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Brotherhood of Blessed Gérard

Satzung

Geistliche und Geschichtliche Grundlagen

Der Selige Gerhard Tonque (gestorben am 3. September 1120) war ein Benediktinermönch. Er war der Gastpater des Benediktinerklosters St. Maria Latina in Jerusalem. Das Gästehaus war auf der anderen Straßenseite gegenüber der Heilig-Grab-Kirche. Es war sehr groß und immer mit vielen Pilgern belegt, die gekommen waren, um die Orte zu sehen, wo Jesus gelebt hat, gestorben und auferstanden ist. Weil die Reisen in jenen Zeiten eine große Anstrengung bedeuteten, kamen die meisten Pilger erschöpft und krank in Jerusalem an. Deshalb war das Gästehaus von St. Maria Latina mehr ein Krankenhaus als ein Hotel. In jenen Tagen war es unter der Bezeichnung Hospital von Jerusalem allgemein bekannt. Dort wurden nicht nur Kranke gepflegt. Man nahm auch Findelkinder auf, speiste die Hungernden, bekleidete die Armen und kümmerte sich um Strafentlassene. Das Hospital des Seligen Gerhard war eine gut organisierte caritative Gemeinschaft. Der Selige Gerhard gründete die Bruderschaft des Hl. Johannes von Jerusalem, um das Hospital zu unterhalten.
Diese Gemeinschaft ist die geschichtliche Wurzel des "Hospital-Ordens vom Hl. Johannes von Jerusalem genannt von Rhodos genannt von Malta" oder kurz des "Souveränen Malteser-Ritter-Ordens", der den ältesten Hospitalorden der Kirche überhaupt darstellt (gegründet im Jahr 1099). Die anglikanische Tochtergründung dieses Ordens, das "Großpriorat im Britischen Königreich des höchst ehrwürdigen Ordens vom Spital des Hl. Johannes in Jerusalem" (gegründet im Jahr 1831) ist in Südafrika als das "Priorat des Ordens des Hl. Johannes" durch dessen Abkömmling, die St. John's Ambulance Association und Brigade (gegründet im Jahr 1877) allgemein bekannt.

Die Statuten der Bruderschaft des Hl. Johannes von Jerusalem sind die Grundlage der Regel des Malteserordens, dessen Spiritualität auf das Benediktinische Prinzip der Gastfreundschaft aufbaut, das in Kapitel 53 der Benediktus-Regel grundgelegt ist: "Alle Gäste, die zum Kloster kommen, sollen wie Christus aufgenommen werden; denn er wird einmal sagen: Ich war Gast, und ihr habt mich aufgenommen. Allen soll man Ehre erweisen, die ihnen zukommt, besonders den Brüdern im Glauben und den Pilgern." Das ist genau, was das Hospital von Jerusalem und seine Bruderschaft getan haben.

Der Selige Gerhard und seine Nachfolger nannten die Kranken "die Armen Christi" oder einfach "die heiligen Armen". Damit deuteten sie an, dass diese, während sie wie Christus willkommen geheißen wurden, für jene, die die Ehre haben, ihnen zu dienen, Christus vergegenwärtigen. Nächstenliebe wird damit zum Gottesdienst. So machten die Mitglieder des Hospitalordens das Versprechen "Diener zu sein für unsere Herren, die Kranken". Dieses spirituelle Prinzip der Bruderschaft war ein Widerspruch zum Zeitgeist, nicht gnädiger weise den Hilfsbedürftigen Gunst erweise zu gewähren und dafür dann geehrt zu werden, sondern es selbst als Gunst aufzufassen, die Ehre zu haben, den Hilfsbedürftigen dienen zu dürfen und so die Gnade zu empfangen, Christus nahe zu sein, der sich in den Armen präsentiert.

Eine solche Einstellung ist auch heute noch ein Widerspruch zum Zeitgeist, da sich Helfende oft denen gegenüber überlegen fühlen, denen sie helfen und nicht merken welche gnadenreiche Chance sie verpassen, dem Herrn in den Hilfsbedürftigen zu begegnen. Andererseits hat das Hospital von Jerusalem die geistlichen Bedürfnisse ihrer Herren, der Kranken, durchaus nicht vernachlässigt. Das Hospital verstand sich eigentlich als geistliche Gemeinschaft und die Kranken wurden nicht nur medizinisch versorgt, sondern sie profitierten auch von der seelsorgerischen Betreuung des Hospitals.

Die Regel des Malteserordens sagt in Kapitel 16: "Kommt ein Kranker ins Spital, so soll dieser aufgenommen werden. Zuerst soll er dem Priester seine Sünden beichten und soll geistlich betreut werden (d.h. die Hl. (Kranken)kommunion empfangen). Dann soll er zum Bett getragen werden und wie ein Herr nach des Hauses Möglichkeit alle Tage liebevoll gespeist werden, noch ehe die Brüder essen. Und an allen Sonntagen soll die Epistel und das Evangelium im Krankenhaus gelesen werden und während der Prozession soll der Kranke mit Weihwasser besprengt werden." Das Hospital wurde ohnehin zugleich als Kirchengebäude und als Kirchengemeinschaft betrachtet. Der Krankensaal war ein großer Raum mit einem Altar darin, so dass alle Kranken an der Hl. Messe teilnehmen konnten, ohne dabei ihre Betten verlassen zu müssen.

Die Bruderschaft und der Hospitalorden, die der Selige Gerhard gegründet hatte, betrachteten das Hospital als "Gemeinschaft von Heiligen": Die Brüder erwiesen den Notleidenden Gottes liebende Sorge. Sie handelten an Christi statt, denn die Kirche ist der Leib Christi und Christus handelt daher allezeit durch seine Kirche. Aber die Brüder begegneten Christus ebenso in den Kranken (vgl. "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Mt 25,40). Alle Beteiligten, die Brüder auf der einen Seite und die Kranken auf der anderen Seite, vergegenwärtigen Christus gegenseitig. Dadurch wird das Leben in der Hospitalgemeinschaft zu einer gegenseitigen Gottesbegegnung und damit zum Heilsereignis.

Die Brotherhood of Blessed Gérard sieht sich selbst als Wiederbelebung der Bruderschaft des Hl. Johannes, die der Selige Gerhard gegründet hat. Sie will das Charisma dieser Ursprünge mit neuem Leben erfüllen und diese zusammen mit der Spiritualität der Bruderschaft in unsere gegenwärtige Zeit und Lebenssituation übertragen. Sie möchte mit allen Gemeinschaften und Organisationen, die in derselben Tradition stehen und dieselbe Spiritualität leben, in brüderliche Verbindung treten.

Statuten

1. Definition
Die Brotherhood of Blessed Gérard (im nachfolgenden kurz Bruderschaft genannt) ist ein Privater Verein von Gläubigen gemäß den Bestimmungen des Kodex des Kanonischen Rechtes (CIC 1983, can. 298-311 und 321-326). Als solcher versteht sie sich als Verein von Katholiken und anderen Menschen guten Willens, die sich unter der Aufsicht und Leitung der kirchlichen Autorität dem Dienst an Gott in der Römisch Katholischen Kirche widmen. Die Bruderschaft ist dem Souveränen Malteser-Ritter-Orden als autonome Körperschaft (Werk) angeschlossen. Deshalb unterliegt der Gebrauch des Malteserwappens im Abzeichen der Bruderschaft der Genehmigung des Malteserordens. Diese Genehmigung kann widerrufen werden, falls die Bruderschaft den Idealen und Grundsätzen des Malteserordens zuwiderhandeln sollte. (Zusatz zur deutschen Version der Statuten: Dasselbe gilt für den Gebrauch des Namens "Malteser" - z.B. wenn sich die Bruderschaft in deutschsprachigen Veröffentlichungen oder Korrespondenz als Malteser- Hilfsorganisation bezeichnet - .) Gemäß (südafrikanischem) bürgerlichem Recht ist die Bruderschaft ein gemeinnütziger Wohlfahrtsverband.

2. Zweck
Der Zweck der Bruderschaft ist es, die Ehre Gottes zu mehren und in gemeinsamem Mühen bestrebt zu sein, ein Leben höherer Vollkommenheit zu pflegen, indem sich die Mitglieder in caritativen Werken dem Apostolat der Katholischen Kirche widmen, um "den Armen unseres Herrn Jesus Christus" zu dienen und ihnen damit unter dem Motto "tuitio fidei et obsequium pauperum" (Verteidigung des Glaubens und Hingabe an die Armen) Gottes liebende Sorge zuteil werden zu lassen. Die Bruderschaft und ihre Mitglieder haben den Vorsatz, gemäß den Nöten der Menschen in ihrem Einzugsgebiet und gemäß ihrer eigenen Möglichkeiten, caritative Aufgaben zu übernehmen. Dies schließt die Ausbildung ihrer Mitglieder und anderer Interessenten und das Beschaffen der Mittel ein, damit sie diese Aufgaben erfüllen können. Alle erworbenen Mittel dürfen nur für die oben genannten Zwecke verwendet werden. Die Bruderschaft will notleidenden Menschen ohne Rücksicht auf deren Glauben, Hautfarbe oder politische Anschauungen dienen.

3. Sitz
Der Sitz der Bruderschaft ist die Katholische Kirche St. Anton in Mandeni, Republik Südafrika.

4. Leitung
Die Bruderschaft steht unter der geistlichen und seelsorgerischen Schirmherrschaft und unter der Aufsicht des Bischofs von Eshowe (CIC, can. 305 § 2).
4.1. Sie wird vom Rat der Dedizierten Mitglieder geleitet.
4.2. Der Rat der Dedizierten Mitglieder wählt aus seinen Reihen, den Geschäftsführenden Vorstand, unbeschadet der Bestimmungen von Nr. 4.4.
Der Geschäftsführende Vorstand vertritt die Bruderschaft in der Öffentlichkeit, organisiert ihre Tätigkeiten und leitet ihre Mitglieder.
Er besteht aus fünf Amtsträgern, nämlich:

  • a. dem Präsidenten
  • b. dem Stellvertretenden Präsidenten
  • c. dem Ärztlichen Leiter
  • d. dem Caritas-Direktor
  • e. dem Finanzkurator

und allen Gründungsmitgliedern.

4.2.1. Der Präsident führt den Vorsitz im Geschäftsführenden Vorstand. Er trägt die letzte Verantwortung für sämtliche Tätigkeiten der Bruderschaft und ist ihr rechtmäßiger Vertreter.
4.2.2. Der Stellvertretende Präsident unterstützt den Präsidenten in all seinen Pflichten. Er tritt an die Stelle des Präsidenten, wenn der Präsident nicht in der Lage ist, seine Pflichten zu erfüllen (z.B. Krankheit, Urlaub oder unvorhersehbare Umstände).
4.2.3. Der Ärztliche Leiter ist für alle medizinischen Aspekte der Aktivitäten der Bruderschaft verantwortlich.
Falls die Notwendigkeit dazu entsteht, kann er von Projekt-Koordinatoren aus den Reihen der Dedizierten Mitglieder oder der assoziierten Mitglieder unterstützt werden, die sich vorrangig um eine spezielle medizinische Aufgabe der Bruderschaft annehmen.
4.2.4. Der Caritas-Direktor organisiert, koordiniert und überwacht die caritativen Aktionen und Projekte der Bruderschaft.
Falls die Notwendigkeit dazu entsteht, kann er von Projekt-Koordinatoren aus den Reihen der Dedizierten Mitglieder oder der assoziierten Mitglieder unterstützt werden, die sich vorrangig um eine spezielle caritative Aufgabe der Bruderschaft annehmen.
4.2.3. Dem Finanzkurator obliegt die finanzielle Verwaltung einschließlich der Beschaffung der Mittel und dem Einheben der Mitgliedsbeiträge. Er legt dem Geschäftsführenden Vorstand den erforderlichen Finanzbericht vor und kümmert sich um alle beweglichen und nichtbeweglichen Besitzungen der Bruderschaft.
Falls die Notwendigkeit dazu entsteht, kann er von Projekt-Koordinatoren aus den Reihen der Dedizierten Mitglieder oder der assoziierten Mitglieder unterstützt werden, die sich vorrangig um eine spezielle Verwaltungsaufgabe der Bruderschaft annehmen.
4.3. Der Geschäftsführende Vorstand wird vom Geistlichen Berater unterstützt.
Er wird vom Rat der Dedizierten Mitglieder gemäß den Bestimmungen des CIC, can 324 § 2 aus den Reihen der Priester, die ihr Amt rechtmäßig in der Diözese Eshowe ausüben, gewählt. Die Wahl wird erst durch ihre Annahme von Seiten des Gewählten und durch die Bestätigung durch den Bischof von Eshowe wirksam. Der Geistliche Berater gibt dem Geschäftsführenden Vorstand, dem Rat der Dedizierten Mitglieder und allen anderen Mitgliedern geistliche Anleitungen. Er kann, aber muss nicht ein Mitglied der Bruderschaft sein.
4.4. Der erste Präsident und Geistliche Berater der Bruderschaft ist kraft dieser Statuten ihr Gründer. Seine Nachfolger und alle Amtsträger im Geschäftsführenden Vorstand werden vom Rat der Dedizierten Mitglieder für eine Amtsdauer von zwei Jahren gewählt.

5. Mitgliedschaft
Mitgliedschaft kann nur durch einen schriftlichen Aufnahmeantrag an den Geschäftsführenden Vorstand erworben werden, der darüber entscheiden wird, ob der Antragsteller als Mitglied oder Kandidat für die Mitgliedschaft akzeptiert wird. Die Mitgliedschaft beginnt mit dem Ausstellungsdatum der Mitgliedsurkunde durch den Geschäftsführenden Vorstand.

Es gibt zwei Arten von Mitgliedschaft: Die Dedizierte Mitgliedschaft und die Assoziierte Mitgliedschaft.

5.1. Dedizierte Mitgliedschaft
5.1.1. Bedingungen für die Dedizierte Mitgliedschaft
Die Dedizierten Mitglieder der Bruderschaft weihen sich Jesus Christus und seinem Leib, der Kirche (vgl. 1 Kor 12,27) mit ihrem ganzen Herzen, mit ihrer ganzen Seele und mit all ihrer Kraft (vgl. Dtn 6,5) im Bestreben in ihrem ganzen Leben als Mitglieder ihrer Familie, an ihrem Arbeitsplatz und in ihrer Freizeit Sauerteig (vgl. Gal 5,9) der Liebe Gottes zu sein. Darüber hinaus ist es ihre besondere Aufgabe, Aktivitäten der Bruderschaft zu initiieren, zu ermöglichen, zu leiten, zu unterstützen und für diese Verantwortung zu tragen. Nur getaufte und gefirmte Mitglieder der Römisch-Katholischen Kirche, die für ihren hervorragenden Charakter, ihre Loyalität zur Kirche und ihre gutes christliches Leben bekannt sind, können Dedizierte Mitglieder werden. Die Beendigung der Mitgliedschaft in der Kirche hebt automatisch die Dedizierte Mitgliedschaft in der Bruderschaft auf.
5.1.2. Probezeit für Kandidaten für die Dedizierte Mitgliedschaft
Der Dedizierten Mitgliedschaft geht eine Probezeit von einem Jahr voraus, in der der Kandidat in die Zielsetzungen und die geistlichen Grundlagen der Bruderschaft eingeführt wird und in der er sich an den Aktivitäten der Bruderschaft beteiligt.
(Anmerkung des Übersetzers: Trotz der Verwendung des maskulinen Artikels "der" Kandidat in dieser Übersetzung kann dieser sowohl männlich als auch weiblich sein!)
Um zum Beginn der Probezeit zugelassen zu werden, muss der Kandidat mindestens ein Jahr lang assoziiertes Mitglied der Bruderschaft gewesen sein und er muss durch seine Teilnahme an den Aktivitäten der Bruderschaft bewiesen haben, dass er sich wirklich engagiert und in der Lage ist, den Armen Christi mit großer Hingabe zu dienen. Wenn das assoziierte Mitglied darum bittet, als Kandidat für die Dedizierte Mitgliedschaft angenommen zu werden, muss es einen schriftlichen Antrag an den Geschäftsführenden Vorstand richten, dem ein Lebenslauf und ein pfarramtliches Empfehlungsschreiben beiliegt.
Nach Beendigung der Probezeit kann der Kandidat beim Rat der Dedizierten Mitglieder beantragen, offiziell als Dediziertes Mitglied in die Bruderschaft aufgenommen zu werden. Der Rat der Dedizierten Mitglieder muss den Antrag des Kandidaten offen diskutieren und dann in geheimer Abstimmung über den Antrag entscheiden. Falls die Mehrheit den Kandidaten akzeptiert, muss dieser öffentlich ein privates Versprechen ablegen, sich nach besten Kräften dem Dienst an Gott in der Bruderschaft zu weihen.
5.1.3. Gründungsmitglieder
Um eine ordentliche Funktion und Führung der Bruderschaft in ihren Anfängen sicherzustellen, sind die Gründungsmitglieder der Bruderschaft von den Bestimmungen der Nr. 5.1.2. dahingehend ausgenommen, dass die erfolgreiche Vollendung der Probezeit und die ihr vorausgehende Zeitspanne der assoziierten Mitgliedschaft angenommen wird und sie damit die vollen Rechte erhalten, in jeder Hinsicht als Dedizierte Mitglieder zu fungieren. Trotzdem unterziehen sie sich demselben Formungs-Prozess wie die Kandidaten.
5.2. Assoziierte Mitgliedschaft
Assoziierte Mitglieder können alle Menschen guten Willens sein, die bereit sind, die Bruderschaft in ihren Zielvorstellungen und Aktivitäten zu unterstützen. Sie unterstützen die Aktivitäten der Bruderschaft spirituell durch ihr Gebet und Opfer, finanziell durch Spenden und Mitgliedsgebühren und/oder sie können sich aktiv an ihren caritativen Aktivitäten beteiligen.
5.2.1. Aktive Assoziierte Mitglieder
Assoziierte Mitglieder, die sich an den Aktivitäten der Bruderschaft beteiligen werden "Aktive Assoziierte Mitglieder" genannt.
5.2.2. Fördernde Assoziierte Mitglieder
Assoziierte Mitglieder, die nicht aktiv in der Arbeit der Bruderschaft beteiligt sind, aber die Bruderschaft finanziell oder spirituell unterstützen, werden "Fördernde Assoziierte Mitglieder" genannt. Als solche werden jene, die die Bruderschaft spirituell unterstützen "Spirituelle Förderer" und jene, die die Bruderschaft finanziell unterstützen, "Spender materieller Güter" genannt.
5.3. Neutralität
In ihrer Eigenschaft als Mitglieder der Bruderschaft dürfen Mitglieder keine politischen Stellungnahmen abgeben oder sich aktiv an der Parteipolitik beteiligen. Es steht ihnen frei, dies in ihrer Eigenschaft als Privatperson zu tun, aber sie dürfen ihre Mitgliedschaft in der Bruderschaft nicht dazu benutzen, Propaganda für ihre politischen Anschauungen zu machen.
5.4. Beendigung der Mitgliedschaft
Die Mitgliedschaft in der Bruderschaft erlischt durch
5.4.1. den Tod des Mitglieds;
5.4.2. das Ausstellen einer schriftlichen Austrittserklärung durch das betreffende Mitglied an den Geschäftsführenden Vorstand; Falls ein Dediziertes Mitglied dies tut, muss es seinen Beichtvater um Dispens vom abgelegten Versprechen bitten.
5.4.3. Ausschluss, der aber ausschließlich vom Geschäftsführenden Vorstand beschlossen werden kann, falls das Verhalten eines Mitglieds das Ansehen der Bruderschaft erheblich beeinträchtigt oder ihre Aktivitäten behindert.

6. Aufhebung der Bruderschaft
Falls gewichtige Gründe dafür sprechen, kann der Rat der Dedizierten Mitglieder in einer Versammlung, die zum Zweck der Auflösung der Bruderschaft einberufen wurde, mit einer Dreiviertelmehrheit der Mitglieder die Auflösung der Bruderschaft beschließen. Eine solche Versammlung muss mindestens 21 Tage vorher schriftlich einberufen werden und die Einladung zu dieser Versammlung muss deutlich zum Ausdruck bringen, dass die Frage der Auflösung der Bruderschaft und die Übergabe ihres Vermögens zur Debatte stehen. Eine solche Versammlung ist nur dann beschlussfähig, wenn alle Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstandes und zwei Drittel der anderen Dedizierten Mitglieder anwesend sind. In diesem Fall, oder im Fall ihrer Auflösung durch die zuständige kirchliche Autorität gemäß CIC can. 326 § 1 , vorausgesetzt, dass nach der Begleichung sämtlicher Schulden und Zahlungsverpflichtungen irgendwelches Vermögen übrigbleibt, darf dieses Vermögen nicht an die Mitglieder ausbezahlt oder unter ihnen verteilt werden, sondern es muss an die Pfarrei St. Anton in Mandeni übertragen werden, die es gemäß dem ursprünglichen Spenderwillen ( CIC Can. 326 § 2) für caritative Zwecke zu verwenden hat.


7. Abzeichen
Das Abzeichen der Bruderschaft ist ein weißes Malteserkreuz auf einem roten abendländischen Schild mit weißem Rand im Zentrum eines schwarzen afrikanischen Schildes mit goldenem Rand und mit goldenem gekreuzten Kreuz und Krummstab dahinter und dem Leitsatz "tuitio fidei et obsequium pauperum" (Verteidigung des Glaubens und Hingabe an die Armen) innerhalb des afrikanischen Schildes in Gold.
Das Malteserkreuz symbolisiert mit seinen acht Spitzen die acht Seligpreisungen der Bergpredigt Christi (Matt 5, 3-10):
Selig, die arm sind vor Gott.Selig die Trauernden.Selig, die keine Gewalt anwenden.Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit.Selig die Barmherzigen.Selig, die ein reines Herz haben.Selig, die Frieden stiften.Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden.Der Schild symbolisiert die Bereitschaft, den Glauben zu verteidigen und mittels der oben genannten Seligpreisungen gegen das Böse zu kämpfen. Die afrikanische Form des Schildes symbolisiert den Sitz der Bruderschaft in Afrika.
Üblicherweise hat ein afrikanischer Schild Speere oder einen Speer und eine Keule zum Attribut, als die Waffen zur Verteidigung dessen, was der Schild schützen will. Das Abzeichen der Bruderschaft zeigt Kreuz und Krummstab als ihre "Waffen", um für das Gute zu kämpfen: Das Kreuz als das Zeichen des Sieges Christi über Sünde und Tod und den Krummstab als das Symbol der Hirtensorge Christi für seine Herde.
Der Leitsatz "Verteidigung des Glaubens und Hingabe an die Armen" ist das traditionelle Ziel des Malteserordens, das sich die Brotherhood of Blessed Gérard zueigen macht.


8. Kleidung
Bei besonderen Anlässen tragen die Dedizierten Mitglieder der Bruderschaft einen schwarzen Umhang mit dem Abzeichen vorn auf der linken Schulter. Die assoziierten Mitglieder tragen eine Medaille mit dem Abzeichen an einem Band.


9. Abschluss
Die Brotherhood of Blessed Gérard will in der Kirche als Werkzeug dienen, auf dass die Menschen mit dem Herrn eins werden, dadurch dass sie dem Herrn in den Armen dienen und sich vom Herrn, durch seinen Leib, die Kirche, dienen lassen.
Der Selige Gerhard sagte einst: "Unsere Bruderschaft wird unvergänglich sein, weil der Boden, auf dem diese Pflanze wurzelt, das Elend der Welt ist - und weil, so Gott will, es immer Menschen geben wird, die daran arbeiten wollen, dieses Leid geringer, dieses Elend erträglicher zu machen."
Möge die Brotherhood of Blessed Gérard dadurch, dass sie sich das Charisma ihres Patrons zu eigen macht, die altehrwürdige geistliche Tradition ihrer Wurzel fortsetzen, um dem hungernden und dürstenden, dem fremden und nackten, dem kranken und gefangenen Herrn demütig zu dienen und so den Menschen ein Zeichen christlichen Glaubens, froher Hoffnung und apostolischer Liebe werden.


10. Spezielle Vorschriften
Der Rat der Dedizierten Mitglieder erlässt spezielle Vorschriften (vgl. CIC Can. 309 ), wie diese Statuten auszuführen sind und wie die Aufgaben der Bruderschaft im einzelnen zu erfüllen sind.
Die "Geistlichen und geschichtlichen Grundlagen",die Statuten und diesespeziellen Vorschriftenin ihrer jeweiligen Fassung bilden die Konstitutionen der Bruderschaft.

11. Änderungen der Statuten
Die Statuten können nur vom Rat der Dedizierten Mitglieder unter der Voraussetzung geändert werden, dass alle Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstandes einstimmig einer solchen Änderung zustimmen.

Spezielle Vorschriften

1. Versammlungen

1.1. Die assoziierten Mitglieder haben vierteljährliche Versammlungen unter der Leitung des Caritas-Direktors. Diese Versammlungen dienen dem Zweck der geistlichen Anleitung, der Anregung und Ermutigung, sich an den Aktivitäten der Bruderschaft zu beteiligen, der Ausbildung für die caritativen Aufgaben der Bruderschaft, der kulturellen Bildung und dem brüderlichen Beisammensein. Die assoziierten Mitglieder müssen über den Fortschritt der Aktivitäten der Bruderschaft im allgemeinen informiert werden. Der Caritas-Direktor leitet ihre Vorschläge an den Geschäftsführenden Vorstand weiter, der über diese zu beraten hat.

1.2. Die Dedizierten Mitglieder treffen sich einmal pro Monat. Diese Versammlungen werden vom Präsidenten einberufen und geleitet. Der Mittelpunkt dieser Versammlungen ist ein Gottesdienst. Die Dedizierten Mitglieder verehren dabei den Herrn, lassen einander an ihrem Glauben teilhaben und suchen durch das Hören auf Gottes Wort Anleitung für ihr Apostolat. Sie beraten alle Dinge, die sie gemeinsam betreffen, in brüderlichem Respekt und brüderlicher Liebe und treffen alle notwendigen Entscheidungen demokratisch gemäß den Bestimmungen der Statuten.

1.3. Der Geschäftsführende Vorstand versammelt sich als solcher, wenn die eigentliche Notwendigkeit dazu besteht. Seine Mitglieder halten engen Kontakt untereinander und leiten so die Bruderschaft gemeinsam.

2. Mitgliedsbeiträge

2.1. Die assoziierten Mitglieder entscheiden selbst über die Höhe ihrer Mitgliedsbeiträge. Eine Richtlinie sollte 1 % des Einkommens des Mitgliedes sein.

2.2. Dedizierte Mitglieder wirken in der Bruderschaft hauptsächlich durch ihr direktes Engagement in ihren Aktivitäten bei. Sie werden ermuntert, zusätzlich zu den Mitgliedsbeiträgen, die mit denen der assoziierten Mitglieder gleich sind, ihren Möglichkeiten entsprechende freiwillige finanzielle Beiträge zu leisten.

2.3. Mitglieder ohne Einkommen sind von der Leistung von Mitgliedsbeiträgen befreit.

2.4. Mitgliedsbeiträge sollen im voraus in Monats-, Vierteljahres- oder Jahresraten an den Finanzkurator geleistet werden.

3. Sprache

Die offiziell in der Bruderschaft gebrauchte Sprache ist Englisch.

4. Anschrift

Die Anschrift der Bruderschaft ist:

Brotherhood of Blessed Gérard · 61, Anderson Road · P O Box 440 · Mandeni 4490 · Republic of South Africa

Telefon 0027 - 32 - 456 2743 · Telefax 0027 - 32 - 456 7962 · E-Mail bbg@bbg.org.za

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