Behausung. Jetzt sehe ich was in dem Karton ist: Maismehl, Reis, Zucker, Öl, Bohnen und noch ein paar andere lebensnotwendige Nahrungsmittel. Solche Direkthilfen werden aus dem Blessed Gérard‘s Nothilfe-Fonds finanziert. Die Frau, die mitgekommen ist, ist die Sozialarbeiterin des Care-Zentrums. Sie spricht eingehend mit dem Jungen. Er versorgt seine kranke Mutter offensichtlich alleine. Er teilt uns mit, dass er Angst hat, dass ihnen die Lebensmittel gestohlen werden könnten, nachdem ihnen ja erst der Kochtopf weggenommen worden war. Die kranke Frau sucht Blickkontakt mit mir während die Anderen mit dem Jungen reden. Ihre Augen schweifen zu ihrem Sohn und dann schaut sie mich wieder fest an. Ich nicke ihr zu und ich verstehe, dass er alles ist, was sie hat. Ich bin ergriffen wie sehr sie an ihm hängt und wohl auch von ihm abhängig ist. Dieser Augenblick wird mich wohl nie wieder loslassen. Er hat sich mir tief ins Herz eingeprägt. Mittlerweile werden einige der Lebensmittel in die einzige Plastiktüte die sie haben gepackt und mit Kleidung zugedeckt. Ein Teil des Zuckers findet in einer kleinen Box Platz.



Nun gehen alle aus der Hütte. Ich verabschiede mich wieder und versuche der Frau mit meinem Blick zu versprechen, dass es für sie Hoffnung gibt. Sie lächelt wieder. Mir fällt der Abschied schwer. Der Junge steigt mit uns in den Krankenwagen ein. Die Schwester erklärt mir, dass wir zu Bekannten der Kranken fahren werden. Der Junge sagt, dass die Lebensmittel dort sicher seien. Wir treffen die Familie an, erklären die Sachlage und lassen die Vorräte in deren Haus. Die Schwester notiert die Telefonnummer der Bekannten und nach kurzem Verhandeln kommen die Frau und deren fast erwachsene Tochter mit uns allen zur Hütte der Kranken. Anschließend fahren wir weiter.



Später erfahre ich, dass sich die Bekannten bereit erklärt haben, täglich bei der Kranken vorbeizuschauen. Sie bräuchte dringend stationäre Behandlung im Hospiz, ist aber dazu momentan nicht bereit, weil sie ihren Sohn nicht alleine lassen will und kann. Die Sozialarbeiterin im Care-Zentrum sucht jetzt nach Wegen wie dem Jungen weitergeholfen werden kann, wenn seine Mutter ins Hospiz eingewiesen wird. Für die Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten ist es nie zu spät, aber ohne die Behandlung wird sie innerhalb kurzer Zeit tot sein. Falls sie die Medizin regelmäßig einnehmen würde, könnte sie ihr Leben wesentlich verlängern, so dass sie sich dann selbst wieder um ihren Sohn kümmern, wieder arbeiten und dann auch in einer menschenwürdigeren Behausung wohnen könnte.

Durch antiretrovirale Medikamente werden die HI-Viren an der Vermehrung im Blut gehindert. Das bedeutet für den Patienten, dass er sich bald völlig wohl fühlt und weitere 15, 20 oder gar 25 Jahre bei guter Gesundheit weiterleben kann. Die Medikamente müssen regelmäßig und ohne Unterbrechung eingenommen werden, um den Behandlungserfolg zu gewährleisten.

Jetzt führt der Weg wieder auf die Hauptstraße zurück und bald biegen wir auf der gegenüberliegenden Seite wieder ab und sind eine Zeitlang auf Buschwegen unterwegs, bis wir den nächsten Patienten antreffen. Ein Mann, der viele Wunden am Rücken gehabt hatte, wird nachuntersucht. Sein Zustand hat sich mittlerweile stark gebessert und es sind nur noch Verkrustungen geblieben. Die Schwester schreibt ihren Behandlungsbericht in die  Krankenakte, die für jeden Patienten mitgeführt wird. Der Mann hat wieder Grund zum Lachen. Das ist die Hauptsache.



Auf der Fahrt bekommt die Krankenschwester einen Anruf. Wir wenden und fahren ein Stück des Weges zurück. Wir biegen auf einen Feldweg ein. Ein Mann steht uns in einem Pickup gegenüber und macht deutliche Gesten wo wir hinfahren sollen. Offensichtlich braucht man unsere Hilfe. Nach relativ kurzer Fahrzeit über mittlerweile gewöhnt holperige Feldwege kommen wir zu einem Haus. Der Mann mit dem Pickup ist auch schon da und führt uns ins Haus. Seine Mutter liegt im Bett und die Krankenschwester schlägt die Decke zurück. Die Frau hat am Rist des linken Fußes eine Verbrennung zweiten Grades. Die Schwester reinigt die großflächige Wunde zunächst mit einer Desinfektionslösung und anschließend mit einer Wundheilsalbe und sterilen Kompressen und legt einen Verband an. Blutdruck und Temperatur werden routinemäßig auch gemessen. Die Schwester führt noch einen Blutzuckertest durch. Sie empfiehlt ihr zur örtlichen Klinik bringen zu lassen um sich dort ein Antibiotikum geben zu lassen. Das Team gibt den Angehörigen noch Empfehlungen.



Auf der Rückfahrt blicke ich aus dem schmalen Sichtbereich des Sanitätsfahrzeuges in die Hügellandschaft mit deren Grashalmen die untergehende Sonne spielt. Ich bin voll Bewunderung für dieses Team, das tagein tagaus diesen Dienst bei den Armen leistet. Sie halfen unermüdlich, kompetent und menschlich. Ja vor allem ihre Menschlichkeit hat sich als festes Bild bei mir eingeprägt.

Mechthilde Lagleder  


Die große Hoffnung im Kampf gegen Aids – Die HAART Klinik

Die große Hoffnung im Kampf gegen Aids – Die HAART Klinik

Durch das HAART Programm, den Einsatz hochwirksamer antiretroviraler Medikamente, werden Aidspatienten behandelt. Durch die regelmäßige Einnahme dieser Medikamente können Infizierte bis zu 25 Jahre bei guter Gesundheit länger leben. Das bedeutet für eine Mutter, dass sie wieder in der Lage sein wird, sich um ihre Kinder und deren Erziehung zu kümmern. Da lagen Menschen todkrank im Hospiz. Durch die Verabreichung der Medikamente und die gute Pflege waren sie bald in der Lage, entlassen zu werden. Tag für Tag sind zwei Therapieberater, je in einem Geländewagen im Slum und im Buschland unterwegs. Sie machen Nachsorge bei den Aidspatienten. Sie überwachen die Einnahme der antiretroviralen Medikamente. Die Berater unterrichten die Patienten auch in Gemüseanbau und  Kleintierzucht. So werden die Menschen unabhängig und können sich selbst versorgen. Einen Tag bin ich mit einem der Therapieberater unterwegs. Die Kranken- und Therapieakten der zu Besuchenden hat er bei sich. Die Termine werden im Voraus mit den Patienten vereinbart, damit sie auch zu Hause sind. Im Gespräch erkundigt er sich über den Gesundheitszustand und fordert zum Beispiel eine Aidskranke auf, sich und ihr Baby im Hospiz wieder vom Arzt untersuchen zu lassen.



Die Frau hat ein gesundes Mädchen entbunden. Vor und bei der Geburt können Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit das Kind bei der Geburt nicht mit dem HI Virus infiziert wird. Wenn bei der Mutter die Krankheit früh diagnostiziert ist, kann man rechtzeitig mit der antiretroviralen Behandlung beginnen, um die Virenbelastung auf ein Minimum zu reduzieren. Die Ansteckungsgefahr ist durch einen Kaiserschnitt wesentlich verringert. Eine sorgfältige Reinigung und Desinfektion des Geburtskanals kann helfen, ist aber weitaus weniger wirkungsvoll.

Die sogenannte Prävention der Mutter-zu-Kind-Infektion ( Prevention of Mother-to-child-transmission PMTCT) birgt die Gefahr in sich, dass zwar das Kind nicht infiziert wird, die Mutter aber nachher resistent werden kann, sodass eine später erfolgende antiretrovirale Behandlung wirkungslos bliebe. Dabei erfolgt eine einmalige Gabe einer Dosis von antiretroviralen Medikamenten zu Beginn der Geburtswehen.

Zwei Tage später sehe ich die Frau mit ihrem Mädchen im Wartezimmer des Hospizes und wir winken uns fröhlich zu.

Die Fahrt geht weiter durch den Busch.

Der Therapieberater fährt auf Wegen, die ich niemals für befahrbar gehalten hätte. Immer wieder tauchen wie aus dem Nichts ein paar Hütten auf. „Wie können Sie sich hier zurechtfinden in diesem weiten unübersichtlichen Gebiet?“ Herr Zulu sagt: „Ich habe mittlerweile große Erfahrung. Ich mache diese Aufgabe seit fünf Jahren (seit 1997 ist dieser versierte Mitarbeiter als freiwilliger Helfer und seit dem Jahr 2000 hauptamtlich für die Brotherhood of Blessed Gérard tätig).“ Und ist der Ort, aus dem unser Patient kommt, noch so entlegen, findet er den Weg dorthin.  Als wir nach langer strapaziöser Anfahrt in ein Haus eintreten, laufen laut gackernd viele Hühner aus dem Haus. „Die Großmutter, die Tochter, der Sohn und das kleine Mädchen haben alle Aids. Alle werden mit den Medikamenten versorgt.“ Der Therapieplan wird besprochen und der Berater fragt sehr genau nach, ob die Einnahme der Präparate von allen Familienmitgliedern regelmäßig erfolgt. Unregelmäßige Einnahme der Medikamente birgt die Gefahr in sich, dass das Virus gegen die Medikamente resistent wird.



Die beiden Therapieberater fahren täglich in den Busch und besuchen bis zu 13 Nachsorgepatienten pro Tag. Zu ihren Aufgaben zählt nicht nur die Beratung und Kontrolle der Einnahme der Medikamente. Die Männer helfen Patienten auch dadurch weiter, dass sie ihnen zeigen, wie man Gemüse, Salat und Früchte anbaut. So konnte sich ein Patient mittlerweile einen eigenen kleinen Betrieb aufbauen. Er hat alles, was ihm gezeigt wurde, umgesetzt. Er baut nicht nur Obst und Gemüse an, er züchtet auch Hühner. Mit Hilfe der Brotherhood of Blessed Gérard konnte sich dieser Patient eine Existenz aufbauen. Voll Stolz führt er uns durch seinen kleinen Besitz. Die Arbeit der Brotherhood hat im wahrsten Sinne des Wortes gefruchtet.



Ich freue mich sehr, als der Mann auf seinen Papaya-Baum klettert, um mir ein paar dieser wohlschmeckenden, saftigen Früchte zu schenken. Als wir gehen, schüttelt er uns freudig die Hände und winkt uns lange nach. Vier weitere Patienten besuchen wir an diesem Tag noch. Diese Arbeit ist enorm wichtig, da es diesen Menschen ohne diese Medikamente sehr bald so schlecht ginge, dass sie von ihrem Bett nicht mehr aufstehen könnten und den sicheren Tod vor Augen hätten. Zur letzten Patientin, die wir an diesem Abend noch besuchen, fährt dann später noch das Pflegeteam mit dem Sanitätsfahrzeug. Sie hat eine Mundfäule, die ein Zeichen dafür ist, dass durch ihre Aidskrankheit ihr Immunsystem geschwächt ist. Die Kranken haben ab einem gewissen Stadium der Krankheit mit vielen Infektionen zu kämpfen.



Am Abend frage ich meinen Bruder, Pater Gerhard, wie es denn sein könne, dass ganze Familien mit dem tödlichen Virus infiziert sind. „Weißt Du, die werden vergewaltigt oder wenn die Männer weit weg arbeiten und einmal im Jahr nach Hause kommen, beglücken sie dann ihre Frau mit einem neuen Kind und bei der Geburt wird dieses infiziert. Die Frau weiß meist noch gar nicht, dass sie HIV-positiv ist, da die Krankheitssymptome erst sehr viel später auftreten. Der Mann hat sich vielleicht Kann sich die Frau denn nicht wehren und sagen, wenn sie nicht mit ihm bei einer anderen Frau infiziert und steckt nun seine eigene Frau auch noch an.“ „verkehren möchte?“, frage ich. „Nein“, antwortet mein Bruder, „die haben kein Recht gegenüber ihrem Mann. Er ist der Herr im Haus und die Frau muss gehorchen, ob sie will oder nicht. Das Schlimme dabei ist, dass sich die Virenzahl bei jedem ungeschützten Geschlechtsverkehr vermehrt. Das nennt man Reinfektion.“ Und mein Bruder erklärt weiter: „Es war einmal ein Doktorand der University of Berkeley in Kalifornien bei uns, um herauszufinden, warum Mandeni die AIDS-Hochburg der Welt ist. Und er ist zu zwei Schlüssen gekommen, nämlich es sei die Ungleichheit der Geschlechter und es sei die Armut. Wie sich das auswirkt ist, dass viel weniger Frauen Arbeit haben und dass die Frauen, die arbeiten, weniger verdienen als die Männer. Damit haben die Männer das Geld in der Tasche und die Frauen haben nichts und geben sich dann dem ältesten Gewerbe der Welt hin und zwar nicht in der Art so mit dem Handtäschchen an der Straßenecke zu stehen, sondern es gibt hier das sogenannte "sugar daddy"-System und das heißt: "Ein Geschlechtspartner mietet mich mittelfristig an und die Leute haben dann so für ein paar Monate oder ein Jahr einen Freund, aber einer reicht nicht. Jetzt brauche ich einen zweiten und einen dritten und einen vierten. Der eine zahlt das Schulgeld für die Kinder, der andere zahlt meine Lebensmittel, der dritte zahlt mir die Miete und der Vierte zahlt die Kleidung. Auf diese Art und Weise ist bei uns die Promiskuität extrem hoch und damit haben wir natürlich diese extrem hohen AIDS-Raten, über die wir überhaupt nicht stolz sind, sondern im Gegenteil, die uns unheimliche Sorgen bereiten.“

Gefragt, ob unsere Arbeit nicht vergebens sei, weil ja doch keiner die ganze Welt retten kann, antwortet mein Bruder, Pater Gerhard: „Die ganze Welt können wir nicht retten, aber für jeden Einzelnen - und das sind Hunderte, die wir retten konnten -, bedeutet das jeweils die ganze Welt".

Mechthilde Lagleder  


Blessed Gérard‘s Kinderheim

Blessed Gérard‘s Kinderheim

Die Atmosphäre in den beiden Teilen des Kinderheimes ist freundlich und familiär.Heute berichte ich vom Leben in der Wohngruppe: Die zwölf bis sechzehnjährigen Mädchen und Jungen bewohnen zusammen mit ihrer Erzieherin, der Benediktinerin Sr. Edith, eine Wohnung im Obergeschoß des Care Centres. Je zwei Jugendliche teilen sich ein helles freundliches Zimmer und jedes hat seinen persönlichen Schreibtisch. Eine Haus- und Dienstordnung, sowie ein miteinander verfasster Essensplan erinnern an die von den Kindern selbst zu leistenden Dienste. So lernen die Jugendlichen im täglichen Leben den Haushalt zu führen. Putzen, waschen, kochen, abwaschen und all die hundert Kleinigkeiten, die ein kompletter Haushalt mit sich bringt. Nach der Schule kommen  sie zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr nachhause, machen noch ihre Hausaufgaben und gehen anschließend gerne nach draußen zum spielen. Dank der Tatsache, dass das Kinderheim ein altes Klavier geschenkt bekam, erhalten einige Kinder Klavierunterricht. Einen Tag lebe ich mit den Jugendlichen mit und erlebe eine echte Familie, die fröhlich ist. Beim Leisten ihrer Dienste machen sie Witze und erzählen von ihren Erlebnissen in der Schule. Zum Abendessen kochen die beiden Mädchen, die heute Dienst haben, ein sehr schmackhaftes Abendessen. Die Kinder nehmen es mit perfekten Tischmanieren ein. Ich staune immer wieder über diese familiäre Atmosphäre, in der jeder auf den anderen Rücksicht nimmt. Ich gehe am Abend ganz erfüllt von den vielen Eindrücken in mein Zimmer. Das Blessed Gérard‘s Care Centre in Mandini ist ein Ort praktizierter Nächstenliebe. Das ist im ganzen Haus spürbar. Ob in den Bereichen des Hospizes oder in den beiden Teilen des Kinderheimes, in dem momentan 41 Kinder leben.Heute nehme ich Sie mit in den Bereich des Kinderheimes, in dem Neugeborene bis elfjährige Kinder leben. An der Türe werde ich von einer freundlichen Erzieherin begrüßt. Im breiten Gang stehen farbenfrohe Möbel. Dort findet gerade eine Team-Besprechung statt. Die Kinderzimmer sind je nach Größe mit zwei bis fünf Kindern belegt. Die Zimmer sind hell und freundlich, die bunten Bettbezüge sind lustig und die Kinder haben eine Aussicht ins Grüne. Die Kinder spielen gerne Klatsch- und Reimspiele miteinander und sie sind dabei sehr glücklich.Dieses Zimmer ist mit vier Mädchen belegt, sie spielen mioteinander.Hier ist der Raum von vier Kleinkindern, es ist Schlafenszeit. Der Tag beginnt um 6:00 Uhr. Die Kinder werden gebadet, die größeren duschen. Nach dem Frühstück und dem Zähneputzen werden die Schulkinder mit organisationseigenen Kleinbussen in die verschiedenen Schulen gebracht. Um 7:30 Uhr müssen sie dort sein, um 8:00 Uhr beginnt die Schule. Die Kinder, die noch zu klein für den Kindergarten sind, bleiben zu Hause im Heim und spielen. Ein Junge und ein Mädchen bekommen spezielle Therapie. Alle Betreuer arbeiten Hand in Hand und die Kinder werden körperlich und geistig gefördert. Eine pädagogische Fachkraft betreut die Schulkinder am Nachmittag in einem Hausaufgabenraum. Die Kleinkinder spielen im Spielzimmer des Kinderheimes. Danach kommt der große Augenblick. Sie dürfen raus auf den Spielplatz. Ein Abenteuerspielplatz mit verschiedenen Klettergeräten bietet viel Gelegenheit zum Toben. Die Kinder spielen auch gern Ball, Kreis- und Tanzspiele. Alle lachen und sind ausgelassen. Es ist auffällig, dass jedes der Kinder aufs Wort folgt und feste Regeln einhält. Die behinderten Kinder sind mitten drin. Als auf einer Tonne der Rhythmus zum traditionalen Zulutanz getrommelt wird, singen alle kräftig mit und ich bin auch nicht mehr zu halten. Bei dem Tanz muss man nach einer bestimmten Schrittfolge die Beine abwechselnd so hoch wie möglich nach oben werfen. Alle haben große Freude dabei, besonders weil ich mittanze. Nach dem ausgelassenen Spiel werden die Hände gewaschen und bald gibt es Abendessen. Während die größeren Kinder unter Anleitung für sich selbst kochen werden die kleineren Kinder von der Zentralküche aus versorgt. Die abwechslungsreiche vitamin- und proteinreiche Kost ist nicht nur gesund sondern schmeckt auch noch ausgesprochen gut. Einige der Kinder waren ausgesetzt worden, andere misshandelt und viele haben unaussprechlich schwere Schicksale hinter sich. Im Kinderheim des Blessed Gérard‘s Care Centres finden sie Schutz und Geborgenheit, Förderung und Bildung, ein Zuhause und vor allem Liebe. Alle Aidskranken Kinder unter ihnen werden mit Antiretroviralen Medikamenten behandelt. Sie können die Lebenserwartung um bis zu 25 Jahre vergrößern und die Behandelten fühlen sich bald wieder ganz gesund und munter. Das ist eine wirkliche Hoffnung im Kampf gegen Aids.                       Mechthilde Lagleder  



Durbans Wohltätigkeits-König: Unser Mitglied Victor Claudius - Weihnachten 2004

Durbans Wohltätigkeits-König:
Unser Mitglied Victor Claudius

Victor Claudius ist seit fast vier Jahren eines unserer Mitglieder und hat in dieser kurzen Zeit schon mehr als 14.000 Euro durch seine äußerst fleißige und ausdauernde Arbeit für uns an Spenden aufgebracht. Über das Geld hinaus, das er gesammelt hat, hat er Waren gespendet, z.B. 40 Betten und Matratzen, Speiseraum-Möbel, zwölf Tisch und Bankgarnituren für den Spielplatz , fünf Fernseher und ein Videogerät, einen Mikrowellenherd, zwei Schränke, verschiedene Decken, Spielzeug, Videos, Bücher und Kleidung, sowie Plätzchen, Süßigkeiten und Kuchen für Ostern und Weihnachten.

Er bringt das Geld auf verschiedenste Weise auf: Selbstgemachte Weihnachtskarten, Verkauf von gebrauchten Büchern, Versteigerung von gespendeten Gegenständen und durch Sammlungen in Einkaufszentren und Sportstadien.

Das mit Abstand größte Ereignis ist das Wohltätigkeitskonzert, das er für uns veranstaltet.

Dieses Jahr war das dritte Konzert. Die Militär-Big-Band der Südafrikanischen Polizei brachte die Menge zum Singen und Klatschen als sie gut bekannte Melodien spielten. Die Musikauswahl war hervorragend und schloß drei der Sprachen unseres Landes ein - Englisch, Zulu und Afrikaans. Das Konzert war ein großer Erfolg und brachte mehr als 1.500 Euro Erlös ein.

Herr Claudius arbeitet unermüdlich, um denen zu helfen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Er nimmt sich wirklich um andere an und denkt kaum an sich selbst. Er macht weiter in seiner Spendenwerbung, um uns zu ermöglichen, unseren Dienst zu leisten. Wir haben höchste Anerkennung für Herrn Claudius fleißige Arbeit und Selbstlosigkeit.

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