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Brotherhood of Blessed Gérard

Dedizierte Mitglieder

Was sind Dedizierte Mitglieder?

Auszug aus unseren Statuten:

5.1. Dedizierte Mitgliedschaft

5.1.1. Bedingungen für die Dedizierte Mitgliedschaft

Die Dedizierten Mitglieder der Bruderschaft weihen sich Jesus Christus und seinem Leib, der Kirche (vgl. 1 Kor 12,27) mit ihrem ganzen Herzen, mit ihrer ganzen Seele und mit all ihrer Kraft (vgl. Dtn 6,5) im Bestreben in ihrem ganzen Leben als Mitglieder ihrer Familie, an ihrem Arbeitsplatz und in ihrer Freizeit Sauerteig (vgl. Gal 5,9) der Liebe Gottes zu sein. Darüber hinaus ist es ihre besondere Aufgabe, Aktivitäten der Bruderschaft zu initiieren, zu ermöglichen, zu leiten, zu unterstützen und für diese Verantwortung zu tragen. Nur getaufte und gefirmte Mitglieder der Römisch-Katholischen Kirche, die für ihren hervorragenden Charakter, ihre Loyalität zur Kirche und ihre gutes christliches Leben bekannt sind, können Dedizierte Mitglieder werden. Die Beendigung der Mitgliedschaft in der Kirche hebt automatisch die Dedizierte Mitgliedschaft in der Bruderschaft auf.

5.1.2. Probezeit für Kandidaten für die Dedizierte Mitgliedschaft

Der Dedizierten Mitgliedschaft geht eine Probezeit von einem Jahr voraus, in der der Kandidat in die Zielsetzungen und die geistlichen Grundlagen der Bruderschaft eingeführt wird und in der er sich an den Aktivitäten der Bruderschaft beteiligt.

(Anmerkung des Übersetzers: Trotz der Verwendung des maskulinen Artikels "der" Kandidat in dieser Übersetzung kann dieser sowohl männlich als auch weiblich sein!)

Um zum Beginn der Probezeit zugelassen zu werden, muss der Kandidat mindestens ein Jahr lang assoziiertes Mitglied der Bruderschaft gewesen sein und er muss durch seine Teilnahme an den Aktivitäten der Bruderschaft bewiesen haben, dass er sich wirklich engagiert und in der Lage ist, den Armen Christi mit großer Hingabe zu dienen. Wenn das assoziierte Mitglied darum bittet, als Kandidat für die Dedizierte Mitgliedschaft angenommen zu werden, muss es einen schriftlichen Antrag an den Geschäftsführenden Vorstand richten, dem ein Lebenslauf und ein pfarramtliches Empfehlungsschreiben beiliegt.

Nach Beendigung der Probezeit kann der Kandidat beim Rat der Dedizierten Mitglieder beantragen, offiziell als Dediziertes Mitglied in die Bruderschaft aufgenommen zu werden. Der Rat der Dedizierten Mitglieder muss den Antrag des Kandidaten offen diskutieren und dann in geheimer Abstimmung über den Antrag entscheiden. Falls die Mehrheit den Kandidaten akzeptiert, muss dieser öffentlich ein privates Versprechen ablegen, sich nach besten Kräften dem Dienst an Gott in der Bruderschaft zu weihen.

Auszug aus einem Interview von Pater Martin Trieb OSB mit Pater Gerhard T. Lagleder OSB

Was sind die "Dedicated members"?

"Was wir im Englischen „dedicated members“ nennen sind Mitglieder, die sich und ihr Leben ganz in den Dienst Gottes und seiner Kirche in unserer Bruderschaft stellen wollen.
Das sind Menschen, die im ganz normalen Leben stehen, aber deren Hauptaugenmerk darauf hingerichtet ist, dass sie den Menschen helfen und das nicht nur so ein klein wenig nebenbei tun, sondern, dass sie dies als eine Hauptaufgabe ihres Lebens sehen.
Das ist ein Unterschied zu anderen Organisationen, wo die Leute, die den Ton angeben, demokratisch gewählt werden und wo eben dann diejenigen, die am lautesten reden und die sich am wichtigsten hervortun gewählt werden, sondern uns kommt es darauf an, dass Leute in den Führungspositionen sind, die mit ihrem ganzen Herzen dabei sind, die mit ihrem ganzen Herzen Gott und seiner Kirche und den Armen dienen wollen.
Also, unsere Führungsmitglieder sind diejenigen, die sich und ihr Leben ganz Gott hingeben wollen und von daher haben wir eine andere Führungsstruktur als dies etwa andere Organisationen haben."


Artikel von Dedizierten Mitgliedern der Brotherhood of Blessed Gérard bzw. Artikel über sie:

Die Aufnahme von Dr. Khaya Nzimande als Dediziertes Mitglied der Brotherhood of Blessed Gérard - 24. Juli 2011

Abschied von Frau Susanne Stauffer - 16. Dezember 2008

Frau Susanne Stauffer · unsere „Susi“

war mehr als vier Jahre vom 1. September 2004—16. Dezember 2008 als freiwillige Helferin bei uns.





Von Herzen Dank und Anerkennung für Deinen großartigen Dienst, Deinen Idealismus, Enthusiasmus, Fleiß und Frohsinn,

Deine Selbstlosigkeit, Freundlichkeit, Hingabe, Verlässlichkeit und Unermüdlichkeit!

Du hast Großes und Großartiges geleistet.

Du hast uns unendlich viel geholfen.

Du hast uns zur Seite gestanden in äußerst schwierigen Zeiten.

Du warst ein Beispiel für uns alle.

Möge Dir der gute Gott in seiner unermesslichen Gnade mit seinem Segen reichlichst lohnen was Du an uns, für uns und mit uns Gutes getan hast!

Wir werden Dir mit all denen, die uns anvertraut sind, stets zu größtem Dank verpflichtet bleiben.


Unser Tagebuch über Susis Dienst: 1. September 2004—16. Dezember 2008

Frau Susanne Stauffer · unsere „Susi“

war mehr als vier Jahre vom 1. September 2004—16. Dezember 2008 als freiwillige Helferin bei uns.

Unser Tagebuch über Susis Dienst

Susanne Stauffer im Blessed Gérard's Pflege-, Sozial- und Hospiz-Zentrum und Blessed Gérard's Kinderheim

Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 24 - Zwei Engel aus Fleisch und Blut


Die beiden ausländischen freiwilligen Helferinnen Sr. Johanna Stadler (bis zum 15.5.2005) und Susanne Stauffer (bis zum 29.8.2005) sind noch bei uns.


21.1.2005: Wir feiern den Geburtstag unserer ausländischen freiwilligen Helferin Susanne Stauffer.


24.1.2005: Bongimpilo Susanne wird in Todesgefahr getauft.


26.3.2005: Meagen, Jody, Cameron, Jade, Gerald, Siyabonga, Njabulo, John und Sihle vom Blessed Gérard's Kinderheim empfangen das Sakrament der Taufe während der Osternachts-Liturgie in der Blessed Gérard's Kirche.


2.4.2005: 18°° Heilige Messe für den sterbenden Papst Johannes Paul II in der Kapelle des Blessed Gérard's Care-Zentrums. Der Heilige Vater starb um 2137 im Vatikan.


16.6.2005: Abschied von der Heimleiterin Sandy Porter des Blessed Gérard's Kinderheimes und Einführung von Susanne Stauffer als neue Heimleiterin.


22. - 30.7.2005: Dr. Andreas Heinze und seine Frau Martine Sutter aus Beinheim/Frankreich kommen wiederum als freiwillige/r Helfer/in ins Blessed Gérard's Care Centre.


5.8.2005: Kinder vom Blessed Gérard's Kinderheim besuchen Brians Zirkus, der in Mandeni gastiert. Danke für die Freikarten!


15.8. - 29.8.2005: Susanne Stauffers Eltern kommen zu uns zu Besuch.


29.8.2005: Susanne Stauffer und ihre Eltern reisen ab.


27.10.2005: Susanne Stauffer kommt zum Blessed Gérard's Kinderheim zurück und nimmt ihre Aufgabe als Heimleiterin für ein weiteres Jahr wieder auf.


29.10. - 12.11.2005: Monika Reimer aus München/Deutschland kommt als freiwillige Helferin ins Blessed Gérard's Care Centre.


9.11.2005: Susanne Stauffer überreicht die Spenden in einem symbolischen Scheck, die sie zu Hause in Ebnath/Deutschland für uns gesammelt hat.


16.11.2005: S'fundos Großmutter konnte ausfindig gemacht werden und nimmt ihn mit nach Hause nachdem er seit dem 3.9.2005 bei uns war.
Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 25 - S'fundo


10. Januar 2006: Kinder des Blessed Gérard's Kinderheimes beim Krippenbesuch außerhalb der Blessed Gérard's Kirche.


11. Januar 2006: Blessed Gérard's Kinderheim erhielt eine Spende von Susanne Stauffers Heimatdorf Ebnath / Deutschland


12. Januar 2006: Vorbereitungen zum Schulanfang für Blessed Gérard's Kinderheim.


13. Januar 2006: Kinder von Blessed Gérard's Kinderheim machen eine Exkursion zum Kloster Mariannhill.

21. Januar 2006: Geburtstagsfeier für Susanne Stauffer


6. April 2006: Kinder des Blessed Gérard's Kinderheimes machen eine Burg aus Pappkarton und präsentieren sie ihrer "Tante Klara". (Das sind die letzten Bilder von Clare Kalkwarf vor ihrem Tod) Siehe auch Clare Kalkwarfs letztes Bild

6. April 2006: Unsere Mitbegründerin und Vizepräsidentin Frau Clare Kalkwarf wurde um 2302 in ihrem Haus in Mandeni ermordet.


13. April 2006: Gründonnerstagsfeier mit Erstkommunion in der Blessed Gérard's Kirche.


15. April 2006: Wir beginnen das Grab für Clare Kalkwarf zu graben. Ihr Sohn Leon und ihr Bruder Graham Sprake und seine Frau Sue sind zugegen.


15. April 2006: Osternachts-Gottesdienst in der Blessed Gérard's Kirche mit Taufe von Mxolisi, Mpilwenhle, Siyabonga, Nthuthuko und Nothando vom Blessed Gérard's Kinderheim


18. April 2006: Requiem und Beerdigung von Clare Kalkwarf im Blessed Gérard's Pflegezentrum


19. April 2006: Die Familie Kalkwarf pflanzt einen Baum neben dem Grab von Clare Kalkwarf - wie sie das in einer Ergänzung zu ihrem Testament gewünscht hatte. Die Kinder des Blessed Gérard's Kinderheimes waren dabei.

20. April 2006: Außerordentliche Versammlung des Rates der Dedizierten Mitglieder der Brotherhood of Blessed Gérard:

Beschlüsse:

  1. Der Beschluss wurde gefasst, Hochwürdigen Herrn Pfarrer Siphosenkosi Titus, Frau Susanne Stauffer und Herrn Diakon Thomas Müller dazu einzuladen, die Aufnahme als Kandidaten zur Dedizierten Mitgliedschaft in der Brotherhood of Blessed Gérard zu beantragen. Aufgrund der besonderen Umstände wurde weiterhin beschlossen, dass die drei Kandidaten schon während ihrer Kandidatur als Dedizierte Mitglieder agieren könnten.
  2. Es wurde beschlossen, dass Frau Susanne Stauffer Projektkoordinatorin des Blessed Gérard's Kinderheimes werden soll.

Ebenso übernahm sie die Aufgaben der Stellvertretung des Geschäftsführers der Brotherhood of Blessed Gérard und des Blessed Gérard's Care-Zentrums.

21 - 29. April 2006: Susanne Stauffer geht in Heimaturlaub.


15. Mai 2006: 13. Jubiläum des Blessed Gérard's Seniorenclubs und 6. Jubiläum des Blessed Gérard's Kinderheimes.


20. Mai 2006: Sr. Flicka Will mit Patienten und Kolleginnen im Blessed Gérard's Hospiz


11. Juni 2006: Ausflug mit Kindern des Blessed Gérard's Kinderheimes zum Hafen von Durban.


25. Juni 2006: Johannisfeier mit Überreichung der Schulterklappen and die neuen (Kandidaten und agierenden) dedizierten Mitglieder der Brotherhood of Blessed Gérard, Pfarrer Sipho, Frau Susanne Stauffer und Diakon Thomas Müller.
Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 26 - Johannisfeier 2006


23. Juli 2006: Geburtstagsfeier für Angelika Müller


13. August 2006: Ausflug mit Kindern des Blessed Gérard's Kinderheimes zur "uShaka Marine World" in Durban


27. August 2006: Ausflug mit Johannes Lagleder und Kindern des Blessed Gérard's Kinderheimes zum Gateway in Umhlanga Rocks

1. September 2006: 2. Jahrestag der Ankunft von Frau Susanne Stauffer


5. September 2006: Ein weiteres ausgesetztes Mädchen (Wir nennen sie Magdalena Zulu) macht sich ihrer neuen "Mutter" Susanne Stauffer, der Projektkoordinatorin des Blessed Gérard's Kinderheimes bekannt.


18. September 2006: Sibusiso (Zulu für Benedikt) war der Name, den wir für einen Sozialwaisen gewählt haben, der nur zwei Stunden nach seiner Geburt zu uns kam. Susanne Stauffer stellt ihn den anderen Kindern im Blessed Gérard's Kinderheim vor.

28. September 2006: Das Südafrikanische Innenministerium verlängert Susanne Stauffers Aufenthaltserlaubnis bis zum 25. September 2009.


29. September 2006: Susanne Stauffer misst sich im Zulu-Tanz mit der Weltspitze ... und wir feiern die Verlängerung ihres Visums, d.h. die Tatsache, dass sie für immer bei uns bleiben wird.


30. September 2006: Susanne Stauffer, Diakon und Frau Müller und Pater Gerhard machen eine Dankwallfahrt nach Oetting,
Lourdes

 und Tschenstochau (alle Orte sind in Südafrika!) dafür, dass Frau Stauffer die Erlaubnis bekam, bei uns zu bleiben.


1. Oktober 2006: Kinder des Blessed Gérard's Kinderheimes machen einen Ausflug zum Streichelzoo Flagfarm

15. Oktober 2006: Feier des Festes des Seligen Gerhard mit der Feier des 10. Jahrestages der Kirchweihe der Blessed Gérard's Kirche und der Einweihung des Blessed Gérard's Pflegezentrums


Während des Festaktes zum 10-jährigen Bestehen wurde Frau Susanne Stauffer der Preis des Präsidenten der Brotherhood of Blessed Gérard für 2006 überreicht.
Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 26 - Fest des Seligen Gerhard 2006 - Festakt 10 Jahre Blessed Gérard's Kirche und Pflegezentrum
Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 26 - Fest des Seligen Gerhard 2006 - Unterhaltung für Jung und Alt


16. Oktober 2006: Der neue Studiersaal und Speisesaal des Blessed Gérard's Kinderheimes werden erstmals benutzt.

Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 26 - Weihnachtswünsche 2006


2. Januar 2007: Entlassung eines Kindes vom Blessed Gérard's Kinderheim


14. Januar 2007: "Mutter" Susanne Stauffer beim Sonntagsflug mit Kindern des Blessed Gérard's Kinderheimes nach Umhlanga Rocks.


17. Januar 2007: Schulanfang (Das Schuljahr beginnt in Südafrika im Januar) auch für Kinder vom Blessed Gérard's Kinderheim.


20. Januar 2007: Susanne Stauffer feiert ihren Geburtstag mit "ihren" Kindern.


21. Januar 2007: Beim Sonntagsausflug mit Kindern vom Blessed Gérard's Kinderheim nach Ballito.


28. Januar 2007: Kinder vom Blessed Gérard's Kinderheim beim Sonntagsausflug.


18. Februar 2007: Kinder vom Blessed Gérard's Kinderheim beim Sonntagsausflug.


19. Februar 2007: Sibusiso war seit dem Tag seiner Geburt bei uns gewesen - seine Mutter hatte ihn vergeblich abzutreiben versucht und hatte gedroht, ihn nach der Geburt zu töten - wird vom Blessed Gérard's Kinderheim entlassen.


11. März 2007: Dies ist keine Werbung für Zahnpasta, sondern glückliche Kinder mit ihrer "Mutter" beim Sonntagsausflug in Durban.


15. April 2007: Acht Kinder vom Blessed Gerard's Kinderheim (Magdalena, Dumisile, Lethiwe, Sipho, Evander, Tamia, Jamie and Jonade) werden getauft. 


7. Juni 2007: Vorstandssitzung der Brotherhood of Blessed Gérard und des Blessed Gérard's Care-Zentrums: Pater Gerhard tritt von seinem Amt als Finanzkurator der Brotherhood of Blessed Gérard zurück. Susanne Stauffer wird zur neuen Finanzkuratorin der Brotherhood of Blessed Gérard gewählt und übernimmt unsere Finanzverwaltung.


18. - 26. Juni 2007: 15 Teilnehmer/innen der "Malteser-Reise zu Pater Gerhard in Südafrika" kommen zu Tagen der Besinnung, der Mithilfe und zum Genießen unserer Sehenswürdigkeiten.

24. Juni 2007: Hochfest des Heiligen Johannes des Täufers

Hochamt mit Investitur von Pfarrer Sipho Titus, Frau Susanne Stauffer und Diakon Thomas Müller als Dedizierte Mitglieder der Brotherhood of Blessed Gérard
Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 27 - Investitur der neuen Dedizierten Mitglieder Pfarrer Sipho Titus, Frau Susanne Stauffer und Diakon Thomas Müller

28. Juni 2007: Abschied von unserem alten Einsatzfahrzeug "Secondary Emergency Vehicle" (SEV) , den wir eintauschten beim Kauf

unseres neuen Hauskrankenpflege-Fahrzeuges "Home Care Vehicle" (HCV).


3. September 2007: Unser Sipho Qeda vom Blessed Gerard's Kinderheim stirbt im Krankenhaus Stanger nach langer Krankheit. Ausführlicher Bericht: Geschenk des Herrn


7. September 2007: Wir feiern das Requiem für Sipho Qeda von unserem Kinderheim in der Blessed Gerard's Kirche, dann beerdigen wir ihn am Friedhof der Abtei Inkamana.


18. September 2007: Marcelle Joubert vom Hospiz- und Palliativpflegeverband Südafrikas (HPCA) besucht uns und hilft uns mit Hospiz-Statistiken.


16. - 24. November 2007: Unser Mitglied Gregor Tautz aus Deutschland besucht uns wieder. Sein Artikel "Eine neue Heimat für die Aids-Waisenkinder von Mandini" vom 30. Juni 2002 im Regensburger Bistumsblatt war der Anlass, dass Frau Susanne Stauffer sich entschloss, zu uns zu kommen. Herr Tautz zeichnet mehrere Interviews über unsere Arbeit auf und macht viele Fotos, die er zur Öffentlichkeitsarbeit in Radio und Presse in Deutschland verwenden wird.


21. November 2007: Unser unschlagbares Trio: Carolyn Nunn (Sekretärin), Susanne Stauffer (Finanzkuratorin) & Caroline Beaumont (Haushälterin)


24. Dezember 2007: Weihnachtssingen und Bescherung für die Patienten im Blessed Gérard's Hospiz


24. Dezember 2007: Die "Familie" unseres Kinderheims am Heiligen Abend


25 Dezember 2007: 25 Kinder des Blessed G����rard's Kinderheims machen einen Weihnachtsausflug in den Wildpark Hluhluwe.

Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 27 - Weihnachtswünsche 2007


11. Januar 2008: 2230 Uhr: Blessed Gérard's Kinderheim ist wieder ganz voll. Der letzte freie Platz wurde heute durch Mbali Susanna - wie wir sie genannt haben - eingenommen. Mbalis Mutter besuchte heute ihren verflossenen Freund, legte ihm Mbali aufs Bett und verschwand. Laut Polizeibericht weiß der Freund nicht, wo seine verflossene Freundin jetzt wohnt, ob er wirklich der Vater ist und kann sich ohnehin nicht um das Kind annehmen weil er weder ein Einkommen hat, noch weiß wie man mit Neugeborenen umgeht. Die Polizei hatte ihn zum staatlichen Sozialamt geschickt und die Sozialarbeiterin sagte ihm schlicht und einfach, sie könne ihm auch nicht helfen. So sind es wiederum nur wir, die - um des Kindes wegen - bereit sind, sich um sie anzunehmen und wir haben uns auch sofort in Mbali verliebt: Liebe auf den ersten Blick! Wie könnte es anders sein?


16. Januar 2008: Schulanfang (Das Schuljahr beginnt in Südafrika im Januar). Die Kinder des Blessed Gérard's Kinderheimes auf dem Weg zur Schule.


21. Januar 2008: Susanne Stauffer feiert ihren Geburtstag mit uns allen.


1. Februar 2008: Hoher Besuch: Abt Gottfried Sieber OSB und Pater Leo Eireiner OSB kommen uns besuchen. Als Benediktiner sind sie von unserem Sibusiso (das ist Zulu für "Benedikt") natürlich besonders begeistert.


5. - 19. Februar 2008: Der Malteserorden, dessen südafrikanischen Hilfsorganisation wir sind, führt eine Visitation (Wirtschaftsprüfung und Supervision) bei uns durch. Eine der Visitatoren ist Dr. Marie Theres Benner von Malteser International.

21. Februar 2008: "Hauptversammlung" der Dedizierten Mitglieder der Brotherhood of Blessed Gérard mit Neuwahlen des Vorstandes:

<font color="#000080">Frau Susanne Stauffer</font> wurde als <font color="#000080">Finanzkuratorin</font> wiedergewählt.

Wir danken Frau Stauffer  für Ihre gute Arbeit in der vergangenen Amtsperiode und wir gratulieren ihr zur Wiederwahl. Der neue Vorstand ist auf zwei Jahre gewählt.

Susanne Stauffer wird auch zur Projetleiterin des Blessed Gérard's Hilfsfonds für arme Kranke, des Blessed Gérard's Nothilfe Fonds und des Blessed Gérard's Stipendien-Fonds ernannt.


23. Februar 2008: Ein großer Tag: "Die Erweiterung Nr. 1" unseres Kinderheimes wird bezogen. Susanne Stauffer zieht mit acht Kindern in den neuen Trakt ein.

26. März - 17. April 2008: Susanne Stauffer geht in Heimat"urlaub" nach Ebnath/Deutschland und war schon vor ihrer Abreise ziemlich ausgebucht mit Spendenwerbungs- und Öffentlichkeitsarbeits-Terminen.


10. April 2008: Von unserem Mitglied Josef Söllner aus Ebnath erreicht uns diese gute Nachricht: "Gründung Missionskreis Mandeni. Ebnath. (soj) Die Ebnather Missionarin Susanne Stauffer befindet sich zur Zeit auf Heimaturlaub. In ihrer Heimatpfarrei Sankt Ägidius Ebnath ist nun die Idee entstanden, zur Unterstützung von Susanne Stauffer, die unentgeltlich ihren Dienst an den Armen dieser Welt im Kinderheim in Mandeni verrichtet, einen Missionskreis zu gründen. Zu dem Informationsabend, zu dem Pfarrer Janusz Kloczko und Kirchenpfleger Werner Hoffmann eingeladen hatten, kamen zahlreiche Interessierte in das Pfarrgemeindehaus. Aus erster Hand erfuhren sie von Susanne Stauffer vieles von ihrem Wirken bei den Kindern in Südafrika. Da dieses Projekt in Südafrika ausschließlich aus Spenden finanziert wird, ist Susanne Stauffer im Namen der Kinder allen Spendern von Herzen dankbar. Spontan erklärten sich viele Anwesende bereit, dem Missionskreis beizutreten und durch kleine, monatliche Geldspenden dazu beizutragen, dass ihre "Susi", so wird die Missionarin von den Ebnathern liebevoll genannt, auch weiter das Elend der unschuldigen Kinder in Südafrika etwas mildern kann. Wer sich dem Missionskreis künftig anschließen will, kann sich beim Pfarrer oder Kirchenpfleger melden. Bild zeigt die Gruppe von hilfsbereiten Menschen, die den Missionskreis Mandeni in der Pfarrei Ebnath gegründet haben."


5. Juni 2008: Für drei Tage war unser Kinderheim auf 44 Kinder angewachsen: Das Haus dieser Familie war abgebrannt. Die Eltern fanden Unterkunft bei Verwandten und hatten keinen Platz für die Kinder und die freuten sich darüber drei Tage mit unseren Kindern im Kinderheim zu verbringen, mit denen sie ohnehin gemeinsam zur Schule gehen.


15. Juli 2008: Ein höchst erfreulicher Tag: Nach neun Jahren verbissenen, aber vergeblichen Kampfes gegen die Windmühlen ineffizienter Bürokratie ist es uns letztendlich gelungen das Sorgerecht für fünfzehn weitere Kinder unseres Kinderheimes (Ntuthuko, Mbali, Slondeko, Mpilwenhle, Mxolisi, Brian, Gerard, Lethiwe, Phiwa, Sihle, Hope, Bongani, Flora, Nhlanhla und Dumisile) vom Vormundschaftsgericht zugesprochen zu bekommen.


21. Juli 2008: Wir bedanken uns beim "Brian Boswell's Circus", der unseren Kindern freien Eintritt zu seiner Vorstellung in Mandeni gewährte.


22. Juli 2008: Kinder des Blessed Gérard's Kinderheimes wünschen Frau Angelika Müller "zum (morgigen) Geburtstag viel Glück"!


8. August 2008: Wiseman Qinisani Zulu übernimmt die Leitung des Blessed Gérard's Erste Hilfe & Notdienstes und des Blessed Gérard's Katastrophenschutz-Projektes von Pater Gerhard.


18. August 2008: Nachdem unser Vorstand beschlossen hatte, dass nicht nur Projektleiter, sondern auch Mitglieder der Geschäftsführung eine blaue Kordel an ihren Schulterklappen tragen, bekommen Caroline Beaumont und Carolyn Nunn ihre neuen Schulterklappen.


19. August - 12. September 2008: Unsere Mitglieder Hubert und Rosa Stauffer, Susanne Stauffers Eltern, kommen zu Besuch.  

12. Oktober 2008: Wir feiern das Fest des Seligen Gerhard:

unsere neuen Abteilungsleiter


unsere neue Projektverwalterin werden ernannt.

und Frau Susanne Stauffer wird das Ehrenzeichen der Brotherhood of Blessed Gérard verliehen.
Siehe Artikel: Fest des Seligen Gerhard.

1. Dezember 2008: World AIDS Day

Susanne Stauffer, Dr. Nzimande, Victor Himunchul und Wiseman Zulu nehmen an Feierlichkeiten von Nampak in deren Fabriken in iSithebe teil. Die Belegschaft von Nampak hatte Geschenke für Blessed Gérard's Kinderheim gesammelt und sie besuchten dann auch das Blessed Gérard's Kinderheim am Nachmittag, wo die Belegschaft beim Spielen mit unseren Kindern mindestens ebenso viel Freude hatten, wie die Kinder. Die Belegschaft von Nampak waren so sehr beeindruckt, wie gut Blessed Gérard's Kinderheim sich um die Kinder annimmt, dass sie spontan versprachen, uns auch in Zukunft zu unterstützen.


15. Dezember 2008: Abschiedsfeier für Susanne Stauffer im Blessed Gérard's Care-Zentrum


16. Dezember 2008: Susanne Stauffer kehrt nach mehr als vier Jahren höchst hingebungsvoller ehrenamtlicher Mitarbeit in Mandeni in ihre Heimat nach Deutschland zurück.

Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 28 - Weihnachtswünsche 2008

Brotherhood of Blessed Gérard - Rundbrief Nr. 28 - Abschied von Diakon Thomas und Frau Angelika Mueller und von Frau Susanne Stauffer

Von Herzen Dank und Anerkennung für Deinen großartigen Dienst, Deinen Idealismus, Enthusiasmus, Fleiß und Frohsinn, Deine Selbstlosigkeit, Freundlichkeit, Hingabe, Verlässlichkeit und Unermüdlichkeit!

Du hast Großes und Großartiges geleistet.

Du hast uns unendlich viel geholfen.

Du bist uns zur Seite gestanden in äußerst schwierigen Zeiten.

Du warst ein Beispiel für uns alle.

Möge Dir der gute Gott in seiner unermesslichen Gnade mit seinem Segen reichlichst lohnen was Du an uns, für uns und mit uns Gutes getan hast!

Wir werden Dir mit all denen, die uns anvertraut sind, stets zu größtem Dank verpflichtet bleiben.

Abschied von Diakon Thomas und Frau Angelika Müller - 11. August 2008

Diakon Thomas und Frau Angelika Müller

waren in den drei Jahren vom 16. August 2005 - 11. August 2008 bei uns als freiwillige Helfer.





Von Herzen Dank und Anerkennung für Euren großartigen Dienst, Euren Idealismus, Enthusiasmus, Fleiß und Frohsinn, Eure Selbstlosigkeit, Freundlichkeit, Hingabe, Verlässlichkeit und Unermüdlichkeit!

Ihr habt Großes und Großartiges geleistet.

Ihr habt uns unendlich viel geholfen.

Ihr seid uns zur Seite gestanden in äußerst schwierigen Zeiten.

Ihr wart ein Beispiel für uns alle.

Möge Euch der gute Gott in seiner unermesslichen Gnade mit seinem Segen reichlichst lohnen was Ihr an uns, für uns und mit uns Gutes getan habt!

Wir werden Euch mit all denen, die uns anvertraut sind, stets zu größtem Dank verpflichtet bleiben.


 

 

Investitur der neuen Dedizierten Mitglieder Pfarrer Sipho Titus, Frau Susanne Stauffer und Diakon Thomas Müller - 24. Juni 2007

Der Höhepunkt des Jahres 2007

Investitur der neuen Dedizierten Mitglieder

Pfarrer Sipho Titus, Frau Susanne Stauffer und Diakon Thomas Müller

Unsere Statuten besagen in Nr. 5.1.1.: "Die Dedizierten Mitglieder der Bruderschaft weihen sich Jesus Christus und seinem Leib, der Kirche (vgl. 1 Kor 12,27) mit ihrem ganzen Herzen, mit ihrer ganzen Seele und mit all ihrer Kraft (vgl. Dtn 6,5) im Bestreben in ihrem ganzen Leben als Mitglieder ihrer Familie, an ihrem Arbeitsplatz und in ihrer Freizeit Sauerteig (vgl. Gal 5,9) der Liebe Gottes zu sein. Darüber hinaus ist es ihre besondere Aufgabe, Aktivitäten der Bruderschaft zu initiieren, zu ermöglichen, zu leiten, zu unterstützen und für diese Verantwortung zu tragen. Nur getaufte und gefirmte Mitglieder der Römisch-Katholischen Kirche, die für ihren hervorragenden Charakter, ihre Loyalität zur Kirche und ihr gutes christliches Leben bekannt sind, können Dedizierte Mitglieder werden. Die Beendigung der Mitgliedschaft in der Kirche hebt automatisch die Dedizierte Mitgliedschaft in der Bruderschaft auf."

Pfarrer Sipho, Frau Stauffer und Diakon Müller legten ihr privates Versprechen ab: "Herr Jesus Christus! Du hast mich gnädig berufen, Dir als Mitglied der Brotherhood of Blessed Gérard zu dienen. Auf die Fürsprache unserer Schutzpatrone, der Seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, des Heiligen Johannes des Täufers und des Gründers des Ordens des Heiligen Johannes, des Seligen Gerhard Tonque, bitte ich Dich: Gib mir den Mut, den Glauben an Dich als ein überzeugendes Vorbild zu leben und unserem Nächsten in Liebe zu begegnen, besonders den Notleidenden, Alten, Behinderten, Kranken und Verletzten. Gib mir die nötige Kraft nach diesem Vorsatz als aufrechter Christ selbstlos im Geist Deines Evangeliums zu leben - zur Ehre Gottes - für den Frieden der Welt und das Wohl unserer Gemeinschaft.
Ich verspreche hiermit, den Glauben zu schützen und den Armen unseres Herrn Jesus Christus zu dienen in meiner Hingabe an das Apostolat der Katholischen Kirche in Werken der Nächstenliebe als Dediziertes Mitglied der Brotherhood of Blessed Gérard. Ich weihe mich Jesus Christus und seinem Leib, der Kirche, mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele und mit all meiner Kraft. Ich werde mich mühen in meinem ganzen Leben Sauerteig der Liebe Gottes zu sein als Mitglied meiner Familie, in meiner Arbeit und in meiner Freizeit.
Möge Gott mir helfen, mich leiten und stärken meine Berufung zu erfüllen. Amen."

 
Anschließend unterschrieben sie ihr Versprechen am Altar.


Abt Gottfried segnete die Umhänge der neuen dedizierten Mitglieder:

"Gott verwendet Zeichen, um sein außerordentliches Erbarmen zu uns zum Ausdruck zu bringen. Auch wir verwenden Zeichen, um unsere Dankbarkeit, unsere Bereitschaft Gott zu dienen und unseren Entschluss und unser Versprechen unsere Taufweihe mit Leben zu erfüllen auszudrücken. Dieser Umhang ist ein Zeichen der Aufnahme in die Brotherhood of Blessed Gérard als Dediziertes Mitglied. Damit drückt der Umhang die Absicht aus, im Geist dieser Gemeinschaft zu leben. Diese Absicht erneuert unser Taufgelübde Christus anzuziehen mit der Hilfe Mariens, deren eigene größte Sehnsucht es ist, dass wir Christus ähnlicher werden im Lobpreis der Dreifaltigkeit, bis wir einst, gekleidet für das Hochzeitsmahl unsere himmlische Heimat erreichen.
Allmächtiger Gott, + segne diese Umhänge und gib denen, die sie tragen, die Gnade ihr abgelegtes Versprechen einzulösen, die Seligpreisungen der Bergpredigt in die Tat umzusetzen im Schutz des Glaubens und im Dienst an den Bedürftigen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen."


Die Dedizierten Mitglieder Dr. und Schwester Thabethe investierten die neuen Dedizierten Mitglieder mit dem Umhang während Pater Gerhard sagte:

"Empfange diesen Umhang als Zeichen Deiner Aufnahme als Dediziertes Mitglied in die Brotherhood of Blessed Gérard. Führe Dein Leben auf solche Weise, dass Du mit Hilfe der Gottesmutter, des Heiligen Johannes des Täufers und des Seligen Gerhard Dich mehr und mehr mit Christus bekleidest, der uns durch sein Blut erlöst hat, zur Ehre der Dreifaltigkeit und zum Dienst an der Kirche und Deinem Nächsten. Amen."


Abt Gottfried spendete ihnen einen speziellen Segen:

"Der allmächtige Gott segne Euch mit seiner Sanftmut und Freundlichkeit und gebe Euch den Einblick in seine erlösende Weisheit. Amen. Möge er Euch weiterhin mit der Lehre des Glaubens nähren und Euch fähig machen beständig zu bleiben in der Rechtschaffenheit. Amen. Möge Er allezeit Eure Schritte auf Ihn hin lenken und Euch stets auf dem Weg des Friedens und der Nächstenliebe geleiten. Amen. So segne Euch der allmächtige Gott, der + Vater und der + Sohn und der + Heilige Geist. Amen."

Das Gebet für die Dedizierten Mitglieder: "Gott, Du Urheber und Vollender aller Heiligkeit, Du rufst alle, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind zur Fülle des christlichen Lebens und zur Vollendung der Nächstenliebe. Blicke in Deiner Gnade auf jene, die voller Hingabe diesen Umhang der Brotherhood of Blessed Gérard empfangen haben. Schenke ihnen ein Leben lang Anteil am Abbild Christi, Deines Sohnes und nachdem sie mit der Hilfe der Jungfrau und Mutter Maria, des Seligen Gerhard und aller Heiligen ihre irdische Sendung erfüllt haben, nimm sie auf in die Freude Deiner himmlischen Heimat. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen."


Abschließend wurden die neuen Dedizierten Mitglieder von den anderen Dedizierten Mitgliedern in ihrem Kreis willkommen geheißen.


Im Gedenken an Clare Kalkwarf - 9. April 2007

Im Gedenken an Frau Clare Ann Kalkwarf D.M.

Gedenkgottesdienst zum 1. Jahrestag der Ermordung Clare Kalkwarfs


Der Administrator der Diözese Eshowe, Pfarrer Jabulani Ndaba, zelebrierte am 9. April 2007 ein Hochamt im Gedenken an Clare Kalkwarf.


Wir brachten eine Erinnerungstafel in der Kirchenmauer über Clares Grab an


und Pfarrer Ndaba segnete das Grab.


Ausführliche Dokumention bei: In loving memory of Mrs Clare Ann Kalkwarf D.M.

Diakon Thomas Müllers Internet Seiten - Weihnachten 2006

Platzhalter!

Der Text folgt!

Clare Kalkwarf wurde am 6. April 2006 ermordet.

Im Gedenken an

Frau Clare Ann Kalkwarf D.M.

13. Oktober 1949 - 6. April 2006


Clare Kalkwarf war eine Magistraldame des Souveränen Malteser- Ritterordens und Trägerin der Silbernen Verdienstmedaille des Malteserordens.

Sie war

  • ein Gründungsmitglied, die Vizepräsidentin und Geschäftsführerin der Brotherhood of Blessed Gérard,
  • die Vizedirektorin und Geschäftsführerin des Blessed Gérard's Pflegezentrums,
  • die Projektmanagerin des Blessed Gérard's Hospiz HAART Programms,
  • die Projektkoordinatorin des Blessed Gérard's Kinderheimes, Blessed Gérard's Entwicklungshilfe- Zentrums, Blessed Gérard's Stipendien-Fonds, Blessed Gérard's Fonds für arme Kranke und des Blessed Gérard's Nothilfefonds,
  • eine Pfarrangehörige und lange Zeit Pfarrgemeinderatsmitglied der Pfarrei St. Anton in Mandeni in der Diözese Eshowe, Südafrika.
  • ein Vorstandsmitglied der CATHCA (Katholischer Gesundheitspflegeverband), eine Südafrikanische nationale Vereinigung von kirchlichen Gesundheitspflege-Organisationen,
  • ein Arbeitsgruppenmitglied des Interdiözesanen AIDS Komitees der Katholischen Kirche in der Provinz kwaZulu/Natal und
  • die Schriftführerin des Diözesanen AIDS Komitees von Eshowe.

Das letzte Bild von Clare Kalkwarf zu Lebzeiten

aufgenommen von Diakon Müller am 6. April 2006 um 17:43 (ca. 5 Stunden vor ihrer Ermordung). Sie zeigt gerade Kindern des Blessed Gérard's Kinderheimes Bilder ihrer letzten Lourdes Wallfahrt.


Clare Kalkwarfs Ermordung

Am 6. April 2006 gegen 19°° Uhr kam Clare Kalkwarfs Mann Geoff nach Hause. Beim Aufsperren der Türe sprangen vier bewaffnete Männer aus dem Busch und drangen ins Haus ein. Sie fesselten Geoff, bedeckten ihn mit einem Bettlaken und begannen, die Habseligkeiten aus dem Haus auszuräumen. Dann warteten sie darauf, bis Clare gegen 23°° Uhr von einer Vorstandssitzung der Brotherhood of Blessed Gérard zurückkam. Sie stellte ihr Auto in der Garage ab, sperrte die Tür auf und fand einen Fremden in der Küche, den sie zur Rede stellte. Ahnend, was los war, lief sie aus dem Haus. Dort warteten drei andere, die Clare festhielten, mit einem Messer am rechten Unterarm schwer verletzten und dann in den Rücken stachen. Sie brachten sie ins Haus zurück und schossen ihr von hinten durch den Brustkorb und sie war sofort tot (23:02 Uhr). Dann räumten sie das Diebesgut in Clares Auto und fuhren davon. Wohl weil die Polizeisirenen zu hören waren, hatten sie keine Zeit mehr, auch Geoff zu erschießen und suchten das Weite. Geoff geht es den Umständen entsprechend stabil und außer dem Schreck und Schock ist er unverletzt. Wir sind absolut sprachlos und bitten um Euer Gebet.


Das ewige Licht leuchte ihr!

Clare Kalkwarfs Leben

Wer war Clare Kalkwarf?

Clare Kalkwarf war ein Mensch, der seine Berufung mit absoluter Hingabe und seinen Glauben mit letzter Konsequenz lebte. Es war eine Ehre, sie kennen gelernt zu haben, und ich hatte das Privileg, seit 1991 eng mit ihr zusammenzuarbeiten. Sie war Mitbegründerin der Bruderschaft und ohne sie wäre die Bruderschaft nie entstanden und hätte sich auch nicht zu der Organisation entwickelt, die sie heute darstellt. Es war nicht nur ihre einzigartige Effizienz und Entschlossenheit, alles nur Menschenmögliche zu tun, um die Leiden der Kranken, der Armen und der Verzweifelten zu lindern, es war auch gerade ihre mütterliche Art, die die Herzen gewann. Wenngleich sie aus der Verwaltung und dem Geschäftsleben kam, würde sie durchaus einen Ehrentitel in der Krankenpflege, Sozialarbeit und Seelsorge verdienen. Wenn ich manchmal den Kopf hängen ließ, wenn manches nicht klappte oder wenn wir mit Problemen konfrontiert waren, war es immer sie, die den stärkeren Glauben und absolutes Vertrauen in Gottes Hilfe hatte. Ihr vielleicht liebster Platz auf dieser Erde war die Kapelle im Blessed Gérard's Pflegezentrum in Mandeni. Eben dort feierten die Dedizierten Mitglieder der Bruderschaft gemeinsam die Heilige Messe und nur zwei Stunden später, nach einem gemeinsamen Abendessen mit den Dedizierten Mitgliedern, fuhr sie nach Hause und wurde erstochen und erschossen. Ich bin davon überzeugt, dass sie jetzt vom Himmel zu uns herunterschaut, und weil ich ihr Organisationstalent kenne, bin ich mir sicher, dass sie inzwischen das himmlische Protokoll herausgefunden hat und bereits die himmlische Unterstützung für die Leute, die ihr hier auf Erden anvertraut waren, von oben her organisiert. Ohne vermessen sein zu wollen, möchte ich einfach zitieren, was schon manch andere Leute über Clare gesagt haben: "Sie ist eine dieser unerkannten Heiligen."

Dem schließe ich mich an und ich bin stolz, dass ich eine so segensreiche Zeit ihren Glauben und ihre Berufung mitleben durfte.

Pater Gerhard T. Lagleder OSB

Clare Kalkwarfs Leben und Berufung in der Brotherhood of Blessed Gérard

Zusammen mit ihrem Mann Geoff, Dr. Paul Thabethe, Sr. Nokuthula Thabethe und Pater Gerhard war sie am 28. Oktober 1992 Mitbegründerin der Brotherhood of Blessed Gérard. Clare sagte in einem Interview von Pater Martin Trieb OSB: "Meine persönliche Motivation zur Gründung der Bruderschaft war, der Gemeinde im Umkreis zu helfen. Mein ganzes Leben lang war ich auf die eine oder andere Weise im karitativen Bereich engagiert, aber dies war eine Möglichkeit für mich, dass ich mich offiziell für die Hilfe für andere Menschen einsetze, um mit anderen Menschen zusammenarbeiten zu können und wirklich in der Gemeinde etwas zu bewegen, damit es nicht nur ein wenig Hilfe hier und ein wenig Hilfe dort war, sondern ein Weg, dass wir wirklich für die Menschen in unserem Umkreis etwas bewirken konnten. Ich hatte die große Armut und vielen sozialen Probleme, speziell familiäre Probleme in der Gemeinde vor Augen. So war es eine Möglichkeit für mich, mich einzusetzen und auf eine Weise zu helfen, die für die Gemeinde eine große Wirkung haben würde."

Clare Kalkwarf wurde in den Malteserorden aufgenommen

Für Südafrika ist es eine Ehre, dass sie als erste Südafrikanerin feierlich in den Malteserorden aufgenommen wurde. Am 9. Juli 2000 kam der Großhospitalier, der auf internationaler Ebene für die Arbeit der Hilfsorganisationen des Malteserordens verantwortlich ist, extra anlässlich dieser Feier den weiten Weg von Rom nach Mandeni und nahm Frau Kalkwarf als Devotionsdonatin in den Malteserorden auf. So legte Frau Kalkwarf, die verheiratet war und drei Kinder hat, keine Ordensgelübde wie eine Klosterfrau ab, sondern setzte ihre Zeit und Kraft für die Ziele des Ordens ein. Clare Kalkwarf schrieb über ihre Einkleidung: "Ich fühle mich sehr geehrt durch die Auszeichnung, in diesem Heiligen Jahr 2000 in den Souveränen Malteser Ritterorden, die 900 Jahre alte 'unvergängliche Bruderschaft' des Seligen Gerhard, aufgenommen worden zu sein. Ich werde den 9. Juli stets im Gedächtnis bewahren, den Tag, der meinem Leben eine neue Wende gegeben hat. Ich möchte Gott dafür danken, dass er mich für würdig erachtet hat, ihm zu dienen. Ich werde mich nach Kräften bemühen, gemäß dem Versprechen, das ich abgelegt habe, zu leben und werde das Kreuz und das Kleid des Ordens als Zeichen dafür tragen, dass ich loyal zu meiner Berufung stehe, die in unserem Leitspruch 'tuitio fidei et obsequium pauperum' ihren Ausdruck findet. Demütig nehme ich die Verantwortung auf mich, die erste Südafrikanerin zu sein, die ein Mitglied des Malteser Ritterordens wird und weiterhin den Präsidenten der Brotherhood of Blessed Gérard bei der Einführung und Ausbreitung des Malteserordens und seiner Spiritualität in unserer Gemeinde und unserem Lande zu unterstützen. ... Schließlich möchte ich all denen danken, die mit mir zusammen arbeiten, die mir helfen und die mich unterstützen.

Clare Kalkwarf D.M."

Seine Hoheit und Eminenz, der Fürst und Großmeister des Malteserordens, Frà Andrew Bertie, verlieh Frau Clare Kalkwarf, Herrn Dr. Paul Thabethe und Frau Nokuthula Thabethe in Würdigung ihrer hervorragenden Verdienste um der Gründung und Entwicklung der Brotherhood of Blessed Gérard die Medaille des Verdienstordens des Malteserordens in Silber. Albrecht Freiherr von Boeselager überreichte die Auszeichnungen.

Der Souveräne Rat des Malteserordens in Rom hatte beschlossen, Frau Clare Kalkwarf in Anerkennung ihrer herausragenden Verdienste für die Arbeit des Malteserordens in der Brotherhood of Blessed Gérard vom Rang einer "Devotionsdonatin" zur "Magistraldame" zu befördern.

Der Großkomtur des Malteserordens, der der Stellvertreter des Großmeisters ist, überreichte Frau Kalkwarf das Ordenskreuz, als er anlässlich des 10- jährigen Jubiläums der Gründung der Brotherhood of Blessed Gérard und der Einweihung des neuen Gebäudes für Blessed Gérard's Kinderheim am 15. Dezember 2002 nach Mandeni kam.

Pater Martin Trieb OSB interviewte Clare Kalkwarf zur Vorbereitung seines Filmes "Eine unvergängliche Bruderschaft". Er fragte: "Auf Ihrer Tür steht ?Geschäftsführerin. Was sind ihre Aufgaben als Geschäftsführerin? Was macht sie glücklich und was sind ihre Probleme? Was ist die Aufgabenbeschreibung einer Geschäftsführerin?" Clare Kalkwarf antwortete: "Meine Aufgaben schließen das Betreiben und die Verwaltung der gesamten Bruderschaft mit ein, einschließlich des Betreibens des Pflege- und Hospiz-Zentrums und natürlich aller anderen Projekte, die unter die gesamte Bruderschaft fallen. Auf der einen Seite bin ich die Geschäftsführerin der gesamten Bruderschaft und auf der anderen Seite bin ich die Geschäftsführerin des Pflege- und Hospiz-Zentrums, welches unser größtes Projekt ist. Meine Aufgaben umfassen die Korrespondenz, die Buchhaltung, die Spendenwerbung, die Personalverwaltung, die Lösung von Personalproblemen, die Gewinnung von freiwilligen Helfern und deren Einführung. Einer meiner größten Aufgabenbereiche als Geschäftsführerin ist die Mitgliederverwaltung einschließlich der Mitgliederwerbung. Wenn sie kommen, werden sie in Häuslicher Krankenpflege und als Pflegehilfskräfte ausgebildet und ich motiviere sie zum aktiven Dienst. Ich aber sehe meinen Dienst nicht nur als Arbeit an, sondern als Berufung und daher beschränkt sich meine Tätigkeit nicht nur auf das, was in meiner Aufgabenbeschreibung steht. Ich engagiere mich in allen Bereichen der Bruderschaft. Geschäftsführerin zu sein ist nur ein Teil davon, die Verwaltung der Bruderschaft ist ein großer Teilbereich, aber viel wichtiger ist die religiöse Seite und gerade darin sehe ich mehr und mehr auch meine Aufgabe. Als Dediziertes Mitglied kann ich nicht nur Verwaltungsarbeit leisten und mich nicht um die Patienten annehmen, um unser Personal, unsere freiwilligen Helfer und ihre Lebensumstände zu Hause. All das spielt eine Rolle und gehört zu meinem Aufgabenbereich. Ich sage zu unseren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern stets: Meine Tür ist aus Vertraulichkeitsgründen geschlossen, aber nie abgesperrt. Wenn Sie Sorgen haben, kommen Sie! Kommen Sie und sprechen Sie sich aus! Was auch immer ihre Probleme sind, persönlich oder im Bezug auf Ihre Arbeit oder was auch immer, kommen Sie und reden Sie mit mir. Dafür bin ich da. Deshalb ist meine Aufgabenbeschreibung nicht entscheidend für mich, denn obwohl ich dies alles erfülle, empfinde ich es als meine Pflicht, zu der mich Gott berufen hat, dass ich über meine Aufgabenbeschreibung hinaus einfach für alle da bin."


Abschied von Clare Kalkwarf

Die Beerdigung von Clare Ann Kalkwarf am Dienstag, dem 18. April 2006, in der Blessed Gérard's Kirche, Mandeni

Clare Kalkwarf hatte in ihrem Testament geschrieben:

"Ich bitte, dass meine Beerdigung ein frohes Ereignis ist mit leichter und fröhlicher Musik und dass niemand schwarz trägt, außer als Teil einer Uniform - denn dies ist die Feier eines Neubeginns und nicht ein Ende."


Clare Kalkwarf war ab 9°° Uhr aufgebahrt.

Das Requiem wurde um 14°° Uhr gefeiert.

Clare Kalkwarf hatte weiterhin verfügt: "Der Hauptzelebrant sollte Pater Gerhard Lagleder OSB sein".

Wir danken seiner Eminenz, Kardinal Napier und dem Administrator der Diözese Eshowe, Pfarrer Ndaba für ihre freundliche und unkomplizierte Art, Clares letzten Willen zu erfüllen.

Pater Gerhards Predigt

Es war einmal, meine lieben Freunde, ein alter Mann im hügeligen Zululand. Er war einer jener alten Leute, die sehr weise waren und deshalb kamen viele Leute zu ihm und fragten ihn um Rat - ein bisschen wie Clare, zu der so viele Menschen kamen, die um Rat fragten -. Der alte Mann hieß Solomon. Dieser alte weise Mann im hügeligen Zululand hielt Mittagsschlaf in seiner Hütte. Er wurde von einem Geräusch aus dem Schlaf gerissen, so ein Geräusch, wie wir es jetzt von den Kindern unseres Kinderheimes dort droben auf der Empore hören. Es war sogar noch lauter und klang "Wäh, wäh, wäh!" Draußen vor der Hütte fand er ein kleines Bündel und das schrie und als er dieses kleine Bündel vom Boden aufhob, sah er, es war ein kleines Kind. Er dachte: "Vielleicht ist eine Mutter zu mir gekommen und wollte um Rat fragen. Mal sehen, wo die Mutter steckt." Er ging hinter die Hütte und suchte und konnte sie nicht finden. Er wartete den ganzen Tag und sie kam nicht zurück. So behielt er das kleine Bündel Menschheit, den kleinen Jungen bei sich und weil er wie durch ein Wunder zu diesem Jungen kam, nannte er ihn "Mangaliso" (Wunder). Was sollte er mit ihm tun? Als weiser Mann fand er bald heraus, was zu tun war und wie er ihn zu füttern hatte. So blieb der kleine Mangaliso bei ihm, genauso wie die vielen Kinder unseres Kinderheimes. Mangaliso war einer davon - und wie sich Clare um viele solcher Kinder annahm, kümmerte sich auch Solomon um Mangaliso. Als er heranwuchs entwickelte er sich wie jedes Kind und hatte an allem Interesse, was sich um ihn herum ereignete. Deshalb stellte er auch diese tausend Fragen, wie sie nur Dreijährige stellen können. Von einer dieser Fragen möchte ich Ihnen gern genauer erzählen:

"Mangaliso sah den Schwalben zu, wie sie am Himmel auf und ab, hin und her flogen. Er wunderte sich, dass die Schwalben alle so sicher in der Luft leben konnten. Und er sagte zu Solomon: "Ich habe noch nie gesehen, dass eine Schwalbe vom Himmel tot auf die Erde gefallen ist." Solomon gab zur Antwort: "Die Vögel sind fester in Gottes Hand als die Tiere der Erde." Und er erzählte folgendes: "Wenn es bei uns kälter wird, fliegen die Schwalben nach Norden über das Meer, wo dann Sommer ist. Einmal flogen sie dicht gedrängt in großen Schwärmen über das weite Meer. Als sie aber mitten über dem Meer waren, löste sich eine Schwalbe aus ihren Reihen und blieb zurück. Sie war zu schwach für den langen Flug. Die arme Schwalbe sah ihre Schwestern mehr und mehr in der Ferne verschwinden, und schließlich war sie ganz allein. Über ihr der klare Himmel, unter ihr nur Wasser. Sie flatterte ziellos über der Unendlichkeit des Wassers und wurde dabei schwächer und schwächer. Mit der letzten Kraft ihrer Flügel versuchte sie sich in der Höhe zu halten, doch plötzlich fiel sie senkrecht herab, und das Wasser des Meeres nahm sie auf. Das ist die Geschichte von der Schwalbe, die ins Meer stürzte." Und er fügte hinzu: "Die Schwalbe ist nicht aus Gottes Hand gefallen. Denn Gottes Hand hält auch das Wasser." "Gottes Hand hält auch das Wasser", wiederholte Mangaliso nachdenklich."

(zitiert aus "Die Geschichte des Mangaliso" von Albert Herold)

Wir können niemals aus der liebenden Hand Gottes fallen und das war ein Dreh- und Angelpunkt von Clares Glauben. Sie vertraute darauf, dass wir in Gottes Hand geborgen sind.

Und was geschah am 6. April?

Wo war die Hand Gottes?

Diese Frage, so denke ich, haben sich viele von uns gestellt, aber es gibt nur eine Antwort darauf. Und diese eine Antwort ist, dass Gottes Hand unter ihr ausgebreitet war, wie das Meer, das Gottes Hand versinnbildlicht, die Hand Gottes, die sie auffing, als sie fiel. Gott ist für uns da in den schlimmsten Zeiten, die Sie und ich uns gar nicht einmal vorstellen können. In der schlimmsten Zeit, die Geoff durchmachen musste als er zuhörte, wie Clare ermordet wurde. Wir können nie aus der liebenden Hand Gottes fallen.

Meine lieben Freunde, das ist der Glauben, der für Clare charakteristisch war. Sie schrieb in ihrem Testament: "Ich bitte darum, dass meine Beerdigung ein frohes Ereignis wird mit leichter und fröhlicher Musik, denn es ist eine Feier eines Neubeginns und kein Schlusspunkt." Was für ein Osterglauben! Das ist Osterglauben pur! Sie war davon überzeugt, selbst wenn ich mal sterbe, bitte weint nicht, weil ich froh sein werde. Ich werde in diesen Händen Gottes sein und wie wir alle daran glauben, dass im Augenblick unseres Todes Gottes Hand auf uns wartet, um uns aufzunehmen in der einen großen göttlichen Umarmung der christlichen Auferstehung.

Unser Glauben ist tot, wenn er nicht in die Tat umgesetzt wird. Clares Osterglauben war so fest und sie hat ihn ganz in die Tat umgesetzt:

  • Sie brachte Christus zum Leben in all jenen, die sie auf die Taufe, die Erstkommunion und die Firmung vorbereitete, Jahrzehnte lang als Katechetin.

  • Clare brachte Christus zum Leben in ihrer Familie im Annehmen um ihren Mann Geoff, ihre Kinder Sean, Leon und Heather mit einer Liebe, die nur sie wirklich kennen und die Clare in ihrem Testament wiederholt zum Ausdruck gebracht hat.

  • Clare brachte die Liebe Christi zum Leben als sie Mitbegründerin der Brotherhood of Blessed Gérard wurde, um damit ein effizientes Instrument der Kirche zu schaffen, um den Menschen in Not in unserer Gegend wirklich und wahrhaft zu helfen.

  • Clare machte Gottes Liebe für die zahllosen kranken, verzweifelten und bedürftigen Menschen spürbar, die zu uns kamen. Sie half ihnen nicht nur mit einem Federstrich vom Schreibtisch aus als Vizepräsidentin und Geschäftsführerin der Brotherhood of Blessed Gérard, sondern sie legte ganz persönlich Hand an, sie zu versorgen, zu beraten und sich mütterlich um die Kinder in unserem Kinderheim anzunehmen.

  • Clare machte die Liebe Christi auf eine ganz besondere und mütterliche Weise für die Kinder in unserem Kinderheim spürbar. Wenn diese Kinder gefragt werden: "Wer ist denn deine Mutter?", dann antworten sie "Tante Klara" und das zeigt, wie sehr sie für alle sechsunddreißig wirklich Mutter war.

Ich könnte mit einer endlosen Litanei fortfahren, einer endlosen Litanei von guten Taten Clares, aber die lassen sich alle zusammenfassen darin, dass sie den Willen Christi in die Tat umsetzte und das war ihre besondere und persönliche Berufung, den Nächsten zu lieben, wie Christus uns geliebt hat.

Ich denke, ich kann Clares Leben in den Worten der Bibel zusammenfassen: "Ein Mensch kann keine größere Liebe haben, als sein Leben hinzugeben für seine Freunde."

Clare hat ihr Leben für ihre Freunde hingegeben, für ihre Familie, für jene, die ihr anvertraut waren und sie war ein absolut nimmermüdes Beispiel von jemand, der niemals aufgibt, jemand, der nie "Nein" sagt, wenn ein Hilfsbedürftiger ein "Ja" brauchte.

Wir sind hier, um Clares Leben zu feiern.
Wir sind hier, um Clares Auferstehung zu feiern.
Wir sind hier, um den Glauben von Clare zu feiern und um ein riesiges, riesiges, riesengroßes Dankeschön zu ihr zu sagen, um ihr aus ganzem Herzen zu danken, für das, was sie für alle von uns getan hat, und ich denke, dass nur sehr wenige unter uns sind, die nicht auf die ein oder andere Weise Nutznießer von Clares liebender Sorge waren.

Clare hat ihr ganzes Leben dafür geopfert, um in die Tat umzusetzen, was sie jeden Tag im Gebet der Brotherhood of Blessed Gérard betete:

"Herr Jesus Christus -
Du hast mich gnädig berufen, Dir als Mitglied der Brotherhood of Blessed Gérard zu dienen.
Ich danke Dir, dass Du mich gewürdigt hast, diese Aufgabe zu erfüllen.
Demütig bitte ich Dich auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau, des Heiligen Johannes des Täufers, des Seligen Gerhard Tonque und aller Heiligen, dass der Geist unserer Bruderschaft mein Leben und Handeln durchdringe, auf dass ich mich stets Deinem Dienst widme in meiner Familie, unter meinen Freunden und für alle, die meine Hilfe benötigen.
Im Vertrauen auf Deine Hilfe will ich stets den Glauben verteidigen und ein offenes Herz für meinen Nächsten haben, besonders für die Armen, die Traurigen, die Einsamen, die Behinderten und die Kranken.
Gib mir die nötige Kraft nach diesem Vorsatz als aufrechter Christ selbstlos im Geist Deines Evangeliums zu leben - zur Ehre Gottes - für den Frieden der Welt und das Wohl unserer Gemeinschaft.
Amen."

Der Administrator der Diözese Eshowe, Pfarrer Jabulani Ndaba, anerkannte Clares unermüdliche Arbeit für die Kirche in der Diözese durch die Brotherhood of Blessed Gérard:

"Im Namen der Diözese Eshowe möchte ich diese Gelegenheit nutzen, seiner Eminenz, Wilfrid Kardinal Napier, dafür zu danken, dass er uns durch seine Anwesenheit beehrt, zumal er die höchste Autorität der Kirche in Südafrika ist. Ihr Hier sein bei uns ist so eine große Ehre! Normalerweise steht die höchste kirchliche Autorität jeglicher Feier vor. Er ist ein demütiger Mensch. Er respektierte Clares Wunsch, dass Pater Gerhard Hauptzelebrant bei ihrer Beerdigung sei. Er ist so voller Demut! Herzlichen Dank, Euer Eminenz! Wir schätzen Ihr Hier sein wirklich. Meine priesterlichen Mitbrüder, die gekommen sind, haben den Ruf vernommen, dass ein Mitglied der Brotherhood of Blessed Gérard gefallen ist. Sie sind gekommen, um mit uns an dieser Abschiedsfeier für Clare teilzunehmen. Sie hat so viel für die Diözese getan, einfach durch ihr Dasein, zumal dieses Hospiz eines der größten Projekte ist, das wir in unserer Diözese haben. Sie war ein Teil dieses Projektes mit Hingabe und Einsatz. So sollten wir Dankeschön sagen im Auftrag der Diözese jetzt, da wir von ihr Abschied nehmen. Leben endet nicht im Grab. Jetzt ist sie an einem besseren Ort, wo es keinen Schmerz gibt, den sie in jenem Moment erlitten haben mag, wo es kein Leiden gibt, wo es Freude und Fröhlichkeit gibt. Wir sollten auch für dieses Hospiz beten, für die Menschen, die hier arbeiten, die Kinder und alle Menschen, die hier leben und versorgt werden.
Der Familie, Geoff und den Kindern, im Namen der Diözese möchte ich ihnen, der Familie, danken, dass sie es zugelassen haben, dass Clare ihr Leben eingesetzt hat im Dienst der Kirche, ihr Leben eingesetzt hat für das Hospiz, sich angenommen hat um entstellte Menschen wie sonst keiner in der Gemeinde. Ja, wir schätzen dies wirklich im Namen der Diözese. Möge Gott sie segnen und möge Clare ein guter Engel sein für die Familie und für Geoff. Jetzt betet sie viel besser für Euch. Sie ist ihrem Schöpfer näher.
Pater Gerhard, ich weiß, Ihr Herz ist schwer. Sie haben eine Begleiterin verloren, eine Mitbegründerin dieses Hospizes, einen Freund. Ich war mir nicht sicher, ob Sie die Feier ohne Tränen durchhalten würden, aber nachdem ich all diese positiven Dinge gehört habe, die Sie mehr mit Freude als mit Traurigkeit erfüllt haben, die Zeit, die Sie mit Clare verbracht haben, mit Clare an diesem Ort in der Sorge um diese Leute. Eigentlich bin ich mir sicher, dass sie jetzt lächelt wo sie ist, da sie wünschte, dass Sie der Hauptzelebrant seien und auch mit all den Mitgliedern hier, sie lächelt sicherlich. Sie hatte gesagt "keiner sollte traurig sein, aber voller Freude und Gesang." Ich denke, Sie haben ihren Wunsch erfüllt. Möge Gott sie alle segnen!

Verabschiedung

Wilfrid Kardinal Napier, der Vorsitzende der Südafrikanischen Katholischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Durban feierte die Verabschiedung und betonte in bewegenden Worten Clares beispielhafte Rolle in der Katholischen Kirche Südafrikas und die Notwendigkeit, weiteren Gewalttaten durch eine völlige Verpflichtung der unantastbaren Heiligkeit des menschlichen Lebens gegenüber vorzubeugen, der Clare ihr Leben gewidmet hatte, im besonderen im Blessed Gérard's Hospiz:

"Ich weiß, ich wurde nicht angesprochen, um einen Nachruf zu halten, aber ich dachte, dass es vielleicht nötig ist zu erklären, dass ich sicherlich gekommen bin, um mit der Familie zu sein und mit der Gemeinschaft hier im Blessed Gérards Zentrum, aber ich bin auch hier - wie Pfarrer Ndaba gesagt hat - als eine der höchsten Autoritäten der Katholischen Kirche im Südlichen Afrika. Gut, die Situation in unserem Land und in den Ländern um uns herum stellt sich so dar, dass wir eine Stellungnahme abgeben müssen. Wenn jemand, der den größten Teil von 24 Stunden damit verbringt, sich um jene anzunehmen, die darum kämpfen ihren Körper und ihre Seele zusammenzuhalten, kämpfen gegen die Folgen von HIV und AIDS, und dieser Person das Leben genommen wird, und dann nicht einmal eine Woche später auf der Titelseite der heutigen Morgenzeitung 'Zwei Menschen neben der Autobahn in Kapstadt tot aufgefunden' und auf der Fahrt hierher hörte ich in den Nachrichten 'weitere vier Leichen in Philippi im Kap aufgefunden.' Es herrscht eine Pandemie des Tötens, eine ausgesprochene Missachtung für den Wert des Lebens und wir feiern Ostern hier, das große Fest des Lebens. Das Fest, das jedem, nicht nur den Gläubigen, sondern auch allen geben sollte, was sie sehen worüber wir uns freuen. Ein wirklicher Glauben und eine wirkliche Zuversicht, dass Leben das wertvollste Geschenk ist, das jemand nur geben kann. In der Tat, es ist nicht nur ein Geschenk. Es ist die Gegenwart Gottes, die er in alle und jeden von uns hinein gelegt hat. So hoffe ich, dass ich zusammen mit Ihnen einstehen kann für das Leben gegen diese lebensfeindliche Mentalität, die dabei ist, unser ganzes Land zu ergreifen, und nur wenn wir, die glauben, dass wir diesen Anteil am Leben Gottes in uns haben - und das geht weiter als einfach biologisches Leben zu sein - es ist ein spirituelles Leben - und wenn wir es ernst nehmen, dann sind wir überzeugt und wir können es an andere weitergeben - wenn sie glauben, dann können wir etwas verändern. Gestern morgen hörte ich ein wunderbares kleines Sprichwort im Radio. Es besagt: Wenn Sie denken, dass sie zu klein sind, etwas zu verändern, dann versuchen Sie in einem Raum zusammen mit einer hungrigen Stechmücke zu schlafen. Ich denke das ist eine wunderbare Weise zu uns zu sagen: Verachten Sie niemals die Wirkung, die Sie erzielen können, wenn Sie überzeugt sind, wenn Sie danach hungern, den Menschen von diesem wertvollen Geschenk zu erzählen, das Gott uns gegeben hat, dann denke ich nicht, dass Sie je glauben können, dass Sie nichts verändern können.

Wir sind hier, weil diese Person Clare das Leben so vieler Menschen verändert hat. Ich brauche Ihnen nicht zu erzählen wie viel sie bewerkstelligt hat. Es gibt so viele andere, die Ihnen das aus eigener Erfahrung erzählen können. Und falls Sie von diesem Tag nur diese kleine Idee mitnehmen, dass wir Zeugen für den Wert des Lebens sein werden, dann denke ich, dass wir etwas verändern können. Und diese Veränderung muss viel weiter gehen als nur zu protestieren und harte Worte zu sprechen und unsere Position zu überprüfen jedes Mal wenn wir uns über schlechte Dinge unterhalten, die es in unserem Land gibt. Ich denke, dass wir ernsthafter sein müssen als das.

Wir haben ein Gesetz in unserem Recht, das besagt, dass das Leben eines Babies in einem Mutterleib rechtmäßig genommen werden kann - legal - still - in Ordnung. Solange das in unserem Gesetzbuch steht, sehe ich nicht ein, wie wir als Volk eigentlich sagen können, dass wir es ablehnen, wenn Leben genommen wird, so wie Clares Leben genommen wurde. Ich verstehe nicht, wie wir das sagen können. Wir sehen, wie unsere Parlamentarier weitermachen als sei nichts geschehen, als ob sie nicht verantwortlich seien dafür, dass sie unserer nationalen Seele die Wunde zufügen, dass wir als Land die Tötung unschuldiger Babies erlauben. Wie können wir dann später argumentieren und sagen 'aber es ist falsch jemanden zu töten' nur weil sie noch nicht geboren sind? Ich denke wir müssen etwas verändern. Wir müssen den Denkansatz in unserem eigenen Denken ändern, so dass wir ihn auch bei anderen ändern können und schließlich wie diese Stechmücke werden wir sie dazu bringen, sich aufzusetzen und nachzudenken, sich aufzusetzen und zu handeln und ich glaube, wenn wir das tun, werden wir sicherlich beginnen Frucht zu bringen wie die Jünger, die nach seiner Auferstehung und nachdem er ihnen erschienen war um Jesus standen: Geht jetzt hin und verkündet der ganzen Welt, dass ich auferstanden bin und dass ein neues Leben auf dieser Welt erschienen ist und Ihr habt Anteil an diesem Leben und Ihr seid Zeugen für dieses Leben. Wir dürfen nicht zulassen, dass Clares Tod, Clares Opfer umsonst ist. Das Blessed Gérard's Zentrum ist ein Symbol. Das Hospiz ist ein Symbol von Menschen, die sagen 'ganz egal wie bedroht, wie schwach, wie unterjocht das Leben ist durch die Krankheit AIDS und opportunistische Infektionen, die mit HIV einhergehen, ich nehme mich darum an, dass das schwächste Leben wert ist, darum zu kämpfen. Es ist, als ob ich und Sie aufstehen und wir sagen 'Dies ist nur dieser Teil ihres Lebens und dann kommt ein neues Leben, ein Leben das immerwährend ist.' Dies war kein Nachruf im engeren Sinn, aber wir fühlten uns berufen, eine Stellungnahme abzugeben."

Nachrufe

Clares Sohn Leon, verlas im Namen der Familie diesen großartigen und bewegenden Nachruf:

"Meine Damen und Herren, ich werde ein paar Worte sprechen und anschließend lade ich jedermann ein aufzustehen und uns eine kurze Mitteilung zu machen. Mami hat uns gebeten, dies zu einem frohen Ereignis zu machen. So, Mami, falls ich die eine oder andere Träne vergieße ist das ganz normal, zumal ich Dir ohnehin nicht immer gehorcht habe. Mami bat die Leute in ihrem Testament, kein schwarz zu tragen, außer als Teil einer Uniform. Ich möchte Ihnen in ihrem Namen dafür danken, dass Sie ihren Wunsch erfüllt haben. Beim Durchlesen aller E-Mails, die ich in der vergangenen Woche erhalten habe, ist mir ein sich wiederholendes Motiv aufgefallen: Fast alle, die mir geschrieben haben, erwähnten, dass sie sich an Mami erinnern mit einem Lächeln im Gesicht. Das waren Menschen jeglicher Herkunft, jeden Alters und von überall auf der Welt. Sie waren von Leuten, die Mami an ihrem Sterbetag gesehen hatten und von Leuten, die sie jahrelang nicht gesehen hatten. Wir, und das sind viele Leute, sehen den heutigen Tag durchaus als Feier eines guten Lebens an. Dies geht aus dieser wunderbaren Versammlung von Leuten hervor, die ich vor mir sehe und aus all den Mitteilungen von Leuten aus der ganzen Welt, die heute nicht hier sein können. Mami wollte immer das Beste für die Menschen. Sie bewies sich als liebende Ehefrau, eine wunderbare Mutter, ein wirklicher Freund, eine große Führungspersönlichkeit und eine wahrlich vertrauenswürdige Person. Mamis bemerkenswerter Lebensweg begann in der Gegend von Johannesburg, wo sie aufwuchs. Als reifer Teenager lernte sie meinen Vater kennen und schließlich zogen die beiden nach Rhodesien, wo Sean und ich geboren sind. Als Familie kehrten wir nach Südafrika zurück, wo Heather zur Welt kam. Die nächste Phase ihres Lebensweges brachte Mami und Papi nach Mandini und sie bauten ihr eigenes Geschäft auf. Hier war es wo ich glaube, dass Mami ihre wahre Berufung fand. Sie hat so viel erreicht in den letzten 13 Jahren mit der Bruderschaft. Mami zeigte immer gleich, wie stolz sie auf ihre Familie und auf viele Menschen war. Mami, ich denke wir dürfen sicherlich sagen, dass wir heute mächtig stolz sind auf Dich und auf all das, was Du Dein ganzes Leben lang erreicht hast. Ich möchte ein Gedicht vorlesen, das diese Feier und Mamis Leben schön zusammenfasst:

Heute erinnern wir uns an ein Leben und an alles was sie zu dem machte wer sie war - alles was ihr Freude bereitete, was sie zum Lachen brachte oder zu Tränen bewegte. Wir erinnern uns an ihre Lebensgeschichte und an die vielen Menschen, mit denen sie auf ihrem Lebensweg in Berührung kam. Heute ehren wir ein Leben - ihre Vision, ihre innere Stärke und die Dinge, an die sie glaubte - anerkennen ihre Güte, ihre Einzigartigkeit, ihre eigenen besonderen Talente, die sie so großzügig für den Rest der Welt einsetzte. Heute feiern wir ein Leben und ihre Verbundenheit mit ihrer Familie und ihren Freunden und all jenen, die sie liebten - wir fühlen uns bereichert, dass wir sie gekannt haben und wir sind so dankbar für die Zeit mit ihr, für die Art wie sie uns beeinflusste, inspirierte und für uns bekräftigte wie ein wunderbares Leben gelebt werden sollte.

Mami, Clare, Frau Kalkwarf, Frau K, Tante Klara, Du wirst immer sehr geliebt bleiben und sehr vermisst werden. Mögest Du ruhen in dem Frieden, den Du so reichlich verdient hast im Wissen, dass Du das Leben so vieler Menschen angerührt hast und dass Du uns mit so vielen besonderen und liebenden Erinnerungen zurücklässt."


Herr Victor Claudius zollte Clare Tribut in seiner einzigartigen Weise.


Dr. Douglas Ross, der mit Clare im Vorstand des Südafrikanischen Katholischen Krankenpflegeverbandes CATHCA saß, sprach Worte der Anerkennung für Clares Beteiligung an der Katholischen Gesundheitspflege auf nationaler Ebene.


Einer der freiwilligen Helfer im Blessed Gérard's Pflegezentrum fügte einen gefühlsgeladenen gesanglichen Tribut an.


Schließlich verabschiedeten sich Hunderte von Leuten, die gekommen waren, um an der Beerdigung teilzunehmen, zogen an Clares Sarg in Blessed Gérard's Kirche vorbei und konnten ihn mit Weihwasser besprengen.

Clare schrieb auch in ihrem Testament: "Weiterhin bitte ich, dass meine sterblichen Überreste beerdigt und nicht kremiert werden. Falls dies irgendwie möglich ist, möchte ich auf dem Grundstück des Blessed Gérard's Pflege- und Hospiz-Zentrums, Andersonstraße 61, Mandeni, beerdigt werden." Mit außergewöhnlicher Sondergenehmigung durch den Administrator der Diözese Eshowe und die Gemeindeverwaltung von èNdondakusuka (Mandeni) konnte Clares Wunsch in Erfüllung gehen und wir möchten hiermit unsere besondere Dankbarkeit dafür zum Ausdruck bringen.


Auf Bitten von Clare Kalkwarfs Mann und Kindern fand die Beerdigung am Grab später am selben Nachmittag um 1620 innerhalb des engsten Familienkreises statt.


P. Gerhard, Angelika Müller und Susanne Stauffer beim letzten Abschied nach der Schließung des Grabes.


Clare Kalkwarfs Vermächtnis


Der Clare Kalkwarf Gedächtnis-Baum


Clare Kalkwarf hatte in ihrem Testament geschrieben: "Ein Baum sollte auf dem Grund des Blessed Gérard's Pflege- und Hospiz-Zentrums gepflanzt werden - so dass meine Kinder und Enkelkinder nur Schönes und einen Neubeginn in meinem Tod sehen mögen." Deshalb pflanzte die Familie Kalkwarf einen Natal Mahagoni Baum zur Erinnerung an Clare am Tag nach ihrer Beerdigung, dem 19. April 2006 gleich neben ihrem Grab.

 
Auf Bitten der Familie Kalkwarf nahmen Kinder des Blessed Gérard's Kinderheimes - das von Clare geleitet wurde - an der Pflanzungszeremonie teil zumal sie irgendwie weitschichtige Familienmitglieder sind, weil sie Clare als ihre Mutter betrachteten.


Die Kinder sangen: "iNkosi iphile, iNkosi ithathile, iNkosi iphinde yenza futhi. Alleluya. iNkosi ikusize uwele umfula iJordan. Aunty Clare, lala noxolo." "Der Herr hat gegeben. Der Herr hat genommen. Der Herr wird es wieder tun. Alleluja. Möge der Herr Dir helfen, den Jordanfluss zu überqueren. Tante Klara, ruhe in Frieden!"


Nachher spielten Clares Kinder Sean und Leon und Clares Enkelkinder Jannah und Nial mit unseren Kindern auf deren Spielplatz.


Der Clare Kalkwarf Gedächtnis-Fonds

Auf Initiative von Clare Kalkwarfs Bruder Graham Sprake und mit einstimmiger Zustimmung und Unterstützung von Clares engsten Familienangehörigen hat die Brotherhood of Blessed Gérard einen Clare Kalkwarf Gedächtnis-Fonds zur Unterstützung der fortlaufenden Finanzierung von Clare Kalkwarfs Lebenswerk, dem Blessed Gérard's Care Centre, eingerichtet. Spenden für diesen Fonds sind steuerabzugsfähig in Deutschland und mögen auf unser Spendenkonto

Nr. 12021 bei der Sparkasse Neuburg-Rain
BLZ: 721 520 70
IBAN: DE37 7215 2070 0000 0120 21
Swift-Bic: BYLADEM1NEB

mit dem Vermerk "in memoriam Clare Kalkwarf" überwiesen werden. Weitere Wege dem Fonds Spenden zukommen zu lassen finden Sie auf der letzten Seite dieses Rundbriefes.


Clare Kalkwarfs Lebenswerk geht weiter

Der Rat der Dedizierten Mitglieder der Brotherhood of Blessed Gérard hielt eine Außerordentliche Versammlung am 20. April 2006.

Wahlen:

Dr. Paul Zakhele Titus Thabethe wurde zum neuen Vizepräsidenten der Brotherhood of Blessed Gérard gewählt.
Pater Gerhard wurde zum neuen Finanzkurator der Brotherhood of Blessed Gérard gewählt.

Beschlüsse:

Der Beschluss wurde gefasst, Hochwürdigen Herrn Pfarrer Siphosenkosi Titus, Frau Susanne Stauffer und Herrn Diakon Thomas Müller dazu einzuladen, die Aufnahme als Kandidaten zur Dedizierten Mitgliedschaft in der Brotherhood of Blessed Gérard zu beantragen. Aufgrund der besonderen Umstände wurde weiterhin beschlossen, dass die drei Kandidaten schon während ihrer Kandidatur als Dedizierte Mitglieder agieren könnten.

Es wurde beschlossen, dass die freigewordene Position im Geschäftsführungskomitee der Brotherhood of Blessed Gérard und des Blessed Gérard's Pflegezentrums erst später wiederbesetzt werden soll, wenn eine geeignete Person zur Übernahme dieser Aufgabe gefunden worden sein wird. Einstweilen hat Pater Gerhard zugestimmt, die gesamte Bürde der Geschäftsführung unter Mithilfe des vorhandenen Büropersonals zu tragen.

Es wurde beschlossen, dass

  • Frau Susanne Stauffer Projektkoordinatorin des Blessed Gérard's Kinderheimes werden soll.

  • Pater Gerhard Projektkoordinator des Blessed Gérard's Entwicklungshilfe-Zentrums, des Blessed Gérard's Stipendien-Fonds, des Blessed Gérard's Hilfsfonds für arme Kranke und des Blessed Gérard's Nothilfe-Fonds werden soll.

Der Vorstand der Brotherhood of Blessed Gérard beschloss in seiner Sitzung am 10. August 2006 Frau Susanne Stauffer zur neuen stellvertretenden Geschäftsführerin und Frau Caroline Beaumont zu einem Mitglied des Geschäftsführungskomitees der Brotherhood of Blessed Gérard und des Blessed Gérard's Pflegezentrums zu berufen.


Clare Kalkwarf wird mit einem großen Lächeln im Gesicht aus dem Himmel auf uns herunterschauen

und wir schreiben es wirklich ihrer Fürsprache für uns zu, dass größere neue Entwicklungen unserer Arbeit teils geplant sind und teils bereits stattfinden:

  1. Seit Clares Tod haben wir neun neue hauptamtliche Mitarbeiter eingestellt (Fikile Khumalo, Silindile Buthelezi, Silindile Mngomezulu, Nicole Aralandi und Fikile Mthembu als Kinderpflegerinnen, Nomusa Nxumalo und Zandile Mkhwamubi als Krankenpflegehelferinnen, Carolyn Nunn als Sekretärin und Dr. Mdletshe als Ärztin) Allen ein herzliches Willkommen!
     

  2. Wir haben die neuen Stellen einer Sozialarbeiterin (besonders für Blessed Gérard's Kinderheim und Blessed Gérard's Hospiz), einer Lehrschwester (um fortlaufend Kurse in Häuslicher Krankenpflege, Pflegehilfsdienst-Kurse und HAART Vorbereitungskurse zu halten), einer Erzieherin (als Stellvertreterin für Frau Stauffer im Blessed Gérard's Kinderheim) und einer Vorstandssekretärin (da Frau Shirley Meyer zur Buchhaltung versetzt wurde) ausgeschrieben.

  3. Wir haben bereits eine Erweiterung des Blessed Gérard's Kinderheimes, d.h. einen neuen Speisesaal und einen neuen Studiersaal eingeweiht. (Siehe Artikel weiter oben!)
     

  4. Wir haben beschlossen einen weiteren Anbau an Blessed Gérard's Care Centre zu bauen, um Platz zu schaffen für eine Apotheke, ein Büro für die Lehrschwester, einen Beratungsraum und Büro für die Sozialarbeiterin, Unterkunft für die Erzieherin, ein Büro für die Vorstandssekretärin und einen Aktenraum. Die Baupläne sind fast fertig gestellt und werden bald der Gemeindeverwaltung zur Genehmigung vorgelegt werden. Wir erwarten den Baubeginn im Frühjahr 2007.

  5. Pater Herfried Holzgassner OSB aus der Abtei Inkamana wird bereits in unserem Pflegezentrum eingezogen sein, wenn dieser Rundbrief zum Versand kommt. Er wird Vollzeit als unser neuer Hospizseelsorger arbeiten und damit Pater Gerhard einiges an Arbeitsbelastung abnehmen. Herzlichst willkommen, Pater Herfried!

  6. Blessed Gérard's Kinderheim ist jetzt voll belegt - und beherbergt 40 Kinder - Die Sozialarbeiterin der Regierung versucht uns zu helfen, einige jener Kinder, die eigentlich nur für kurze Zeit bei uns hätten bleiben sollen, wieder in ihre Familien zurückzuführen.

  7. Blessed Gérard's Kindergarten in Whebede hat 30 Plätze, wird aber von 42 Kindern besucht. Wir beobachten die Entwicklung mit wachsamen Augen zumal wir den Platz haben, die räumliche Kapazität zu verdoppeln, falls notwendig.


Leben und Tod - Himmel und Hölle

Diakon Thomas Müller und seine Frau Angelika Müller sind im zweiten Jahr ihres dreijährigen freiwilligen Dienstes, den sie im Blessed Gérard's Pflegezentrum in Mandeni leisten. Wir hatten ihn gebeten im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit Artikel für die deutsche Presse und Zeitschriften zu schreiben. Seine Artikel sind so gut, dass wir sie in diesem Rundbrief abdrucken möchten.

Diakon Müller schreibt von seinem Standpunkt aus über unseren Dienst und wenngleich alle Geschichten wahr sind und der Wirklichkeit entsprechen, hat er manchmal mehrere Fälle und Szenen in eine Geschichte zusammengefasst und natürlich hat er die Namen der Personen durch Pseudonyme ersetzt. Dadurch kann keiner der uns Anvertrauten identifiziert werden und so ist deren Anonymität und Würde gewahrt.

Viel Freude beim Lesen seiner Artikel:

  • Dieses Volk stirbt auch in meinem Herzen

  • Khethiwe darf leben

  • Engel in der AIDS-Hölle

  • Der vom Himmel gefallen ist

  • Mit dem AIDS-Tod per Du

Diakon Thomas Müller: Damit sie das Leben haben und es in Fülle haben - Artikel aus dem Jahr 2005

Damit sie das Leben haben und es in Fülle haben

oder "In 99 Tagen um die Welt"

Die Brotherhood of Blessed Gérard ist in diesem Jahr in einer ganz besonderen Weise bereichert worden, nämlich durch die Ankunft und das Wirken von Diakon Thomas Müller und seiner Frau Angelika, die Arzthelferin ist. Die beiden kommen aus Oyten bei Bremen / Deutschland - ursprünglich aus Berlin - und sind seit dem 16. August 2005 für drei Jahre als freiwillige Helfer bei uns. Die Müllers sind absolut großartige und wirklich nette Menschen und haben einen echten Missionarsgeist, d.h. sie verkünden den Glauben durch lebendige Taten. Sie helfen wo sie können, wo immer eine helfende Hand gebraucht wird und sind ebenso treu wie froh in ihrem Dienst. Es ist nicht nur ein Vergnügen, sondern ein wahrer Segen, dass sie bei uns sind. Die Überschrift für diesen Artikel "Damit sie das Leben haben und es in Fülle haben", ein Zitat aus der Hl. Schrift (Joh 10,10) drückt in zweifacher Hinsicht aus, was es mit dem Hier sein von Thomas und Angelika Müller auf sich hat: Sie kamen zu uns aus dem Wunsch heraus "Glauben, Leben und Welt noch aus einer uns neuen Perspektive kennen zu lernen" und so eine vielleicht noch intensivere Fülle ihres Lebens zu erfahren. Ihr Wirken hier bei uns zeigt aber auch ganz deutlich, dass sie gekommen sind, damit die uns Anvertrauten im Hospiz und Kinderheim und all unseren anderen Projekten "das Leben haben und es in Fülle haben". In den ersten 99 Tagen sind sie nicht nur geographisch um die Welt gereist, um zu uns zu kommen, sondern haben auch in dem, was sie erlebten, neue Welten erschlossen und in dem, was sie tun, den ihnen Anvertrauten neue Welten eröffnet.

Diakon Müller veröffentlicht das, was er erlebt, in sehr tiefgründiger und menschlicher Weise auf seiner Homepage im Internet bei http://www.st-matthias-achim.de/wir/seelsorger/diakon.htm und wir drucken Ausschnitte davon mit seiner gütigen Erlaubnis hier ab, um Sie mit auf die Reise eines Außenstehenden zum Insider zu nehmen:


A forty two hours day

5.00 Uhr, ich hätte nicht schlecht Lust diesen aufdringlichen Wecker an die Wand zu schmeißen. Die Nacht war kurz, der gestrige Abend mit den Kindern aber sehr schön. Beide Söhne sind mit ihren Freundinnen zum Abschied nach Köln gekommen und wir haben das eine und andere leckere Kölsch verdrückt. Mein Kopf hat das noch nicht ganz vergessen und der Wecker interessiert sich nicht dafür, also raus, die Nacht ist vorbei, die vorerst letzte in Deutschland. Duschen und schon mal packen. Die Zeit ist knapp. Um kurz nach 12 geht unser ICE vom nahen Bahnhof Deutz. Am Hauptbahnhof kommen heute die Gäste für den Weltjugendtag an; 800 000 werden erwartet. Als die Koffer kurz vor dem Frühstück fertig sind, wiegen sie natürlich zuviel; obwohl wir vor zwei Wochen geübt hatten. Also noch ein paar Sachen raus. Wir entscheiden uns kurzfristig, einen kleinen Koffer nach Mandeni mit der Post zu schicken, damit es am Flughafen keinen Ärger gibt. Einen größeren Koffer schicken wir zu unseren Kindern nach Achim. In dem kleinen Auto, mit dem die vier plus Gepäck hier sind, ist wirklich kein Platz mehr. Weil die Zeit drängt teilen wir uns nach dem Frühstück und dem kurzen Abschiedsrundgang. Christian, unser ältester, fährt mich mit dem Auto zum Bahnhof, während Angelika die letzten Abrechnungen und Formalitäten im Haus erledigt. Im Bahnhof gibt es keine Schließfächer. Zum Glück hat Christian vor dem Eingang gewartet. Wir laden die schweren Koffer wieder ein und fahren zur Post. Die hat zum Glück offen und es ist auch nicht gerade voll. So werden wir die beiden Frachtkoffer los. Läuft bei Angelika alles? Ich weiß es nicht, unsere Handys sind abgemeldet und gehen seit Mitternacht nicht mehr. Wenn doch sonst immer alle so pünktlich wären. Nun schnell zurück zum Bahnhof damit Christian mit den anderen das Auto packen kann. Ich sitze auf unseren Koffern und warte auf Angelika.

Eine seltsame Anspannung breitet sich in mir aus. Heute werde ich Europa verlassen und in einem Land, in dem die Menschen ganz anders aussehen und leben, für drei Jahre Heimat beziehen. Müsste da nicht ein Orkan in mir toben? Es nieselt. Ich sehe hinaus auf das heute graue Deutz und hoffe, dass bei Angelika alles glatt gegangen ist und dass die ankommenden Jugendlichen schöne Tage in Köln haben. Ich bin ruhig und fühle mich trotz aller Unklarheiten und allem Neuen, was da kommen wird sicher und geborgen. Das Jesaja-Wort fällt mir ein: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht. Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände …“ (Jes 49,15f) Diesen Bibelvers hat der Pfarrer, der mich auf den Weg zum Diakonat brachte, für mich herausgesucht. Ja, Gott vergisst uns nicht, auch wenn wir manchmal lange Zeit nichts von ihm zu spüren meinen.

ICE 725 Abfahrt 12.12 Uhr aus Gleis 11Viertel vor 12 ist Angelika am Bahnhof, genug Zeit, dass sie sich noch über Bahnhofslautsprecher eine Raucherbelehrung anhören kann, extra für sie durchgesagt. Nach nicht einmal einer Stunde steigen wir in Frankfurt aus. Der Flughafen ist umwerfend. Wie auf einen Ameisenhaufen wuselt alles umeinander, im Gebäude, davor und auf dem Rollfeld. Alles scheint eingespielt. Ein undurchdringlicher Mechanismus. Die Kinder kommen mit dem Auto nach und wir genießen gemeinsam die Internationalität und eine Pizza. Noch ein Kuss zum Abschied und wir sind allein. Nun ist es soweit. Mir gehen die letzten Tage und Wochen durch den Kopf. So intensiv, so ereignisreich, so tief, fast zuviel für einen bzw. zwei. SA 261. Pünktlich um 20.45 Uhr rollt die Maschine an. Um Punkt 21 heben wir ab. Am Heckflügel des Flugzeuges ist ganz oben eine Kamera montiert, die Livebilder auf die kleinen Monitore an den Sitzen überträgt. Schnell senkt sich die Nacht und wenn wir nicht unentwegt irgendetwas hätten essen oder trinken sollen, wären wir nun sicher zur Ruhe gekommen.

Als die Außenbordkamera wegen der Dunkelheit keine Bilder mehr liefert, schalte ich auf den GPS-Channel um und verfolge unseren Flug auf der skizzierten Karte. Von Frankfurt gerade nach Zürich, dann weiter zum Westzipfel von Sizilien, hier ein leichte Schwenk in östliche Richtung nach Libyen. Gegen 23.00 Uhr erreichen wir die Nordküste Afrikas. Von hier geht es fast schnurgerade quer über den Kontinent nach Johannesburg. Schlafen kann ich immer nur sehr kurz einmal. Zu voll sind mein Kopf und mein Herz. Ich denke an die Familie und die Freunde und versuche mir vorzustellen, was da auf uns zukommt, oder besser, worauf wir da zufliegen. Wir haben uns lange vorbereitet, aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Ich bin langsam. Ich brauche immer viel Zeit um mich einzuleben, mich hineinzufinden und mich heimisch zu fühlen. Wie wird das gelingen unter den Bedingungen in Mandeni?

Die Sonne geht auf. Unbeschreiblich schön hier über den Wolken: „Über den Wolken …“. Die Kamera liefert wieder Bilder. Wie ein kleiner Junge verfolge ich den Landeanflug und die Landung; traumhaft. Hinter den Scheiben ist Afrika. Der Boden sieht genauso rot aus wie auf den Fotos. In Flughafengebäude läuft alles auf Englisch. Es sind auch sehr viele weißhäutige unterwegs, viel mehr, als ich erwartet hatte. Nun der Gang durch Pass- und Zollkontrolle. Schon im Flugzeug konnten wir Zollerklärungen ausfüllen, was sich als ausgesprochen hilfreich erweist. Die endlosen Schlangen bei der Passkontrolle lösen sich schneller auf als Sommernebel beim Sonnenaufgang und der strenge Zöllner grüßt freundlich, weißt uns in Südafrika willkommen und winkt uns durch, nachdem er unsere Zollerklärung entgegengenommen hat.

Wir sind wirklich hier. Wieder einmal so ein Moment in dem ich sagen wollte: Komm zwick mich mal, ich will wissen, ob das hier alles wahr ist oder Traum.

Leider ist der Himmel von Wolken dicht bedeckt. So sehen wir die Sonne erst wieder, als wir im Flugzeug nach Durban sitzen, dafür sehen wir nichts von Südafrika. Man kann eben nicht alles haben. Etwas früher, als der Flugplan es vorsieht sind wir in Durban; 9.55 Uhr. „Na endlich! Also jetzt kann schon fast nichts mehr schief gehen. Ich stehe auf jeden Fall am Dienstag, den 16. August 2005 genau an der Tür, aus der Sie kommen werden, wenn sie in Durban angekommen sind …“ Diese Worte von Pater Gerhards Mail gehen mir durch den Kopf, als wir unsere Koffer von Band nehmen. „Nun kann fast nichts mehr passieren“, aber eben auch nur fast. Hinter der Tür, und es gibt hier tatsächlich nur die eine, die in Frage kommt, stehen viele Leute, die jemanden abholen. Ein bisschen wie im Kino, in den Filmen, wo die Leute am Flughafen abgeholt werden; so mit Schildern „Schmidt“ oder „Hotel XY“ oder so. Nur Pater Gerhard steht nicht da. Ein Schild hätte er nicht gebraucht, wir kennen uns. Nun, denken wir uns, wir sind hier in Afrika, hier gehen die Leute anders mit Zeit um, als bei uns. Eine Stunde vergeht. Wir sind noch da. Die Szene wiederholt sich bei jedem Flugzeug, aber niemand kommt, den wir erkennen würden. Inzwischen lesen wir auch die Schilder, kann ja sein, dass Pater Gerhard verhindert ist und jemanden schickt, der uns nicht kennt. Aber nichts. Nun, wir sind in Afrika. Wir haben also Zeit. Was tun? Einen Kaffee trinken. Wir haben noch keine Rands aber die Wechselstube natürlich längst entdeckt. I need your Passport! Meinen Pass? Zum Geldwechseln. Nun, ich gehe zu Angelika und hole meinen Pass. Bitte füllen sie das hier aus. „Entschuldigen sie, ich wollte nur etwas Geld wechseln. Ich komme aus Deutschland und brauche ein paar Rand.“ „Ja, bitte füllen sie den Bogen aus.“ Mit Pass und Formular verschwindet sie. Nach weniger als 45 Minuten habe ich die horrende Summe von 300 € doch tatsächlich in die Landeswährung ungetauscht. Das war damals in der DDR aber leichter. Nun was soll’s, wir können jetzt wenigstes einen Kaffee trinken. Das funktioniert auch absolut reibungslos. Kurz vor 12. Mein Deutschsein nimmt Überhand. Ich will was tun. Wir rufen in Mandeni an. Oder zumindest wollen wir das. Die aufgestellten Telefone sind zwar mit Erklärungen versehen, funktionieren aber offensichtlich anders als es draufsteht. Jedenfalls können andere telefonieren und wir nicht. Die Welt ist ungerecht, ich hab es immer geahnt. Zu unserer Freude funktioniert wenigstens Angelikas Handy. Sie hatte sich in Köln noch eine prepaid Karte geholt. Wir erfahren so, dass Father, wie er in der Bruderschaft von allen liebevoll genannt wird, auf dem Weg zum Flughafen ist. Na, dann ist ja alles im Lot. Der Kaffee meldet sich. Im Toilettenbereich spüre ich erstmals, dass ich in einer Aids-Hochburg bin. Ein Spender bietet kostenlos Kondome an.

Bald kommt Pater Gerhard und begrüßt uns mit einer so herzlichen Umarmung, dass wir uns fühlen, als kämen wir nach Hause. Es ist ein wirklich schönes Gefühl willkommen zu sein.

Unser unbegleitetes Gepäck schreibt derweil ein eigenes Kapitel. Davon später mehr.

Tugela RiverNach einem kräftigen Mahl in der Flughafengaststätte geht es ab Richtung Mandeni. Es ist unglaublich gewöhnungsbedürftig, dass hier alle auf der falschen Seite fahren. Ich meine, wenn es alle machen, dann ist es ja nicht wirklich schlimm, aber ich kann mich nur sehr langsam daran gewöhnen. Ans Herz geht aber nicht der Linksverkehr, sondern die ersten Armenviertel, die wir entlang der Autobahn sehen. Nun kommt die Armut greifbar dicht heran. Hundert mal habe ich solche Viertel im Fernsehen gesehen, auch viel größer, aber die waren alle weit weit weg. In krassem Gegensatz zu den Armensiedlungen stehen die Einkaufspaläste der Reichen, zu denen auch ich gehöre und vor allem die wunderschöne Landschaft. Kurz vor Mandeni zeigt sich auch zum ersten Mal der Tugela.

Gegen 16.00 Uhr treffen wir im Care Centre in der Anderson Road ein. Die Anderson Road ist eine gepflegte Straße, die es so auch irgendwo in Italien oder Spanien geben könnte. Auch das Care Centre zeigt sich schöner, als es auf den Fotos aussah, die wir in Deutschland gesehen hatten. Nach einer Blitzeinführung haben wir erste einmal Zeit unsere Sachen auszupacken und uns etwas frisch zu machen. Über unsere kleine Wohnung schreibe ich später mehr. Als ich dann kurz vor dem Abendessen auf der Straße stehe und ein wenig die Gegend bestaune, läuft nur 20 m von mir entfernt ein Affe über die Straße; ja, wir sind nun wirklich in Afrika.

Das Abendessen ist kein gewöhnliches, sondern ein Willkommensmahl. Ganz außergewöhnlicher Weise, aber was ist bisher an unserem Unternehmen nicht ganz außergewöhnlich gelaufen, sind heute acht Deutsche im Haus. Zwei junge Frauen, die als Volontäre hier arbeiten, eine noch eine, die andere noch vier Wochen. Eine von beiden hat Besuch von ihren Eltern, das macht vier Deutsche, dazu kommt ein Pater (na ja, wenigstens deutschsprachig) aus Österreich, Pater Gerhard und wir beide. Das ist die Runde, die sich im Empfangsraum von Pater Gerhard zum Essen versammelt. Für uns natürlich wunderbar, weil wir nicht sofort nur noch englisch sprechen müssen. Ein rundum leckeres warmes Abendessen und ein wunderschöner Abend. Mehr als 42 Stunden sind wir auf den Beinen, als wir kurz vor Mitternacht erschöpft aber von Herzen froh in Bett sinken.


Landung in DurbanSanfte Landung

Nach rund 10-stündigem Flug betreten wir erstmals afrikanischen Boden, als wir am 16.8. bei Sonnenaufgang das Flugzeug in Johannesburg verlassen. Die endlos langen Schlangen an der Passkontrolle sind erstaunlich schnell überstanden, und der Zoll winkt uns mit einem freundliche „Welcome in South Africa“ einfach durch. Hinter dem Zoll steht ein Helfer in gelbem Overall hilft uns mit dem Gepäck und bringt uns zu unserem nächsten Flugzeug. Reibungslos kommen wir nach Durban, wo wir von Father Gerhard abgeholt werden.

Am Abend gibt es ein deutsches Willkommensmahl für uns. Außer Pater Gerhard sind noch für kurze Zeit zwei deutsche Volontäre im Haus, von denen eine Besuch von ihren Eltern hat. Dazu kommt ein deutscher Missionar, Pater Severin, der nach seinem 5. Herzinfarkt zur Rehabilitation im Hospiz untergebracht ist. Er wird, wenn es ihm besser geht in der Hausseelsorge helfen. Mit Angelika und mir sind das dann acht Deutsche! Überraschend und für den ersten Abend überaus angenehm, weil unser Englisch immer noch verbesserungsbedürftig ist. Auch von den übrigen Mitarbeiter/innen werden wir freundlich aufgenommen und erst einmal sehr geschont. Inzwischen arbeiten wir so gut es geht mit und versuchen mindestens niemandem im Wege zu stehen, wenn wir selbst nicht weiterkommen. Sanfter kann man kaum in einer fremden Welt landen.


Bushtour

Anderson Road, rechts das Care Center9.00 Uhr, 21°, Sonnenschein und ein sanftes Lüftchen weht über Mandeni, es ist noch immer Winter. So beginnt für uns der erste komplette Tag in unserer neuen Heimat. Formalitäten und Einweisung stehen auf dem Programm. Nicht unbedingt das Spannendste, aber wichtig ist es schon, kennen wir uns doch überhaupt nicht aus und ob im Ernstfall jemand in der Nähe ist, den wir ausreichend verstehen ist nicht gewiss. Pater Gerhard macht das aber auch recht lebendig und abwechslungsreich. Wir erfahren nun auch, warum es zwei Schreibweisen gibt: Mandini und Mandeni. Beides leitet sich von der Mandafarm ab, die früher das ganze Gebiet beherrschte. Da man später beide Sprachregelungen, die sich parallel über den Zwischenschritt eMandeni eingebürgert hatten, erhalten wollte, bekam ein Ortsteil von Mandeni die Bezeichnung Mandini. Es gibt also tatsächlich auch heute beides. Mandeni besteht aus drei Ortsteilen: Mandini, Tugela und Sundumbili. Bis zu 40 km um das Care Centre herum werden Einsätze gefahren und Patienten abgeholt. Es gibt aber auch Patienten, die von ganz weit weg kommen, die kommen dann aber selbst organisiert.

Die Mahlzeiten hier sind ein Erlebnis. Nicht wegen des Essens, das ist ausgezeichnet, reichlich und immer lecker. Da müssen wir noch stärker auf unser Gewicht achten, als in Köln. Wir sitzen, wenn es geht mit den Einheimischen am Tisch. Wie schon erwähnt gibt es da kleine Sprachhürden. Wenn wir aber die ersten Zuluworte lernen und ganz leise aussprechen, lacht der ganze Speisesaal. Es ist kein Auslachen, eher anerkennendes Lachen und Freude über den guten Willen, der durch unsere Bemühungen erkennbar wird.

Nach einer ausgiebigen Führung durch den gesamten Komplex raucht uns der Kopf und wir sind dankbar, dass zum Tagesausklang sich wieder die kleine deutsche Kolonie bei Father einfindet. Morgen geht es auf die große Buschtour, eine Fahrt durch den Einzugsbereich des Centres.

Da rückt die Armut nun noch dichter heran. Schon bei uns im Haus haben wir sterbenskranke gesehen, aber die waren wenigstens sauber und in den Umständen entsprechend gutem Pflegezustand. Auf der Buschtour sehen wir nackte Armut.

'Friedhof' am Rande eines Armenviertels, Gräber am WegrandDie schöne Landschaft und der malerische Tugela im Hintergrund können über das Elend nicht hinwegsehen lassen. Aus ärmsten Verhältnissen kommen unsere Patienten, Frauen, Kinder, alte Menschen, selten erwerbsfähige Männer, die sind fort oder schon an Aids gestorben. Das Kinderheim, das zum Care Centre gehört, ist quasi von selbst entstanden. Da kamen Mütter zum Sterben ins Hospiz und brachten ihre kleinen Kinder mit. Soll man diese nach dem Tod der Mütter auf die Straße hinausjagen? Verwandte finden sich nicht immer. Vielleicht ist ihnen die Beerdigung zu teuer, vielleicht hat sich die Familie wirklich aus den Augen verloren, wer will da Richter sein? Wo das Dunkel am größten ist, da brennt eine Kerze am hellsten, wenn man denn den Mut hat sie zu entzünden. Hier in Mandeni geschieht das jeden Tag mehrmals. Es geht immer ums Leben, leben bis zum letzten Atemzug. Leben hat schöne Augenblicke, auch wenn die Bedingungen grausam sind. Besonders gut ist das zu spüren, als wir wieder daheim sind und das Kinderheim besuchen. Father, Father rufen die Kinder, 9 Monate bis 12 Jahre alt, und begrüßen erst einmal Pater Gerhard. Dann wenden sie sich uns zu, befühlen unsere Haut und untersuchen vor allem meine Haare auf den Armen. Dem Zulu wächst selten ein Bart, aber niemals hat er Haare auf den Armen, das ist etwas Besonderes für die Kinder.

Was die Kinder hier bekommen scheint auf den ersten Blick nicht sehr viel und ist doch alles was ein Mensch wirklich braucht: Ein Dach über dem Kopf, sauberes frisches Wasser, ausreichend gesunde Nahrung, Kleidung und vermittelt durch viele Helferinnen und Helfer, Liebe und Geborgenheit. Pater Gerhard nennt das in einem Artikel treffend: Ein Himmel von Pflege in der Aidshölle von Südafrika.


Gute Fahrt

Der Einstieg fing ganz sacht an, gewann dann aber zusehends an Fahrt. So haben wir beide inzwischen sowohl im Hospice wie auch im Children´s Home gearbeitet und erste Eindrücke gesammelt. Erfahrungen, die unter die Haut gehen, Arbeit, die so wichtig und erfüllend sein kann.

Angelika vor ihrer ersten und einzigen FahrstundeAuf eine ganz andere Art und Weise spannend war unsere Einführung in den Südafrikanischen Linksverkehr. Das klappte aber viel besser, als wir uns das in Deutschland ausgemalt hatten. Inzwischen dürfen die Fahrzeuge der Brotherhood fahren. Zweimal war ich seitdem mit dem Krankenwagen draußen, wie man hier so sagt.

Ansonsten geht hier langsam der Winter zu Ende, die Temperaturen steigen sachte und erreichen sicher bald die 30° Marke. Es gibt viel Sonne und, was den Pflanzen nicht gut tut, wenig bis gar keinen Regen.

Kurz gesagt, es ist spannend, interessant, tief von der Erfahrung und außerordentlich herzlich vom Kontakt mit allen hier lebenden und arbeitenden Menschen, ob schwarz oder weiß.


Bathed for heaven

Nie in meinem Leben habe ich Menschen im Altenheim oder im Krankenhaus als Pfleger betreut. Ich wusste wohl um die Dienste, die in solchen Einrichtungen geleistet werden, schließlich arbeitet Angelika seit Jahren im Krankenhaus, aber selbst habe ich höchstens einmal mit angepackt, wenn jemand umzudrehen war, oder so etwas. Nun arbeite ich als Pfleger in einem Hospiz. Fikile, die schwarze Caregiverin, ist eine Seele von Mensch und führt mich in die Kunst fachgerechter Pflege ein. Sie ist dabei eine genauso liebenswürdige wie strenge Lehrerin. Der erste Patient ist ein relativ junger Mann, ich kann das Alter der Zulus sehr schwer einschätzen, vielleicht 30, dessen Beine versteift und seitlich abgewinkelt sind. Auch seine Hände kann er wegen Versteifungen nicht mehr gebrauchen. Er ist also rundum auf Hilfe angewiesen. Sein Kopf ist im Bereich der Haare verschorft. Wir ziehen ihn aus und waschen ihn, dann versorgen wir seine Bettgeschwüre. Fikile gibt mir die Gaze und lässt mich die Wunden reinigen.

Ich will diese Vertrautheit nicht durch Fotos zerstörenDer zweite Patient hat keine Wunden und ist insgesamt gesundheitlich besser beieinander, braucht aber auch Vollpflege. Bei ihm sind es die Windeln, die mir eine neue Erfahrung vermitteln, mit allen Sinnen. Als wir an das Bett des dritten Patienten kommen, stellt Fikile sich auf die rechte Seite, die, an der ich bisher gestanden hatte. Fröhlich lächelnd zwinkert sie mir zu: „That´s your turn.“ „Was, ich soll ihn waschen und versorgen?“ „Ja, ich will sehen, wie Du das machst.“ So wusch ich meinen ersten Patienten völlig selbständig, zog ihm frische Kleidung an und richtete sein Bett. Er war kaum zur Mithilfe fähig. Für mich war das in diesem Moment eine echte Herausforderung. Als er fertig versorgt war und auch noch bestätigte, dass es ihm - den Umständen entsprechend - gut ging, war ich doch recht froh. Fikile ist ein Zuluname und hat wie alle Zulunamen eine aus dem Leben gegriffene Bedeutung. Fikile heißt Ankunft. Wie passend, nun bin ich wirklich bei den Armen und Kranken angekommen; hautnah im wahrsten Sinne des Wortes. Als wir eben dabei waren Geräte und Gegenstände zu desinfizieren wurde ich zur Dienst habenden Schwester gerufen. Ein Einsatz draußen, wie hier alle sagen. Ich sollte den Krankenwagen fahren. Es gibt hier nicht so viele Mitarbeiter mit Fahrerlaubnis. So war ich die nächsten zwei Stunden unterwegs. Nach unserer Rückkehr aßen wir erst einmal Mittag, die Küche hatte Bescheid bekommen und für uns später Essen bereitet. Danach ging ich wieder in die Pflege. Windeln wechseln, Saft anreichen, das Bett aufschütteln, höher oder tiefer stellen, Patienten auf die Terrasse bringen usw. Da fragt mich die Schwester: „Wären sie bereit einem Sterbenden die letzte Begleitung zu geben?“ „Selbstverständlich, dass ist meinem Beruf näher als alles andere, was ich heute getan habe.“ Zuerst sollte ich aber die Arbeit beenden, bei der ich gerade war. Ich war noch nicht fertig, da tönte der Schwesternruf aus Nr. 5, dem Raum, in dem der Sterbende lag. Ich ging mit hin, der Patient war gestorben. Als ich in sein Gesicht sehe, erkenne ich den jungen Mann, den ich gewaschen und versorgt hatte.

Gott schuf nichts, was keine Schönheit hatIch hatte ihn vorbereiten dürfen, vor unseren Schöpfer zu treten. Es war ein total neues und umwerfendes Gefühl. Ich kann es nicht beschreiben. Hätte er in verkoteten Windel, verschwitzt und nach Schweiß riechend vor unseren Herrn treten sollen? Ist es nicht ein wahrhaft existentieller Dienst ihm einen würdigen Übergang ins Ewige Leben zu bereiten? Ich mache hier schon in den ersten Tagen so tiefe Erfahrungen. Was werden die kommenden Jahre noch für mich bereit halten?


Samstagabend

Frisörsalon in der GarageGerade habe ich die Garage gefegt, in der meine Haare herumflogen, Angelika hat mir wieder eine ansehnliche Frisur verpasst und hier ist es am leichtesten einen provisorischen Frisörsalon aufzuräumen. 19.30 Uhr, das Telefon geht, Father. Eine Einladung zu einem Hausgottesdienst in seiner kleinen Kapelle im ersten Stock. Ja, das würde sicher jetzt gut tun. Es ist Samstag, da hatten wir nicht wie sonst Hl. Messe am Morgen. Der Tag ging unter die Haut, wieder einmal. Zwei Sterbefälle. Beide kannte ich, ich hatte sie gewaschen und versorgt. Ein Jugendlicher, gleich in der Frühe.

Um 6.45 Uhr beginnt mein Dienst. Als Siyabonga, dem ich heute zugeteilt bin, einen Patienten zum waschen vorbereitet, hören wir lautes schmerzvolles Schreien. Weil es nicht enden will geht Siyabonga nachsehen. Das Schreien hält an, 1,2 Minuten, vielleicht noch länger, eine Ewigkeit, wenn da ein Mensch vor Schmerzen so laut schreit. Ich beginne Sandile zu waschen, er bekommt heute ein „Vollbad“. Das heißt, dass wir ihn mit Hilfe eines Rollstuhls ins Bad gefahren haben und er richtig abgeduscht und abgeseift wird. Siyabonga kommt wieder uns sagt mit verhaltener Stimme: „Es war Tammy aus Ward 8; er ist tot.“ Tammy, so wurde er hier nur genannt, war 17 Jahre alt. Er wollte leben. Er hatte sich einen CD-Player von seiner Familie bringen lassen. Seine Familie besuchte ihn täglich und Freunde. Er hatte ein Handy und telefonierte und schickte SMS. Er hatte in der Aidshölle alles richtig gemacht und war nicht HIV-positiv, er hatte Krebs. Wenn wir ihn wuschen liefen ihm die Tränen, solche Schmerzen verursache selbst eine behutsame Wäsche. Er sagte keinen Ton, ertrug alles in eiserner Disziplin. Und doch musste er sterben; ich könnte heulen. Wir kümmern und weiter um Sandile. Er lebt, er braucht unsere Hilfe und er genießt es geduscht zu werden und kann uns das auch noch sagen. Nach einer Stunde liegt er sauber und mit gut versorgten Wunden wieder im Bett und wir bereiten uns auf unseren nächsten Patienten vor. Es ist ein sehr großer Mann und, was hier bei uns die absolute Ausnahme ist, er hat weiße Haut, er liegt in Word 7. Er sieht etwas verwegen aus und ich weiß auch nicht wie er heißt. Gestern hatten wir ihn schon versorgt. Er wirkte panisch und hatte zwischen klaren Momenten immer wieder Zeiten, in denen er scheinbar nichts von der momentanen Realität aufzunehmen schien. Ich spreche ihn sofort an und versuche in meinem gebrochenen Englisch den Kontakt nicht zu verlieren. Immer wieder schaut er mir zwischenzeitlich fest in die Augen. „Ja, wir sind wirklich hier um Dir zu helfen, dass Du Dich wohler, sauberer und frischer fühlen kannst“, möchte ich ihm sagen und versuche es auch, so gut es geht. Immer wieder greift er nach meinem Arm, schaut mir schweigend in die Augen. Er scheint Schmerzen zu haben, trotz Schmerzbehandlung. Es geht ihm schlecht. Von der Schwester, die ihn zwischenzeitlich untersucht, erfahren wir, dass er vor einer Woche noch alleine Auto fahren konnte und nun der Krebs die Oberhand zu gewinnen scheint. Nun, das Telefon rief uns zur Messe und wir gehen.

Hauskapelle beim FatherOben treffen wir Veronika. Sie ist für fünf Wochen als Volunteer hier und sieht auch ziemlich geschafft aus. Sie war heute im Children´s Home. Popkorn hatte sie mit den Kindern gemacht, aber die waren alles andere als friedlich und zufrieden. Sie machten ihr das Leben schwer und so ist sie froh, dass nun Feierabend ist und sie nicht allein war. Gerade, als Father kommt, klingelt das Telefon; Der Mann aus Word 7 ist soeben gestorben. Vor einer Woche ist er noch Auto gefahren! Ich spüre, dass nicht jeder Tod wie der andere ist. Natürlich habe ich für jede und jeden die Gewissheit, dass Gott sie in seine liebenden Arme nimmt, immer wieder einmal führt mich der Tod doch auch an meine Grenzen. So schnell, so radikal. Warum? Warum nicht? Mein Herz ist ziemlich durcheinander. Auch seine Familie hatte sich rührend um ihn gekümmert, Frau, Kinder und Enkel. Father kommt und die Messe beginnt. Sie ist sehr dicht unter dem Eindruck des Tages, Veronika weint. Father, Mrs. K, Veronika und wir beide, sonst ist niemand da. Besonders lang dauern die Fürbitten, viel Stille, tiefe Bitten. Bei einer Fürbitte für unsere Familien in Übersee kullern auch bei Angelika die Tränen. Der Tag ist nicht spurlos an uns vorüber gegangen. Und hier hat ALLES Platz, ALLES können wir mit auf den Altar legen, still oder in Worten. Danke für diese Zeiten, danke für einen Glauben, der alles trägt. Anschließend sitzen wir noch zusammen. Auch diese Runde atmet den Geist des Tages. Wir berichten von unseren Erlebnissen und können uns ganz offen begegnen. Trotzdem fehlen Freude und Humor keineswegs. So nimmt beispielsweise auch Fitz Platz an unserem Tisch, weil Father beim Aufdecken der Gläser nicht richtig gezählt hat. Und wieder geht das Telefon, und wieder geht Father zur Aussegnung einer Verstorbenen. Das ist Hospiz, das ist unsere Aufgabe.

Kurz vor 11 sind wir wieder in unserer kleinen Wohnung. Die Albe muss noch gebügelt werden, morgen ist Sonntag. Angelika legt sich schlafen, sie hat Frühschicht, ich muss erst um 9.30 Uhr antreten und schaue noch in die Texte vom Sonntag: Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn. Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende (Röm 14,7-11).


A

„Schreiben sie einfach >A< Mr. Miller“, antwortet die Schwester, als ich nach unserer Rückkehr den Fahrtenbogen ausfülle und nach dem Zweck der Fahrt frage. A steht für assessment und meint, dass wir schauen waren, ob eine kranker Mensch zu uns ins Hospiz kommt, in die Klink oder ins Hospital muss oder aber ob er gar nicht so krank ist, was allerdings solange ich hier bin noch nicht vorgekommen ist. A für ein Menschenschicksal.

Wir mussten gut 30 Minuten fahren, die meiste Zeit auf denkbar schlechten Wegen. Zuerst hatten wir einen Jungen abgeholt. Er musste uns den Weg zeigen. In einem Armenviertel gibt es keine Straßennamen und auch keine Hausnummern. Eine Adresse kann schon mal beschrieben werden mit: Am Container links und dann hinter dem Baum noch einmal links. Dann immer geradeaus bis wir winken. Trotzdem gibt es Gott sei Dank in vielen Hütten Strom und einen Kühlschrank. Sonst würde alles verderben und noch mehr Krankheiten wären die Folge. Die letzten 200 Meter mussten wir zu Fuß über einen schmalen Trampelpfad gehen.

Weil wir eine Patientin abholen wollen, die nicht mehr gehen kann, nehmen wir unsere leichte Trage mit, der Trolli geht hier nicht. Der Pfad ist gewunden und schon ohne Trage schwer zu gehen. Die Hütte ist etwa 6 mal 3 m groß und besteht aus zwei Räumen, die jeweils nur von außen zu betreten sind. Der Boden ist zementiert, die Wände bestehen aus einem Doppelten Drahtgeflecht in das faustgroße Steine gefüllt sind. Dann wurde alles bis zu einer Höhe von ca. 150 m mit Lehm abgedichtet. Oben sieht man das Drahtgeflecht. Die Decke besteht aus Wellblech. Ein Kühlschrank und ein winziges Schränkchen sind die einzige Einrichtung. Die Patientin liegt auf einer Strohmatte auf dem betonierten Fußboden.

Sofort bei unserem Erscheinen laufen einige Leute zusammen, junge und alte, Kinder und Erwachsene. Die Schwester redet mit der Patientin und entscheidet dann, dass sie mitfahren kann, was ihr Wunsch war. Den Trampelpfad geht es nun zurück. Obwohl die Frau spindeldürr ist wird sie immer schwerer. Wir sind bemüht die Trage möglichst waagrecht zu halten. Endlich am Krankenwagen. Im Schritt-Tempo und manchmal noch langsamer geht es nun zurück über die Bad-Road. Ich bin heil froh, als wir in der Gluthitze die Teerstraße erreichen, rund 1 ½ Stunden sind wir nun schon unterwegs.

Ein anderes Mal können wir bis vor die Tür fahren. Wieder besteht die Hütte aus zwei Räumen, diesmal aber innerhalb miteinander verbunden. Der erste Raum ist fast leer. Auf dem Boden sitzen entlang der Wand etwa 10 Zulufrauen. In der Ecke brennt eine Kerze. Im Nebenraum stehen ein einfaches Doppelbett und ein Schrank. Im Bett liegt unsere Patientin. Sie weiß noch gar nicht, dass in der Nacht ihr Bruder gestorben ist, der sie versorgt hatte. Für ihn brennt nebenan die Kerze. Möglichst schonend wird ihr ihre schwierige Situation beigebracht und sie willigt schließlich ein mit ins Care Centre zu kommen, sie ist die letzte ihrer Familie, die Frauen im Nebenzimmer sind Nachbarn.

Am selben Tag fahren wir zu einem jungen Mann, 17 Jahre alt. Er ist schwer krank und kann sich nicht mehr allein versorgen. Seine Eltern sind beide gestorben, nun lebt er mit seiner 15-jährigen Schwester in einem gut gepflegten kleinen Haus. Er stirbt wenige Tage später, für seine Schwester können wir nichts tun. Im Fahrtenblatt steht auch in seiner Spalte - 42 km - 1:45 houres outside - driver Thomas Müller - A.


Veronika

Als wir am 16. August in Mandeni ankamen, dachten wir, dass Pater Gerhard, oder Father, wie er hier nur genannt wird, der einzige ist, der außer uns deutsch spricht. Wir waren dann recht überrascht und froh, als noch andere Deutsche im Haus waren, wenn auch nur für kurze Zeit. Eine von ihnen war Veronika. Sie ist Mitte zwanzig und studiert Englisch und Sport und ist inzwischen schon wieder in Deutschland. Sie hat viel dazu beigetragen, dass wir hier so sanft landen konnten. Durch ihr freundliches Wesen und ihre nette Ausstrahlung gepaart mit der Gabe sowohl Deutsch als auch Englisch zu sprechen, hat sie uns immer wieder Brücken gebaut zu Patienten, Kindern und Kollegen. Besonders überraschten mich ihre tiefen Gedanken. Mit 25 denken viele an Karriere und Freizeit. Sie machte sich Gedanken über Sinn und Ziel des Lebens und Sterbens. Sie war aber auch eine gesellige Type, zu Späßen und guter Laune stets aufgelegt.

Als ich ihr eines Abends sagte, dass ich im Internet über meine Erfahrungen berichte, war sie sofort bereit, auch ihre Erlebnisse an dieser Stelle zur Verfügung zu stellen. So brauche ich gar nicht so viel über sie zu schreiben und lasse sie lieber selbst zu Wort kommen. Die Texte sind ursprünglich zwei Mails, die sie an ihre Lieben daheim geschickt hat.

1. Mail, Mitte August

Halli Hallo an alle, ich bin seit einer Woche in einem Aids Hospiz in Mandeni. Hierher kommen die Menschen, die bereits im Endstadium der tödlichen Krankheit sind, um einen mehr oder weniger würdevollen Tod zu sterben. Ich muss sagen, dass ich ganz schön daran zu knabbern habe. Gleich am ersten Tag ist jemand gestorben und der hiesige Leiter hat mich gleich ins Krankenzimmer mitgenommen und das war echt hart für mich. Das war das erste Mal, dass ich jemanden gesehen habe, der tatsächlich tot war. Hatte ganz weiche Knie. Ansonsten pflegen wir die Kranken, bringen ihnen Essen, reden mit ihnen und wechseln Windeln. Anfangs hatte ich wahnsinnige Angst, dass ich mich infizieren könnte, nicht unbedingt mit AIDS, sondern auch mit TB oder anderen Diseases, aber man härtet wirklich ab. Krankheit und Sterben werden zum Alltag. Ich hätte nie gedacht, dass mir das mal so gehen könnte. Ich bin auf einmal so dankbar, dass ich gesund bin und eine gute Ausbildung genieße und ein schönes Zuhause habe: das lernt man wirklich zu schätzen!! Gestern durfte ich auch zu einem Krankenbesuch in den "Busch" mitfahren. Der Patient, den wir dort vorgefunden haben, hat in einer kleinen Lehmhütte gewohnt und lag auf einem komischen Bettgestell, ohne Matratze. Von Innen waren die Wände nur mit Pappkarton verkleidet. Wir haben ihn in ein Krankenhaus gebracht, wo bestimmt an die 600 Leute darauf gewartet haben behandelt zu werden. Es war heiß, alle haben gehustet, Kinder haben geschrieen- totales Chaos. Aber die Ärzte dort hat das kaum berührt. Die haben Däumchen gedreht und die Leute nicht behandelt. Wahnsinn. Und wer bis sechs Uhr nicht dran war wird wieder heimgeschickt!! Teilweise stellen sich die Menschen bereits um drei in der Früh an, um dann eventuell am nächsten Tag behandelt zu werden. Ich würde euch gerne ein paar Photos schicken, aber das funktioniert nicht. Hier im Haus gibt es nämlich auch ein Heim für Kinder, die nach dem Tod ihrer Eltern übrig geblieben sind und die keiner mehr haben will. Sind echt süße Fotos. Für eventuelle Rechtschreibfehler entschuldige ich mich, aber die Tastatur hier ist so anders als die deutsche :-)))))))))))))))))))))))
(Veronika)

2. Mail, Anfang September

Hallo Ihr daheim, mich gibt's noch. Sorry, dass ich länger nichts mehr von mir hör'n hab lassen, aber ich bin leider so gut wie nie am Computer. Ich hoffe, euch geht es allen gut. Hab schon gehört, dass das Wetter die letzten Wochen nicht so prickelnd war .Mir geht's gut. Ich hab die letzten Wochen recht viel erlebt und möchte euch gerne davon erzählen: Eines, der tiefsten Erlebnisse, die ich je hatte, war vor ein paar Tagen. Ich hab unten im Hospiz gearbeitet, als eine Schwester zu mir kam und mich bat, mich ein bisschen um den Patienten in Bett 1 zu kümmern, weil er recht schwach sei und Beistand bräuchte. Ich kannte den Mann ganz gut und hab ihn wirklich gern gemocht, weil er mich immer so nett gegrüßt hat. Als ich dann an sein Bett kam war sofort zu erkennen, dass der arme Kerl im Sterben lag. Er hatte große Schwierigkeiten beim Atmen und röchelte leise. Sein Körper war total abgemagert und sein Gesicht hat eigentlich schon wie das eines Toten ausgesehen. Ich hab mich also an sein Bett gesetzt, seine Hand genommen und angefangen ihm deutsche Kinderlieder vorzusingen. Alle paar Minuten musste ich ihm mit einer Spritze kleine Wassermengen in den Mund tröpfeln. Ich saß bestimmt fast 2 Stunden an seinem Bett, als die Abstände, in denen er Luft holte länger und länger wurden. Zu diesem Zeitpunkt war ich alleine mit ihm im Zimmer und so langsam hab ich dann wirklich ein komisches Gefühl bekommen. Nach jedem Atemzug hab ich auf den nächsten gewartet und hätte am Liebsten nachgeholfen. Ich kann die Gefühle, die ich dabei hatte gar nicht wirklich beschreiben. Es war, als ob eine ganz tiefe Bindung zwischen dem Sterbenden und mir bestünde. Schließlich hat er auch auf meinen Handdruck nicht mehr reagiert und seine Augen ganz komisch verdreht. In dem Moment kam die Schwester rein. Sie hat sich neben mich gesetzt und wir haben gemeinsam seine Hand gehalten, bis er schließlich für immer eingeschlafen ist. Richtig friedlich. Trotzdem haben mich die Gefühle dann übermannt und ich hab einfach zum Heulen angefangen und Schwester Sheila mit mir. Das ist jetzt schon wieder ein paar Tage her. Mir geht's gut und bin nun unheimlich dankbar, dass ich diesen Mann auf seinem letzten Weg begleiten durfte. Es ist schwierig nach einer Geschichte wie dieser eine passende Überleitung zu finden. Ich wollte nur sagen, dass ich meine Zeit hier wirklich genieße, mich aber schon total drauf freue, wenn ich wieder heim komme und euch alle wieder sehe. Ich drück euch ganz fest und denke ganz oft an euch.
Alles Liebe, eure Vroni
(Veronika)

Da ich sicher bin, dass Veronika diesen Artikel hier im Internet selbst noch einmal lesen wird, ein kurzer Gruß: „Liebe Veronika, danke für eine gute, wenn auch kurze gemeinsame Zeit hier in Mandeni und danke, dass ich die Texte verwenden durfte. Ich wünsche Dir alle Liebe und Gute für Deine Zukunft.“


A special day

6.45 Nursing conference, damit beginnt mein Dienst heute. Der Wecker hatte um 5.30 Uhr geklingelt. Wir lassen uns etwas Zeit, weil wir vorübergehend im ersten Stockwerk schlafen; in unserem Schlafzimmer sind die Handwerker zugange. Jeder Patient wird einzeln aufgerufen und die Nachtwachen berichten ob es besondere Vorkommnisse gab. Es war insgesamt eine ruhige Nacht. Dann geht die Nachtschicht und die Frühschicht wird eingeteilt: “Mr. Miller Ward 8 and 9 and help where a helping hand was needed.” Das hört sich nach einem wenig aufregenden Sonntagsdienst an. In Ward 8 liegt nur ein Patient, es ist ein Einzelzimmer und in Ward 9 liegt Pater Severin, der wird heute vom Father ausgefahren. Sie fahren nach Durban. So gehe ich erst einmal zu meinem „Neuen“. Als ich die Tür öffne bleibt mir fast die Luft weg, so extrem ist der beißende Geruch. O Gott, denke ich, was ist bloß mit diesem armen Kerl los, dass er so entsetzlich stinkt. Ich begrüße ihn. Er spricht sehr leise, aber immerhin Englisch, so dass ich wenigstens etwas verstehe. Ich öffne das Fenster und gehe dann erst einmal zur Diensthabenden Schwester um mich zu erkundigen, was der Patient überhaupt hat. „Haben Sie ihn schon aufgedeckt?“ „Nein, noch nicht.“ „Dann werden Sie seine Beine sehen. Sie können ihn auch nicht im Bett waschen, ich schicke ihnen jemand, der hilft. Sie müssen ihn in Rollstuhl zur Dusche bringen.“ Bald kommt eine junge Caregiverin, so nennt man hier die freiwilligen Helfer/innen. Wir decken den jungen Mann auf. Noch einmal schlägt mir eine übel riechende Wolke entgegen, aber schlimmer ist was ich sehe. Von unterhalb des Bauchnabels bis zum rechten Knie ist der Körper total verunstaltet. Es sieht aus als sei es Schaum, wie wenn man Säure auf einen Kunststoff gießt. „Er hatte keine Gestalt mehr und keine Schönheit, ein Mann der Schmerzen, mit Krankheit vertraut.“ Dieses Jesaja Wort ging mir unwillkürlich durch den Kopf. „Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell….“ Im Psalm 18 steht dieser Vers, der zum Leitvers meiner Diakonenweihe wurde. Heute ist mein 12. Weihetag. Und er, dieser arme Kerl, den wir nun so vorsichtig wie möglich waschen und versorgen, wer macht seine Finsternis hell? Gibt es für ihn noch einmal eine Weite, oder wird er erst im Himmel wieder Raum und Kraft bekommen. Nachdem er wieder im Frischbezogenen Bett liegt bedanke ich mich bei der Caregiverin und mache das Zimmer sauber. Es wird Zeit, weil die Messe gleich beginnt und ich mich noch umziehen muss.

Wechselbad der Gefühle. Gleich nach dem Aufstehen die Glückwünsche von Angelika, dann diese diakonische Aufgabe den Kranken zu versorgen, nun Hl. Messe. Bei der Eröffnung weist Father auf meinen Weihetag hin und gratuliert. Am Schluss der Messe singen alle ein Segenslied für mich.

Nach der Messe gehe ich zu unseren Sondergästen. Vier Jungen zwischen 7 und 14, die wegen familiärer Probleme übers Wochenende bei uns im Hospiz untergebracht sind. Für sie ist es hier besonders langweilig. Gerade als ich ihnen unsere wenigen Spiele zeige und erkläre kommt Schwester Sheilagh und ruft mich zum Krankenwagen. Erst einmal Richtung iSithebe, wie so oft. In iSithebe wurden vor 3 Jahren alle Fabrikarbeiter auf HIV getestet und 88%! waren positiv. Vor 12 Jahren waren es 10%. Eine Zulufrau, die recht gut englisch spricht, fragt mich woher ich bin. Ich sage, dass ich aus Deutschland komme und für drei Jahre in Mandeni arbeiten werde. Traurig spricht sie weiter: „Hier sind viele krank; sehr krank; alle.“ Eine lange Pause. „Sie sterben, einer nach dem anderen. Sie sind alle schwer krank.“ Wieder geht es über Bad-Roads zu der Hütte des Patienten. Ein ca. 30 Jahre alter Mann. Sein Bruder hat uns gerufen. Er hat Tränen in den Augen, als wir seinen Bruder auf die Trage legen und ins Auto schieben. Er weiß, dass bei uns die letzte Station ist und sicher hätte er gern mit seinem Bruder noch viel erlebt.

Weniger als Schritttempo ist hier nur möglich, zumal wenn hinten jemand drin ist. So brauchen wir für die gerade 8 oder 9 km fast eine Stunde. Wir versorgen den Patienten und machen das Auto wieder startklar, dann endlich Mittagessen, ich habe reichlich Appetit. Gerade sitze ich am Tisch, da wird es unruhig im Speiseraum. Die Schwester kommt: „Deacon, there is a snakein the children´s home.” Eine Schlange im Kinderheim, da muss schnell etwas passieren, aber was? Ich habe mein Lebtag noch keine wirkliche Schlange in freier Natur gesehen. Außerdem habe ich hier in Afrika Angst vor Schlangen, ich weiß doch nicht ob die giftig sind. Bevor mir etwas einfällt sagt die Schwester: „I have an idea!“, und verschwindet. Ich fahre mit dem Fahrstuhl rauf ins Kinderheim, das sich im 2. Stockwerk befindet. Als der Fahrstuhl hält rasen meine Gedanken - Blöde Idee mit dem Fahrstuhl zu fahren, wenn die Schlange nun genau vor der Tür liegt und durch das Öffnen irritiert wird und zubeißt. Sie liegt nicht vor der Tür. Ich erfahre, dass sie auch nicht im Haus ist, sondern an der Außenwand gesehen wurde. Ich gehe nach draußen, wo in sicherer Entfernung fast alle Kinder stehen und wie gebannt auf den untersten Treppenabsatz blicken. Die Schlange ist allerdings nicht mehr da. Sheilagh kommt und bringt eine Nachbarin mit, die sich mit Schlangen auskennt und auch eine richtige Schlangenausrüstung mitbringt. Sie befragt alle, die die Schlange gesehen haben und sagt dann, dass wir uns keine Sorgen machen müssen, die Schlange sei völlig harmlos. Und sie beginnt ohne Ausrüstung nach der Schlange zu suchen, findet sie aber nicht. So löst sich auch der Menschenauflauf auf und gehe nun endlich zu meinen vier Jungen und spiele mit ihnen. Nach der zweiten Runde kommt Schwester Sheilagh erneut und sagt, dass die Schlange nun wieder da sei. Ich spurte und hole meinen Fotoapparat. Die Schlange liegt auf der Treppe und bewegt sich kaum. Ich beginne zu fotografieren und komme ganz langsam immer dichter an die doch recht hübsche Schlange heran. Hoffentlich hat sich die Schlangenexpertin nicht geirrt. Nun sind es gerade 15 cm die meine Hand vom Schlangenkopf entfernt ist. Als wenn sie neugierig ist kommt sie nun auch langsam auf mich zu. Zeit zum Rückzug denke ich, ein paar schöne Fotos habe ich ja schließlich. Ich habe die Schlange nicht gebissen, sie mich auch nicht, wir können also in Frieden Lebewohl sagen. Noch eine Stunde bis zum Feierabend. Eine gute Zeit um einmal durch alle Wards, so nennt man hier die Krankenzimmer, zu gehen und wo möglich ein paar Worte zu wechseln und kleine Hilfestellungen zu geben. Und wie immer finden sich genug Möglichkeiten den Patienten das Leben ein ganz klein wenig zu erleichtern. Ob es ein Glas Wasser ist oder jemand eine Schmerztablette wünscht, ob ein Ventilator eingeschaltet oder ein Bett höher gestellt werden soll, oder ob es einfach darum geht die Zeit miteinander zu verbringen. Es ist schon nach vier als ich das Hospiz verlasse und in unsere kleine Wohnung gehe. Angelika ist schon da und empfängt mich mit einer Umarmung. Für den Abend habe ich zum Essen eingeladen, allerdings Father gebeten ein Lokal auszuwählen, weil ich ja hier nichts kenne, aber noch haben wir Zeit. Da klingelt das Telefon. Father berichtet, dass er und meine anderen Gäste noch in Durban sind und dass es etwas später wird mit dem Essengehen. Für uns ist das okay. Ich schreibe ein paar Gedanken auf, die vielleicht auch ins Internet kommen. Es gab ganz schöne Rückmeldungen auf die ersten Berichte. Da macht es doppelt Freude weiter zu schreiben. Wieder klingelt das Telefon. Unsere Leute sind immer noch in Durban. Damit es nicht gar so spät wird verabreden wir einen Treffpunkt: Ballito auf dem Parkplatz. Der Tag bleibt ein einziges Abenteuer. Wir suchen Ballito auf der Karte und fahren los. Zu meiner Freude und Überraschung finden wir den verabredeten Parkplatz auf Anhieb und was noch besser ist, kurz hinter uns fährt Father ein.

Ausklang WeihetagDas Essen und die nette Runde an Leuten war so schön, dass wir erst ans fotografieren dachten, als der Tisch abgeräumt war. Father hat den Fotoapparat in der Hand. Auf der linken Seite sitzen Father Severin im Rollstuhl und sein Bruder, dann das Ehepaar Kalkwarf und wir. Gegen neun sind wir wieder in Mandeni und lassen diesen außergewöhnlichen Weihetag bei einem Gläschen Wein ausklingen.


<font size="+2">Samungu - Fotobericht</font>

Mit dem Fotoapparat nach Samungu.


Diesmal fahre nicht ich den Krankenwagen, sondern Wiseman, so konnte dieser kleine Fotobericht entstehen.


Das Einkaufszentrum Sundumbili Plaza, noch in Mandeni. Eine Mischung aus Einkaufszentrum und Wochenmarkt.


Ein Imbiss gefällig? Eine kalte Cola? Im Hintergrund Sundumbili, ein Ortsteil von Mandeni. Sundumbili ist ein Township, einfach und oft ärmlich, aber nicht zu vergleichen mit den Elendsvierteln wie Mandafarm gleich nebenan, wo es weder Strom noch Wasser gibt.


Die Berge kommen in Sicht. Im Vordergrund bessere Häuser von Sundumbili, aber noch längst nicht die schönsten.


Kurz hinter dem Ortsende beginnt eine sehenswerte Berglandschaft. Wie im Urlaub, auch die nächsten Bilder.


Nun geht es nur noch über Schotterstraßen, allerdings über gut ausgebaute. Das hier ist keine Bad Road! Sie ist in meiner Autokarte noch als gutbefahrbare Fernstraße markiert.


Wir sind nicht die einzigen, die sich über diese Straße freuen, auch ein paar Kühe gehen lieber hier als auf unwegsamen Pfaden.


Eine katholische Außenstation. Heute fahren wir nur vorbei. Und weiter durch die Berglandschaften.


Ein traditionell gebauter Zulukral. So leben auf dem Land bis heute die Zulugroßfamilien, in Rufweite voneinander entfernt. In den größeren Ortschaften bevorzugt man heutzutage aber auch im Zululand Steinhäuser nach europäischem Muster.


Unser Ziel für Heute: die Samungu Clinic. In solchen Kliniken arbeiten ein bis drei Krankenschwestern, die die medizinische Grundversorgung ihren Patienten sicherstellen. Nur in schwierigen Fällen werden die Menschen zum Arzt oder ins Hospital geschickt. Wir nehmen eine Patientin auf, für sie gibt es keine Heilung mehr. Dann fahren wir Heim.


Rechts ein recht großer Kral. Auf dem Bild ist auch die Form der Streusiedlung zu erkennen, in Rufweite voneinander entfernt.


Die Berge gehen zu Ende. Vor uns liegt wieder die weite Ebene in der auf riesigen Farmen Zuckerrohr angebaut wird. Hier gab es auch die Mandafarm, der Mandeni seinen Ursprung verdankt.


Dieses Bild ist nicht auf meinem Mist gewachsen, ich habe es aus der Internetpräsenz vom Father: www.bbg.org.za, sehr zum Besuch zu empfehlen. Rechts von der Bildmitte sieht man unser Care Centre, am grünen Dach gut zu erkennen. Das Gebäude mit dem roten Dach ist das Pfarrhaus und dazwischen die Pfarrkirche von Mandini, die zur Zeit nicht genutzt wird. In Sundumbili gibt es eine größere Kirche. Hier in Mandini kommen nur wenig Gemeindemitglieder zum Gottesdienst. Diese kommen dann sonntags in die Kirche des Care Centres. Es gibt nicht nur Krankheit und Elend in und um Mandeni. Gott hat alles erschaffen und er sah, dass es gut war.


A Day Off

A Day Off ist ein Tag, an dem wir keinen Dienst haben. Es ist hier so geregelt, dass es je sechs Tage Arbeit gibt, dann zwei Tage frei, oder eben off, wie man im Englischen sagt. Fallen die beiden freien Tage auf ein Wochenende, ist auch der folgende Montag frei. Was macht man mit so einem Day Off? Bisher gab es da für uns noch keine Probleme. Wenn wir sechs Tage je 9 Stunden arbeiten und zusätzlich Essenszeiten einhalten und die Hausgottesdienste besuchen, dann bleibt für ein oder zwei Days Off genug zu tun. In der Regel wachen wir um 6 Uhr früh auf. Wir drehen uns am Day Off gern noch einmal um, aber in der Regel gehen wir um 7.30 Uhr zur Messe in unserer hauseigenen Kirche. Nach dem sich anschließenden Frühstück sind in der Regel Aufgaben in der Wohnung dran. Gründlich sauber machen, Wäsche waschen, kleine Instandsetzungsarbeiten oder Verschönerungen usw. Dann ist auch schon wieder Zeit zum Mittagessen. Sindi, unsere Köchin, schafft es immer wieder, dass wir unseren Vorsatz wenig zu essen nicht einhalten. Seit Mai nehmen wir fast ständig zu. Erst in den letzten 14 Tagen ist eine kleine Verbesserung zu vermerken. Das Essen ist jedenfalls immer lecker und abwechslungsreich. Dabei war Sindi, so wurde uns berichtet, anfangs eine Notlösung. Als aber klar wurde, dass sie gut und gerne kocht, wurde sie zur Hauswirtschafterin ausgebildet und führt nun sehr erfolgreich die Küche des Hauses, die immerhin für 40 Patienten, 40 Kinder und im Schnitt sicher 20 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen sorgt. Sieben Tage die Woche. Ans Essen schließt sich häufig ein Spaziergang durch Mandeni an.

Mandeni ist nicht so dicht bebaut, da finden sich überall schöne Plätze, die zum Ansehen und Verweilen einladen. Unsere Runden werden dabei immer größer. Ich muss zugeben, dass mir, wenn wir auf kleinen Wegen durch die Natur unterwegs sind, mulmig ist, weil ich nicht weiß, was hier so alles krabbelt und sich schlängelt, aber bisher haben wir keine unangenehmen Überraschungen erlebt. Wir sind eher erfreut, dass wir auch von Zulus gegrüßt werden und so den Eindruck gewinnen, als könnten wir hier recht gut leben. Immer wieder geben Häuser und Gewächse auch den Blick auf die umliegende Landschaft frei. Sie ist nicht so spektakulär wie die Alpen, aber doch so schön wie der Bayerische Wald, an den uns hier schon öfters Berge und Täler erinnert haben. Nach einem kurzen Powerneck gibt es Kaffee in unserer kleinen Wohnung. Wir haben ein Wohnzimmer von ca. 3,5 mal 3,5 m, ein Schlafzimmer, das sogar etwas größer ist, eine Miniküche, Dusche und Clo. Wenn man nun bedenkt, dass wir voll verpflegt werden und abends oft bei Father zu Gast sind, ist das wirklich mehr als genug. Bis zum Abendessen um 6, Supper genannt, bleibt Zeit Mails, Briefe oder Berichte zu schreiben. Supper nehmen wir wie alle Mahlzeiten gemeinsam mit den hier arbeitenden ein. Danach sitzen wir oft mit ein paar Freunden hier aus dem Haus zusammen oder gehen, weil es um 6 schon dunkel wird, wieder in unsere Wohnung etwas lesen oder einfach ein Bisschen erzählen oder rumdösen. Meistens beschließen wir unsere Tage mit der Vesper in unserem Wohnzimmer, bei der wir gern und viel zur Gitarre singen.


changed

(Fast) Jeden morgen stehe ich vor diesem Bild. Hier beginnt, von der Gemeinde ungesehen für Father, Mrs. K und mich die Hl. Messe. Wir sind im Boardroom im Firstfloor, dem Vorzimmer von Mrs. K und Father, dessen Büro noch hinter dem ihren liegt. Der schale Verbindungsflur beider Büros ist unsere Sakristei. Aber dieses Bild, wenn man es in Ruhe betrachtet und die Ruhe haben wir hier im Süden Afrika weg, ist tief und regt zum Nachdenken an.
Auf dem Thron sitzt Gottvater. Der Thron sieht für mich aus wie ein Altar aus dem Alten Testament. Von Jesus hat das Volk Israel noch nichts gewusst, aber von Abraham. Abraham zog umher und baute dem Herrn einen Altar. Einen hier und einen dort, nachzulesen im Pentateuch, den ersten fünf Büchern der Bibel. Es geht also um den Gott, der Israel aus Ägypten herausgeführt hat, um den Gott, der Abraham auf die Probe stellte, um den Gott, der Jesaja und Jeremia berief, um den Gott, der Judith die Kraft gab usw., um den Gott des Alten und des Neuen Bundes, um unseren Gott, den Gott der Christen und der Juden. Er hält das Kreuz seines Sohnes. Hier trennen sich Judentum und Christentum. Das Kreuz! Heilszeichen! Zeichen der Torheit! Folterinstrument! Das Zeichen der Christen. Im Kreuz und in der Auferstehung schlägt Gott durch seinen Sohn Jesus Christus die Brücke zwischen Himmel und Erde. Eine Brücke zwischen der Hoffnungslosigkeit aidskranker Zulus und dem Leben in Fülle, zwischen zerstrittenen Menschen, zwischen Feinden! Jesus hebt die Hände, die Menschen doch festgenagelt hatten, aber es waren eben Menschen und er ist der Sohn, Gott selbst. Und so wird das Kreuz zum Baum, dessen Wurzeln deutlich sichtbar sind. Ja, es geht um einen Glauben, der in der Erde wurzelt. Der nicht irgendwo in fernen Himmeln schwebt. Ein Glaube, der sich in Deutschland genauso erweist wie in Südafrika, der seine Wurzeln überall hat. Und das alles vor einem rot-goldenen Hintergrund, einer Mischung aus Himmel (Gold) und Liebe (rot), einer Verschmelzung von Himmel und Liebe. Pater Gerhard hat einen Artikel über die Arbeit hier im Care Centre überschrieben mit: Ein Himmel von Pflege in der Aids-Hölle Südafrikas. Himmel und Erde sind Eins in Gott. Nur in Ihm ist vollkommene Einheit möglich. Gott ist unteilbar! Himmel und Erde sind in IHM Eins, heute schon und immer.
Im Hintergrund des Bildes ist eine Flamme sichtbar. Der Heilige Geist. Für mich auch der Dornbusch. Der Ort, an dem ich tatsächlich oder in meinem Herzen die Schuhe ausziehe, weil ich heiligen Boden betrete, wenn mich ein Mensch in sein Herz schauen lässt, wenn ich eintreten darf in das Heiligtum eines Anderen, der Souverän bleibt und sich mir doch total ausliefert, weil er alles preisgibt. Altes Testament im Jahr 2005, in Deutschland, in Südafrika, in der ganzen Welt. Heiliger Boden auch dann und da, wo sich Gott selbst als Wolkensäule und Feuerflamme, als Wegweiser im Wirrwarr des Lebens zu erkennen gibt.
Als mich vor einem Jahr Leute fragten: „Warum willst Du nach Südafrika?“, sagte ich: „Ich will die Welt aus einer anderen Sicht kennen Lernen.“ Schon nach sechs Wochen tritt genau das ein. Ich lerne die Welt aus einer anderen Perspektive heraus kennen. Schau dieses Bild an!

Welches Meer ist das? Die Nordsee? Der Atlantik? Der Indische Ozean? Es ist nicht wirklich zu sehen. Ja, es ist tatsächlich der Indische Ozean, aber der Unterschied liegt nicht in den Wellen, er liegt im Herzen! Es ist dasselbe Rauschen, das jeder in Cuxhaven hören kann. Das Wasser ist nicht anders salzig als in Portugal. Das Herz nimmt anders wahr! Hier stehen wir auf der Unterseite der Welt, von Europa aus betrachtet. So habe ich selbst noch vor zwei Monaten empfunden. Nun stehe ich hier und sehe auf das Meer. Am anderen Ende dieses Meeres liegt das Land, das Land, das zum letzten Jahreswechsel so furchtbar von einer Flutwelle eben dieses so beschaulichen Wassers heimgesucht wurde. Alles ist anders, wenn man den Blickwinkel wechselt. In Oyten habe ich vor wenigen Jahren ein Lied kennen gelernt, was sich mir nur langsam erschloss. Nun hat es wieder eine neue Deutung erfahren: Bleibe hier bei uns. Da heißt es in der 3. Strophe:

Die Menschheit, die uns umgibt,
kämpft, leidet und hofft.
Wie eine Erde, die in Trockenheit zum Himmel fleht,
zum Himmel ohne Wolken.
Doch er kann ihr noch immer Leben schenken.
Wir werden Quellen reinen Wassers sein,
wenn du mit uns bist, wird die Wüste neu erblühn.

Diesen Text lernte ich in Oyten kennen! Was ist Trockenheit? In Oyten, in Afrika? Was ist ein wolkenloser Himmel, ein hoffnungsloser Blick nach oben, wenn alle sterben, weil sie Aids haben und ich vielleicht auch infiziert bin? Keine Chance, keine Wolke, die Hoffnung schenkt, kein Medikament, das Aussicht auf Heilung gibt. Mein Gott, die Menschheit in Deutschland kämpft, glaubt man den Schlagzeilen im Internet, um den Benzinpreis. Hier in Mandeni geht es einfach nur ums Leben, nur! Nur! uns Leben. WIR? werden Quellen reinen Wassers sein? Welches Vertrauen gehört dazu, dieses Lied hier im Zululand zu singen. Wie anders dieses Lied nun klingt, dieses Lied und So vieles was mir noch gestern vertraut vorkam. Ja, ich hoffte auf eine neue Sicht. Es sieht alles danach aus, dass sich dieser Wunsch erfüllt.


uShaka

Es wird tatsächlich „uShaka“ geschrieben, nicht, wie Deutsche wohl vermuten würden Ushaka. Frag mich keiner warum, das werde ich später vielleicht verstehen, wenn ich etwas tiefer in die Sprache der Zulu vordringen kann. Shaka ist jedenfalls ein geschichtsträchtiger Zulukönig gewesen. Als Überschrift habe uShaka gewählt, weil ein Freizeit-, Einkaufs- und Erholungsgelände in Durban so heißt. Von Anfang an haben Father und Mrs K darauf Wert gelegt, dass wir auch die schönen Seiten des Zululandes kennen lernen. Dazu gehört zweifellos uShaka! Bei einem Ausflug lernen wir das Gelände kennen. Gleich nachdem wir es betreten tanzen etwa ein Dutzend Zuluboys einen vielleicht traditionellen Tanz in vielleicht traditioneller Kleidung. Das kann ich nicht beurteilen und heute läuft hier keiner mehr so herum. Aber es war trotzdem nett anzusehen und anzuhören. Dann entdecke ich ein Wrack.

Wir sind direkt an der Küste des Indischen Ozeans, aber so ein Wrack hatte ich hier nicht erwartet. Beim Näher kommen wird deutlich, dass es unmöglich ein einfaches altes Boot sein kann. Große getönte Scheiben unterhalb der Wasserlinie sind bei Wracks doch eher selten. Und so erfahren wir, dass es sich um ein Aquarium handelt, bei dem beim Besucher der Eindruck vermittelt wird, als befände er sich auf einem gesunkenen Frachter. Und so finden wir alles, was so eine Landratte in einem Unterwasser-Wrack erwarten kann. Dabei haben alle Räume, auch die Mannschaftstoilette, die heute aber reiner Ausstellungsraum ist - sein Geschäft erledigt man diskret auf modernen WCs - große Fenster, durch die man in riesige Bassins sehen kann.

Und da tummelt sich alles, was auch vor der Küste sein Zuhause hat. Seepferdchen und Haie haben es mir besonders angetan, aber auch enorm große Wasserschildkröten und Rochen beeindrucken mich durchaus. Amüsant sind zwei Schwimmer, die scheinbar nicht gewahr sind, dass hier unten Leute sind, die sie ganz gut beobachten können. Eine Delphinshow nach amerikanischem Muster rundet unseren Nachmittag ab. Mit Blick auf den Indischen Ozean genießen wir unser Supper und fahren Heim nach Mandeni. Ja, es ist wirklich so, schon nach 6 Wochen sind wir hier Zuhause.


Monster

Eigentlich ist es hier genauso wie in Deutschland. Alle kennen das, dass es einmal gute Tage gibt, dann wieder solche, die an besten gar nicht erst beginnen sollten. Es ist Sonntag und ich habe Spätdienst im Children's Home, von 10 bis 19 Uhr. Natürlich läuft der Betrieb an Wochenenden in vollem Umfang weiter, wir können die Kinder ja schließlich nicht auf die Straße schicken und auch unsere Kranken sollen den Sonntag nicht als notfallbesetzten Ausnahmezustand erleben. Da wir um 9.30 Uhr gemeinsam die Hl. Messe feiern, gehe ich erst danach hinauf. Draußen ist es bewölkt und sieht nach Regen aus. Ich bin gerade dabei die Wohnungstür abzuschließen, da kracht es so, dass ich fast den Schlüssel fallen lasse. Ein Blitz war nicht zu sehen, der Donner lässt aber darauf schließen, dass er ganz in der Nähe eingeschlagen ist. Nun, ich gehe hoch, mein Kopf ist schwer, ich bin leicht erkältet. Die Kinder empfangen mich wie immer mit einem lautem: Hällooo Diiicon Miller (so ungefähr sprechen sie es aus). Come, come, we saw the men, we saw them! Come Deacon Müller! Und sie zerren mich über den Flur zum hinteren Ausgang und deuten auf eine Gruppe von Männern, die sich auf dem Nachbargrundstück aufhalten. Und die waren es?, frage ich. Die haben den lauten Donner gemacht? Ja, wir haben es gesehen! So weiß ich nun endlich auch, wo so ein Donner herkommt. Den Blitz hatten auch die Kinder nicht gesehen. Mein Kopf macht mir zu schaffen und ich habe den Eindruck als seinen heute alle Kinder besonders laut. Ich kann mich nicht durchsetzen und gute Einfälle was ich mit den Kleinen spielen kann habe ich heute auch nicht. Da bin ich froh, das eine Caregiverin kommt und mir zweigt, dass ein Babybett defekt ist. So gehe ich Werkzeug holen. Ruhe. Ich gehe bewusst langsam; nicht mein Tag heute. Unten sehe ich, dass die Garage offen ist. Zwischenzeitlich hatte es geregnet, aber nun sind die ersten Stellen der Zufahrt schon wieder trocken. Draußen sitzt etwas. Ich kann es nicht richtig erkennen. Die leichten Kopfschmerzen führen auch zu schlechterem Sehen bei mir. Was ist das? Eine Vogelspinne? So dicht bei unserer Wohnung. Müssen wir einfach viel vorsichtiger werden? Ich gehe rauf um einen Kollegen zu holen. Der soll sich das Ungeheuer ansehen und sagen was es ist. Aber wie es so ist, wenn man einem braucht ist keiner da! Eben wie in Deutschland. Ich treffe Angelika. Gemeinsam gehen wir wieder hinunter. Ich hole den Fotoapparat. Das Monster ist etwas weiter weg und hat sich gedreht. Nun sieht es fast aus wie ein Krebs. Mit einem Besen testen wir, wie angriffslustig der Eindringling ist. Der weicht aber ängstlich zurück. Hoffentlich irren wir uns auch diesmal nicht und es ist wirklich ein Krebs. Gibt es in Südafrika gefährliche Krebse? Giftige vielleicht? Keine Ahnung. Wenn ich diese Frage eindeutig klären will, auch die was das hier für eine Kreatur ist, muss ich dicht heran um ein gutes Foto zu bekommen. Sieht wirklich aus wie ein Krebs. Als ich später die Schwester treffe und ihr das Bild zeige bestätigt sie es und wir erfahren, das wir noch viele davon zu sehen bekommen werden. Es sind Flusskrebse, die es hier in großer Zahl gibt. Okay, die Aufregung ist vorbei, ich gehe zurück an meine Arbeit und repariere das Babybett. Danach gibt es Mittagessen. Das Essen ist gut wie immer, aber die Kinder sind heute wirklich lauter als sonst. Nach dem Essen gehen die Kleinen zum Mittagsschlaf auf ihre Zimmer, und wir verteilen uns auch auf die Zimmer, damit es ruhig werden kann. Aber wie das so ist an solchen Tagen, die Kids tanzen mir auf der Nase herum und ich habe nicht die Worte um diese andere Art von Monstern zu bändigen. Wenn ich schimpfe halten sie es für ein neues Spiel und treiben es ärger als zuvor. Ich weiß keinen anderen Ausweg und gehe einfach aus dem Zimmer. Mein Kopf dröhnt. Ich gehe zu den Großen, vielleicht kann ich die zu einem ruhigen Spiel animieren. Aber auch die sind heute völlig überdreht. Sie toben wie die Verrückten über Betten und Tische. Ich bin genervt, aber sie lachen mich an und machen weiter. Es ist zum Auswandern, aber wohin, in Afrika bin ich schließlich schon. Um wenigstens nicht noch mehr zum Chaos beizutragen gehe ich und repariere zwei kleine Sachen, die mir aufgefallen waren. Nach der „Mittagsruhe“ scheint die Sonne und wir gehen mit allen Kindern raus. Ein Segen für mich und ich denke auch für die Kinder. Nun entspanne ich ein bisschen und es macht auch wieder Freude mit den Kindern zu sein.

Ja, ich vergesse fast meine Kopf- und Gliederschmerzen. Die sind auch nicht so gewaltig, aber in einer Situation, in der man tunlichst zu 100% wach ist, da ist es spürbar, wenn mal nur 80% zur Verfügung stehen. Die Sonne tut uns jedenfalls gut und wir verbringen einen schönen Nachmittag. Besonders interessant wird es für die größeren Kinder, als Jody mit einem lebendigen Frosch ankommt. Armer Kerl (der Frosch), aber ich kann nicht wirklich etwas für ihn tun. Ich achte nur darauf, dass die Kinder ihn nicht quälen und zum Feierabend hin ihn wieder frei lassen. Er hat Glück und überlebt. Die Luft ist gut nach dem Regen und es ist auch nicht so schwül wie manchmal. Um 5 gehen die Kurzen rein. Ich bleibe mit der Größeren noch eine halbe Stunde draußen. Wir räumen auf und schauen nach dem Kingfisher und der Taube, die auf einem benachbarten Grundstück nisten. Nun ist auch für uns Zeit fürs Abendbrot. Ein langer und für mich recht anstrengender Tag geht zu Ende. Ich bin heilfroh, als die kleinen Monster alle im Bett sind und mache meine Runde. Ich gehe zu jeder und jedem Ans Bett, wünsche ihnen eine gute Nacht und mache ihnen ein Kreuz auf die Stirn. Von vielen kenne ich die Vor- und Krankengeschichte. Einige werden das Schulalter nicht erreichen, andere haben einen schweren Knacks an ihrer kleinen Seele. Nein, es sind keine Monster, es sind unendlich liebenswerte kleine Zulukinder und ich darf hier sein und mit ihnen leben und ihnen den Segen und den Schutz unseres Gottes zusprechen. Wie vielen Eltern geht es genauso auf der ganzen Welt, wenn die Kinder mal völlig über die Stränge schlagen oder die Eltern durch Beruf, andere Aufgeben oder gesundheitliche Schwäche einmal nicht gut drauf sind. Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen. (Eph 4:26) So heißt es im Epheserbrief. Ich wünsche von hier aus allen Eltern das Geschenk, wenigstens abends uneingeschränkt die Liebe zu den Kindern zu spüren und zu genießen.

Und nun schlaf gut kleiner Syabonga und verzeih mir, wenn ich heute ungeduldig war. God bless you: In the name of the Father, and of the Son, and of the Holy Spirit. Amen. Bye little one, see you tomorrow.


dry

Manchmal ist es nicht zu glauben. Da lebt man nun auf einem anderen Kontinent und doch sind es so ganz kleine Dinge, die den Alltag bestimmen. Hier in Mandeni ist Frühling. An sonnigen Tagen kommen wir auf gut 30° bis 35° am kühlsten Schattenpunkt des Hauses gemessen, aber wir haben ja schließlich eine Airconditioning, eine Klimaanlage; ganz neu. Wir benutzen sie natürlich und freuen uns, dass es in unserer kleinen Wohnung nun angenehme 10° kühler ist als draußen. Auch am Folgetag halten wir die Temperatur etwa auf dem selben Level. Wir hätten es gern noch ein wenig kälter, aber die eingestellten 18° schafft die Maschine leider nicht. Ganz im Gegenteil, die Wohnung wärmt sich noch etwas an, es ist ja auch nur eine kleine Klimaanlage.

Als Tags darauf die Temperatur nach einem Regen kräftig fällt wundern wir uns doch: draußen nur noch 20°, drinnen mit Aircondition inzwischen 27°! Eingestellt sind immer noch die 18° von Vorgestern. Wir tauschen unsere gesamten Kenntnisse über die Aircon und die Fernbedienung aus uns kommen zu dem Schluss, dass wir eigentlich beide keinen blassen Dunst haben, wie das Ding funktioniert. Einen kurzen Besuch von Misses „K“ nutzen wir sie zu fragen, wie die Aircondition arbeitet und wie wir die Arbeit beeinflussen können. Sie sieht sich unsere Fernbedienung an und drückt auf einen Knopf. „Die ist ja gar nicht richtig eingeschaltet, haben sie mal eine Leiter oder einen Stuhl, ich will mal oben nachsehen.“ (Im Originalton natürlich Englisch.) Sie öffnet eine kleine Klappe und legt einen Schalter um. „So, nun muss es eigentlich gehen. Sehen sie mal hier, das ist die Mode Taste. Im Augenblick arbeitet die Anlage im Modus >dry<, das heißt, sie trocknet lediglich die Luft, verändert aber die Temperatur nicht.“ Und sie erklärt uns, wie wir mit der für uns neuen Technik umgehen können. So ist das, da trocknen wir tagelang die Luft in unserem Schlafzimmer und wundern uns, dass es nicht kühler wird. Typisch Greenhorn würde ich mal so sagen. Genauso wie wir uns erst mit der afrikanischen Technik vertraut machen müssen, geht es uns mit allem, was hier so krabbelt, fliegt, hüpft und sich schlängelt.

Diese Gottesanbeterin, die uns eines Abends besuchte ist völlig harmlos und ließ sich denn auch noch brav fotografieren, sie ist auch nur ca. 13 cm groß. Ganz anders war es mit einer kleinen schwarzen Spinne, die hier hüpfend und springend ihrer Wege zog. Ich hatte sie nicht einmal wahrgenommen, sie mich aber schon und sie fand mich wohl zum anbeißen. Jedenfalls fand ich eines Morgens an meine Körper ein paar rote kleine Punkte. Nun, das sind wohl Mücken, Fliegen, Moskitos oder so was, dachte ich bei mir und maß der Sache keine größere Bedeutung bei. Ein paar Tage später guckt Angelika und sagt: „Was hast Du denn da?“ Einer der kleinen Punkte hatte sich heftig entzündet und eiterte nun still vor sich hin. Das gefiel mir natürlich überhaupt nicht und ich griff zu unserer Hausapotheke, wir sind ja schließlich vorbereitet. Die richtige Salbe war schnell gefunden und ein Pflaster auch - und fertig! Zwei Tage später ist die Entzündung kreisrund und misst inzwischen 5 cm im Durchmesser. Außerdem tut es nun auch noch weh. So mache ich mich denn doch auf den Weg zur Schwester, ich komme sowieso jeden Tag an ihrem Behandlungszimmer vorbei, und zeige ihr das Dilemma. Sie sieht sofort dass es ein Spinnenbiss ist, will aber Rücksprache mit dem Doktor halten. Nun bekomme ich richtige Tabletten und ein langsamer Heilungsprozess beginnt; ein Spinnenbiss! Mach diesem Erlebnis ist uns unserer kleiner Hausgenosse, den wir vorgestern entdeckt haben, doch ein lieber Gesell: ein Gecko.

Eine afrikanische Eidechsenart, völlig harmlos und zudem sehr am Verzehr von Insekten, auch Spinnen!, interessiert. So erhält er eine Aufenthaltsgenehmigung für unsere Wohnung, zumal es auch ein armer Kerl ist; er hat seinen Schwanz eingebüßt. Wahrscheinlich stand er bereits schon einmal auf der Speisekarte eines Stärkeren, vielleicht einer Schlange. So ist das Leben. Hier, wo Internationalität auf bitterste Armut trifft, wo Tod und Leben als Nachbarn zusammen wohnen, hier setzt sich der Alltag wie überall auf der Welt aus tausend kleinen Ereignissen und Erlebnissen zusammen.

Enden möchte ich mit einem Gebet. Ich weiß nicht ob und wie es zu dem Geschriebenen passt, aber es geht mir durch den Kopf und darum soll es einfach hier den Abschluss bilden:

Du starker Gott, der diese Welt
im Innersten zusammenhält,
du Angelpunkt, der unbewegt
den Wandel aller Zeiten trägt.

Geht unser Erdentag zu End´,
schenk Leben, das kein Ende kennt:
führ uns, dank Jesu Todesleid,
ins Licht der ew'gen Herrlichkeit.

Vollenden wir den Lebenslauf,
nimm uns in deine Liebe auf,
dass unser Herz dich ewig preist,
Gott Vater, Sohn und Heil'ger Geist. Amen.


Ngapumelela

Es ist viertel vor Zwei am frühen Nachmittag, die meisten Kinder schlafen, die anderen beschäftigen sich still. Ich bin im Spielzimmer des Children's Home. Mein Dienst wird noch bis 19 Uhr gehen, die Arbeitstage sind lang in Mandeni. Mir gegenüber sitzt eine Frau, die ich als Mutter von ein oder zwei Kindern einschätze. Sie ist eine Zulufrau und über die Ruhepause genauso froh wie ich. Denn noch beginnt sie ein Gespräch und sagt unvermittelt: „I´m HIV positive.“ „Wie lange weiß Du das schon?“, frage ich zurück. „Meine Geschichte steht in seiner Zeitung, in der da,“ und sie weist dabei auf den letzten Rundbrief der Brotherhood of Blessed Gérard, der auf der Fensterbank liegt. In Englisch, aber inzwischen geht das schon ein Bisschen. Sie hilft mir ihn zu finden. Danach erzählt sie, dass sie mit dem Leben abgeschlossen hatte und es ihr denkbar schlecht ging. Sie wollte nur noch ihre Tochter irgendwo sicher unterbringen und dann sterben. Heute sitzt sie vor mir, das blühende Leben, fröhlich, gut genährt, schön anzusehen und voller Energie, wenn es nicht gerade die verdiente Mittagspause ist. Ich erzähle ihr von meinen Freunden in Deutschland und von meiner Internetseite und sie willigt ein sich fotografieren zu lassen und den Artikel zur Verfügung zu stellen:

Die Geschichte der Ngapumelela Ngosizo

Ein bewusstloser Patient mit Tuberkulose und Gehirnhautentzündung wurde 1999 im Blessed Gérard's Hospiz stationär aufgenommen. Er kam aus einer sehr gut sorgenden Familie, die eine Helferin für seine Pflege angestellt hatten. Das war Ngapumelela Ngosizo*. Ngapumelela beschloss, auch weiterhin für ihren Patienten zu sorgen und so absolvierte sie unsere Ausbildung für Pflegekräfte und wurde ein Mitglied der Brotherhood of Blessed Gérard.
Ngapumelela kam jeden Tag, um sich um ihren Patienten zu kümmern und sie nahm sich auch um die anderen Patienten an, die mit ihm das Zimmer teilten. Bei seiner Entlassung sorgte sie weiterhin für ihn zu Hause. Letztendlich starb er und Ngapumelela half weiterhin als freiwillige Helferin im Blessed Gérard's Hospiz und kümmerte sich so um andere kranke Leute. Dann fand sie Arbeit in einer Fabrik und hatte wenig Zeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit, blieb aber mit uns in Verbindung.
Eines Tages im Juni dieses Jahres klingelte das Telefon in meinem Büro. “Ngapumelela Ngosizo ist hier und möchte mit ihnen sprechen”, wurde mir gesagt. Wie immer war ich sehr glücklich, ihr lächelndes Gesicht zu sehen. Als ich ins Erdgeschoss ging, um sie zu treffen, lächelte sie nicht. Ich wusste, da stimmt etwas nicht. Wir setzten uns und Ngapumelela bat mich, ihre Tochter ins Blessed Gérard's Kinderheim aufzunehmen. “Warum?”, fragte ich. Ngapumelela begann zu weinen. Sie erzählte mir, dass sie gerade eben aus dem Krankenhaus entlassen wurde und an Tuberkulose leidet. Sie sagte mir, dass sie AIDS hat. Sie war wirklich krank und es ging ihr jeden Tag schlechter. Ihre Schwester, die sich vorher ihrer angenommen hatte, hatte sie davon gejagt, weil sie krank war. Ihre Mutter und Geschwister hatten sie ebenfalls ausgestoßen. Ngapumelela hatte nicht gearbeitet und musste sich auf ihre Schwester verlassen, damit sie und ihre Tochter leben konnten. Ohne diese Unterstützung war Ngapumelela verzweifelt. “In Ordnung” sagte ich, “aber ich möchte Ihnen gern ein besseres Angebot machen.” Ngapumelela blickte mich mit ihren verweinten Augen fragend an.
“Ich möchte Ihnen genug Zeit anbieten, Ihre Tochter groß zuziehen, zur Arbeit zurückzukehren und Freude an ihrem Leben zu haben.” Ngapumelela weinte lautlos weiter als ich fortfuhr: “Wir sind gerade dabei, unser Behandlungsprogramm mit antiretroviralen Medikamenten zu beginnen und ich möchte Ihnen anbieten, eine der Ersten zu sein, die bei diesem Programm mitmachen.” Ngapumelela hörte zu weinen auf und ihr Gesicht spiegelte Hoffnung und Erleichterung wider. Sie hinterließ ihre derzeitige Telefonnummer und ging nach Hause.
Zwei Monate später hatte ich die große Freude Ngapumelela anzurufen und sie zur Blutuntersuchung und zum ersten HAART Vorbereitungskurs einzuladen. Sie schloss ihren Kurs ab und weil sie alle Kriterien erfüllte, die Voraussetzung sind, zum Programm zugelassen zu werden, bekam sie ihre antiretrovirale Therapie. Sie hatte an keinerlei Nebenwirkungen zu leiden, sie hat viel zugenommen und sieht jetzt viel gesünder und glücklicher aus.
Eine der schönsten Auswirkungen ist die Tatsache, dass Ngapumelelas Tochter ihre Mutter zurückbekommen hat!

* Dies ist eine wahre Geschichte, aber der Name ist aus Datenschutzgründen frei erfunden. Sie wird erzählt von Father Gerhard, dem Leiter des Care Centres.

Aids ist NICHT heilbar, entgegen allen Behauptungen, die immer wieder einmal zu lesen sind. Aber mit Hilfe der HAART (Hoch-Aktive-Anti-Retrovirale-Therapie) kann den Menschen entscheidend geholfen werden. Man rechnet damit, dass die Lebenserwartung eines Aidspatienten in der HAART etwa um 10 bis 20 Jahre verlängert werden kann. Und zwar als kräftiger, arbeits- und freizeitfähiger Mensch mit, wenn die Finanzen es erlauben, hoher Lebensqualität. Ein HAART-Patient verursacht monatliche Kosten von etwa 150 bis 200 €. Leider wirklich € und nicht Rand, was uns die Arbeit hier sehr vereinfachen würde. Das Foto zeigt Patienten, die sich im Unterricht auf die lebenslange HAART vorbereiten, ein Weg, den auch Ngapumelela gegangen ist.


Celebration

46 Neumitglieder standen um den Altar, in ihren Uniformhemden und mit der eben erhaltenen Mitgliederplakette um den Hals. Zuvor hatte ein waschechter Baron als hoher Vertreter des Malteserordens unserem Father Gerhard die Ehrenzeichen seines neuen Standes innerhalb des Ordens überreicht. Ein Zeichen der Ehrung für Pater Gerhard, aber auch ein Zeichen dafür, dass inzwischen weit über die Grenzen Südafrikas hinaus sein Wirken für die Armen, Schwachen und Kranken gesehen und geschätzt wird. So wurde nicht nur er geehrt, sondern mit ihm alle, die die Brotherhood mittragen und unterstützen, egal ob im Gebet, durch Spenden und Mitgliedsbeiträge oder durch unmittelbare Mitarbeit. Ein Grund zu feiern, zumal das Fest des Seeligen Gérard zu begehen war (13.10.), unseres Patrons, der schon vor fast 1000 Jahren in Jerusalem ein Hospiz gegründet und Sterbende gepflegt hat. So war auch der Gottesdienst sehr festlich. Angefangen hatte er mit 1 ¾ Stunden Verspätung, weil wir auf den Diözesanadministrator gewartet haben. Die Leute konnten das mit Ruhe ertragen, selbst die Kinder. Das ist doch ein gravierender Unterschied zu meiner deutschen Heimat. Es wurde halt gesungen und man unterhielt sich und es kamen immer noch weitere Gäste, die auf diese Weise den Gottesdienst in voller Länge erleben konnten. Um 12.30 Uhr strömt dann die ganze Festgemeinde auf die hergerichtete Terrasse, schönes Wetter war fest eingeplant.

Weil das Essen noch nicht ganz fertig war, wurden kurzerhand die Grußworte und der Festvortrag, den der Baron hielt, vorgezogen. Niemand machte sich die Mühe zu zählen, aber die Küche berichtete später, dass sie etwa 300 Essen herausgegeben haben. Während draußen gefeiert wurde, fanden sich im Haus immer genügend helfende Hände, um die Gäste zu versorgen und den laufenden Betrieb weiter zu führen, denn auch die Patienten, ob klein ob groß, sollten sich wohl fühlen, so gut es ihnen möglich war.

Besondere Freude brachten dann am frühen Nachmittag die Kinder des Kinderheims und unseres Kindergartens, die jeweils eigene Tänze und Lieder zum Besten gaben. So wurde auch beim Feiern wieder deutlich, dass wir hier in einer großen Familie leben. Waren anfangs alle streng nach Gruppen sortiert, mischte sich die Gesellschaft doch im Laufe des Festes immer mehr. Da hatten Gäste aus Nah und Fern plötzlich unsere Children's Home Kinder auf dem Schoss und Caregiver und angereiste Gäste standen in bunten Gruppen beieinander.

Im Laufe des Festes wird mir immer deutlicher, dass sich hier etwas Großartiges ereignet. Hier arbeiten nicht nur Menschen miteinander, sie leben ein Stück weit miteinander und ergänzen sich gegenseitig. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer sind fast ausnahmslos Zulus, also Menschen die hier in Mandeni und der näheren Umgebung aufgewachsen sind und leben. Menschen, die eben da leben, wo wir unsere Patienten herholen, es sind deren Nachbarn. So ist die Brotherhood nicht eine wesensfremde Einrichtung, sondern Teil des Lebens in Mandeni. Es ist ganz offensichtlich gelungen Glaube, mindestens zwei verschiedene Kulturen und die Lebenswelt der Zulus miteinander zu verbinden. Dabei werden diejenigen, die die Patienten waschen oder den Flug fegen, genauso geschätzt und geachtet, wie diejenigen, die sich in fernen Länder zum Gebet für die Brotherhood verpflichtet haben oder durch ihre regelmäßigen Mitgliedsbeiträge die Arbeit hier vor Ort finanzieren. Die meisten von ihnen werden es gar nicht wissen, aber wir beten täglich in der Heiligen Messe für alle Mitglieder und Unterstützer, und besonders für die Geburtstagskinder unter den aktiven und fördernden Mitgliedern, wobei auch immer die Namen genannt werden. Da stehen dann Zulunamen und Deutsche Namen in bunter Reihe.

Sichtlich entspannt und froh fahren wir in kleiner Runde zum Abschluss des Tages an den Indischen Ozean in ein Restaurant direkt am Wasser. Das Rauschen des Meeres, der Duft des guten Essens und die netten Gespräche sind ein würdiger Abschluss für ein gelungenes Fest. Leben, arbeiten und feiern gehören zusammen, auch in der Aidshölle Südafrikas.


Zweiundvierzig

Ein langer Tag ist zu Ende. Wie fast immer war ich um 7.30 Uhr zur Messe, hatte mich aber heute falsch vorbereitet: 1.11., Allerheiligen. Allerheiligen wird hier am ersten Sonntag im November gefeiert und heute ist Dienstag, der 31. im Jahreskreis. Dienstags und donnerstags feiern wir Hl. Messe in Zulu. Das ist nur auf den ersten Blick problematisch. Ich kenne den Ablauf recht gut und kann problemlos folgen, nur die Akklamationen, die der Diakon normalerweise verkündet und das Evangelium übernimmt Father. Wenn ich dann im Vornherein die Lesungen anschaue, kann ich, was ich nicht verstehe mit eigenen Gebeten füllen. Beispielsweise bei der Präfation. Sie beginnt immer mit dem Wechselgebet: Der Herr sei mit Euch. Und mit Deinem Geiste. Erhebet die Herzen. Wir haben sie beim Herrn. Lasset uns danken dem Herrn unserem Gott. Das ist würdig und recht. Dann beginnt der wechselnde Text, der immer ähnlich fortfährt. Diesen bete ich dann in eigenen Anliegen und Gedanken, z.B. Ja, es ist würdig und recht, dir, Gott, allmächtiger Vater, dir immer und überall zu danken. Du hast uns berufen Dir in Mandeni zu dienen und hier von deiner Liebe Zeugnis zu geben. Wir danken dir für die Menschen, die uns hier so liebevoll aufgenommen haben. Zusammen mit ihnen dürfen wir Dir nahe kommen im Kranken und Sterbenden. An der Grenze zwischen Leben und irdischem Tod schenkst du uns eine Ahnung von Deinem Reich, das schon begonnen hat, mitten unter uns besteht, über alle Grenzen hinweg, sogar über den Tod hinaus. Dein Sohn Jesus Christus hat es verkündet. Ihm begegnen wir im Krankenbett und am Tisch, den er uns bereitet, wenn wir jetzt seinen Tod und seine Auferstehung feiern. Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde, Engel und Menschen rund um den ganzen Erdball und singen wie aus einem Munde in so gleichen und verschiedenen Sprachen das Lob deiner Herrlichkeit. Heilig, heilig, heilig ....

Auch andere Teile der Eucharistie füllt mein Herz so mit eigenen Gebeten, die sich doch am Verlauf der Messordnung orientieren. So erlebe ich sehr wohl die Gemeinschaft mit den Zulu und den weißen Südafrikanern, bin aber auch durch eigene Gebete dem sprachlich ansonsten fremden Gottesdienst verbunden.
Beim Frühstück sehe ich die deutsche Journalistin wieder, die für 14 Tage hier im Care Centre wohnt. Sie macht seit einiger Jahren PR-Arbeit für die Brotherhood, überwiegend im Süddeutschen Raum, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Eine nette aufgeschlossene Person, die nun zum ersten Mal in Mandeni ist und sich für alles hier interessiert. Um 10 Uhr beginnt meine Schicht im Children's Home, bis 19.00 Uhr. Es ist brutal heiß, auf dem Playground und im Haus direkt unter dem Dach. Trotzdem oder vielleicht sogar deswegen ist es recht schön. Wir sind viel draußen und die Kinder sind nicht so überdreht wie an manch anderen Tagen. Alle freuen sich über die häufigen Trinkpausen und nach dem Mittagessen ist tatsächlich schnell Ruhe im Haus, alle sind durch die Hitze erschöpft. Und nun, nach Feierabend und einer kalten Dusche, auch in unserer Wohnung sind 27°, höre ich draußen rhythmisches Kindergegacker. Und es knallt immer wieder; ziemlich heftig, fast wie Schüsse. Wir hatten schon einmal eine Schießerei gehört, aber heute klingt das irgendwie anders und es scheint nicht aufzuhören. Wir gehen nach draußen. ½ 9 Uhr abends, es ist stockdunkel. Die Anderson Road wird von fahlem Laternenlicht schwach erleuchtet. Gegenüber entdecken wir die Kinder, etwas 10 bis 15, das ist bei der Beleuchtung nicht genauer auszumachen. Irgendwo muss ein Feuerwerk sein. Die Kinder jubeln ausgiebig über eine Rakete, die bunte Streifen an den Himmel malt. Aha, da gibt es noch ein Feuerwerk und etwas später da auch und da, eigentlich überall und alle Lichter am Himmel und jeder etwas lautere Knall wird von der Kinderschar gefeiert. So eine Art Silvester am Allerheiligentag. Vielleicht feiern die Zulu aber auch was ganz was anderes, oder die Inder, die hier auch in erheblicher Zahl leben. Ich werde mich erkundigen und in nächsten Jahr zum 1.11. einen qualifizierteren Bericht über die Lichter am Himmel liefern; versprochen.
Wir gehen zurück in unser warmes Zuhause. Nachdem wir anfangs unsere Air-Conditioning falsch bedient hatten, ist nun der Außen-Kühler nicht bereit seinen Beitrag zu leisten, was uns 27° Innentemperatur beschert. Nun, wir sind in Afrika und mit einer Aircon konnten wir sowieso nicht rechnen.

Und es ward Abend und es ward Morgen, Allerseelen. 5.30 Uhr, das Außenthermometer zeigt 29°! Angelika hat Frühschicht und startet um ¼ vor 6 Uhr im klimatisierten Hospiz. Nach der Messe erledige ich Geschäftspost, aufs Frühstück verzichte ich heute, es sind um 8 Uhr 33°, mir bleibt ein wenig der Appetit weg. Um 10 startet bei mir der Dienst. Ein schöner Tag mit den Kindern. Den Rest des Vormittags verbringe ich erst einmal mit einem, wahrscheinlich durch die Hitze, geschwächtem Kind. Wir spielen und ruhen uns gemeinsam aus. Es ist eine großartige Erfahrung auf Arbeit Zeit für einen Menschen zu haben. Bitte, sagte die Leiterin, bleiben sie bei ihm bis zum Mittagessen. Ein Mitarbeiter für ein Kind. Zeit, dieses Wort werde ich nie wieder so benutzen können wie vor dem 16.8.2005. Möglich ist das, weil viele bereit sind mitzuarbeiten und viele bereit sind verlässlich Geld zu überwiesen. Gegen 12 Uhr kommen die anderen Kinder vom Playground wieder, tropfnass, als kämen sie, ohne sich abgetrocknet zu haben, direkt aus dem Schwimmbad. Es ist brutal heiß, das Thermometer zeigt 39°! Zum Mittag wird es dann wieder einmal spannend. Das Children's Home ist im 2. Stockwerk des Care Centres, die Küche im Erdgeschoss. Ein Fahrstuhl verbindet beide auf kürzestem Weg. Heute hängt ein Schild an der Fahrstuhltür: Wegen Wartungsarbeiten vorübergehend außer Betrieb. Vorübergehend! Und das in Südafrika. Was heißt das konkret, frage ich mich? Nur für ein paar Minuten oder Stunden, oder nur bis das Ersatzteil aus Johannesburg eingetroffen ist, oder was? Und ich beginne einen Plan B zu überlegen; typisch deutsch! Die afrikanischen Mitarbeiterinnen verstehen meine Sorgen nicht. Nicht nur meine Sprache und nicht meine Sorgen. Was ist schon passiert, der Lift geht nicht. Na und? Das Essen wird schon irgendwie kommen. Und es kommt tatsächlich, mit nur 15 Minuten Verspätung, die außer mir überhaupt niemand wahrnimmt. Wie lange werde ich hier sein müssen, um diese Menschen wirklich zu verstehen und von ihrer Ruhe und Gelassenheit zu lernen. Mir fällt das Fest des seligen Gerhard ein und die Festmesse, die mit 1 ¾ stündiger Verspätung begann und keiner fand das einer Bemerkung Wert.

Der Nachmittag bringt mich meiner persönlichen Höchsttemperaturmarke empfindlich nahe und zeigt an, sie wird in Kürze fallen. In Spanien hatte ich auf dem Jakobusweg, den ich 2002 von Südfrankreich aus nach Santiago de Compostela gegangen bin, in der Miseta als Höchsttemperatur 43°. Heute waren es in Schatten am Care Centre 42,5° und an der Wetterstation Mandeni laut Internet 42°. Und wir sind erst mitten im Frühling in Südafrika.

Auf dem Playground reagiere ich aus dem Bauch heraus, als ein Kind sieht, wie ich mir mit Wasser das Gesicht kühle, und kühle ihm mit zwei Händen voll Wasser selbst den Kopf. Die Reaktion ist bezeichnend für das Leben im Children's Home. Die anderen Kinder bekommen es mit und rufen in ihren hohen Stimmchen: „And me, and me!“ Und es kommen fast alle, um sich diese Erfrischung abzuholen. Draußen frage ich eine 2 ½-jährige: Und, war es gut? Und sie springt vor Freude in die Luft und ruft: Halleluja, halleluja. So habe ich diesen Jubelruf noch nie gehört. Und ich kann es nur kommentieren mit: Halleluja, halleluja.
Gegen Abend kommt starker Wind auf und die Temperaturen sinken wieder ein wenig und vielleicht kommen morgen die Aircon-Leute. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall werden wir morgen Messe feiern und einen wachen Blick auf die Patienten haben und auf die Kinder, auch wenn wir zwei Tage off sind, denn vom Leben gibt es kein off. Nicht in Deutschland und nicht in Mandeni.


Diakon Thomas Müller und Angelika Müller

 

über Susanne Stauffer: Zwei Engel aus Fleisch und Blut - Weihnachten 2004

Zwei Engel
aus Fleisch und Blut

 

Hanna Stadler ist eine Krankenschwester aus Mallersdorf in Deutschland und sie hat sich freiwillig ein ganzes Jahr lang für den Dienst bei uns zur Verfügung gestellt. Sie kam am 16. Mai 2004 an. Hanna ist ein Lehrbuchbeispiel einer völlig einsatzbereiten, frohen und unkomplizierten Persönlichkeit, reich an Fachkenntnis und Erfahrung in ihrem Beruf und absolut verläßlich und treu in ihrem Dienst. Sie hat viele gute Ideen und weiß sich stets zu helfen, selbst im Umgang mit schwierigen Patienten. Nichts ist ihr zu viel und nichts zu schwer und nichts ist unter ihrer Würde. Man muss ihr nicht sagen, was wann zu tun ist. Sie hat ein waches Auge und ein bereites Herz und setzt in die Tat um was immer notwendig ist, um die ihr Anvertrauten zu pflegen, sie aufzumuntern und ihnen spüren zu lassen, dass man sie mag und respektiert.

Susanne Stauffer ist eine Musik- und Tanzpädagogin aus Ebnath in Deutschland, die in Salzburg studiert hat und dort arbeitet. Auch sie hat uns ein ganzes Jahr ihres Lebens zur Verfügung gestellt und hilft uns bei unserer Arbeit als freiwillige Helferin. Susanne kam am 1. September 2004 an. Sie hat ein ansteckendes Lachen und eine absolut sonnige Persönlichkeit. Susanne kommt mit jedermann ausnehmend gut zurecht. Sie nimmt sich mit viel Fleiß und Energie und Verantwortung um die Kinder in unserem Kinderheim und die Patienten in unserem Hospiz an. Susanne zeigt großes Einfühlungsvermögen den ihr Anvertrauten gegenüber und versteht es sehr gut, unsere Kinder geistig anzuregen und die Patienten vor Langeweile zu bewahren.

Hanna und Susanne haben sich nicht nur untereinander angefreundet, sie haben auch ein sehr nettes und freundliches Verhältnis zur Geschäftsführung und zum anderen Personal und den freiwilligen Helfern in der Gemeinschaft unseres Hauses. Es ist eine wahre Freude sie bei uns zu haben und wir danken ihnen aus ganzem Herzen für ihre großartige und äußerst wertvolle Mithilfe.

Aufnahme von Yvonne Renaud als Dediziertes Mitglied am 12. März 1995


Yvonne Renaud wurde als Mitglied der 1. Klasse (Dedicated Member) in die Brotherhood of Blessed Gérard aufgenommen

WIR GRATULIEREN

Frau Yvonne Renaud legte während eine Hochamtes am Sonntag, dem 12. März 1995 ihr Privatversprechen ab. Ihr Mann Louis und ihre Tochter Ingrid mit Howard und Dane begleiteten sie. Sie stand im Kreis der anderen Mitglieder 1. Klasse der Brotherhood of Blessed Gérard, als sie ihr Versprechen ablegte:

Feierliche Aufnahme in die Brotherhood of Blessed Gérard als Mitglied der 1. Klasse

Privates Versprechen

Herr Jesus Christus!

In Deiner Gnade hast Du mich berufen, Dir in der Brotherhood of Blessed Gérard zu dienen. Auf die Fürbitte unserer Schutzpatrone, der Seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, des Hl. Johannes des Täufers und des Gründers des Malteserordens, des Seligen Gerhard Tonque, bitte ich Dich:

Gib mir den Mut, den Glauben an Dich als überzeugendes Beispiel zu leben und dem Nächsten in Liebe zu begegnen, besonders den Armen, Alten, Behinderten, Kranken und Verletzten.

Gib mir die nötige Kraft, diesem Vorsatz entsprechend als aufrechter Christ selbstlos im Geist Deines Evangeliums zu leben, zur Ehre Gottes, für den Frieden der Welt und das Wohl unserer Gemeinschaft.

Ich verspreche hiermit als Mitglied der 1. Klasse der Brotherhood of Blessed Gérard den Glauben zu verteidigen und den Armen unseres Herrn Jesus Christus durch meine Hingabe an das Apostolat der Katholischen Kirche in Werken der Nächstenliebe zu dienen. Ich gebe mich mit ganzem Herzen, ganzer Seele und mit all meiner Kraft an Jesus Christus und seinen Leib, die Kirche, hin. Ich werde mein ganzes Leben lang danach streben, in meiner Familie, an meinem Arbeitsplatz und in meiner Freizeit Sauerteig der Liebe Gottes zu sein.

Möge Gott mir helfen, mich leiten und stärken, damit ich meiner Berufung gerecht werde. Amen.

Frau Renaud war - zusammen mit ihrem Mann Louis - das erste Südafrikanische Mitglied der Brotherhood of Blessed Gérard nach ihrer Gründung. Sie ist ein äußerst treues und aktives Mitglied, jederzeit bereit zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Sie hat niemals einen Dienst abgelehnt, keiner war ihr zu groß oder zu klein. Alle ihr übertragenen Aufgaben hat sie mit ihren ausgezeichneten Talenten großartig erfüllt. Frau Renaud hat unsere Hauswirtschaftsschule ins Leben gerufen und fast zwei Jahre lang geleitet. Sie hat unseren Altenclub in Mandeni begonnen, der unter ihrer Leitung großartig floriert. Yvonne hat viele Helfer und Senioren für diese vierzehntägigen Treffen gewinnen können. Während ihres Probejahres als Kandidatin für die Mitgliedschaft 1. Klasse hat sie sich als wirklich hingabebereites Mitglied gezeigt und wurde von den anderen Mitgliedern 1. Klasse mit offenen Armen willkommen geheißen.

Nach dem Gottesdienst freuten sich alle über das bereitstehende Abendessen. Louis und Yvonne wurden Geschenke überreicht, Louis zu seinem 75 Geburtstag und Yvonne als Dank für all ihre Hilfe. Der Präsident und der Vorstand und alle Mitglieder gratulieren Yvonne und wünsche ihr viele frohe und erfüllende Erfahrungen im Dienst an Gott durch die Armen. Gottes Segen!

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