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Brotherhood of Blessed Gérard

25 Jahre

25 Jahre Blessed Gérard's Care Zentrum und Blessed Gérard's Kirche

Am 3. September 1996 weihte der damalige Bischof von Eshowe, Dr. Mansuet Dela Biyase, das Blessed Gérard’s Care Zentrum ein und segnete die Blessed Gérard’s Kirche.

Einweihung des Blessed Gérard's Care-Zentrums:

Der Gründer des Malteserordens, der Selige Gerhard, starb am 3. September 1120 und die ihm geweihte Kirche wurde damit an seinem 876. Todestag gesegnet.
Die Kirche ist der Sitz der Südafrikanischen Hilfsorganisation des Malteserordens, der Brotherhood of Blessed Gérard.
Das Blessed Gérard’s Care Zentrum ist die Zentrale der Organisation.

Schon damals, nach ihrer Gründung am 28.10.1992, betrieben die Südafrikanischen Malteser ihren Hilfsfonds für arme Kranke, Nothilfe-Fonds, Stipendien-Fonds, Kinder-Hungerhilfe-Projekt, Hauswirtschaftsschule, Seniorenclub, Nähschule, HIV/AIDS-Aufklärungs-Programm, Kindergarten, und ihr Katastrophenhilfe-Projekt.

Die Eröffnung des Blessed Gérard’s Care Zentrums war der Beginn des Hospizes.

Später kamen der Erste-Hilfe-Dienst, das Kinderheim und das AIDS-Behandlungs-Programm dazu.
All diese Dienste wurden nicht am Reißbrett entwickelt, sondern waren jeweils eine beherzte und wirksame Antwort auf konkrete Notsituationen vor Ort, denen anderweitig nicht oder nicht hinreichend begegnet worden war.

Das Care Zentrum ist der Dreh- und Angelpunkt dieses umfassenden Programms ganzheitlicher Hilfe inmitten einer Gegend mit einer Viertelmillion Einwohnern, die oft als die AIDS-Hochburg der Welt bezeichnet wurde, in der über 40% nicht einmal eine weiterführende Schule besucht haben und über 80% in Armut leben. Am 20.5.2020 hatte der Landkreis iLembe, in dem Mandeni liegt, die zweithöchste Covid-19 Infektionsrate in ganz Südafrika, und am 27.8.2021 lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 237.

Der Tätigkeitsbericht des Zentrums imponiert mit beeindruckenden Statistiken:

Mehr als 10 000 Patienten wurden bislang durch das Care Zentrum behandelt und betreut.
5420 stationäre Patienten, 4673 ambulante Patienten, 5134 Hauskrankenpflege-Patienten, 7654 Krankentransporte, 3623 Beratungen, 1624 AIDS-Patienten und 2240 Sozialfälle.

Die aktuellen Statistiken finden Sie in unseren Rundbriefen.
Doch mehr noch als diese Statistiken, sind der Idealismus, die Hingabe und der liebevolle Umgang der vielen haupt- und ehrenamtlichen Helfer/innen mit den Patienten, Klienten und Betreuten des Zentrums Grund zum Stolz und zur nachhaltigen Dankbarkeit.

Die meisten unserer Mitarbeiter/innen kommen aus derselben von Armut gepeinigten Gegend wie unsere Patienten. Daher haben wir eine umso größere Verantwortung auch für unser Personal. Wir sind ein beliebter Arbeitgeber. Bei der katastrophalen Arbeitslosenrate hierzulande bedeutet die Tatsache, dass wir 94 Menschen gute Gehälter zahlen, enorm viel. Von jedem Verdiener ist eine ganze Traube von arbeitslosen Familienmitgliedern abhängig. Ein Gehalt füllt in der Regel 10 bis 20 hungrige Mägen. Damit werden sozusagen ganz nebenbei bis zu 1500 Menschen täglich mit dem Nötigsten versorgt. schon deshalb wäre es sozial ungerecht, wenn wir nur Hungerlöhne bezahlten. Auch unsere Ehrenamtlichen bekommen deshalb, genauso wie die Hauptamtlichen, zwei vollwertige Mahlzeiten pro Schicht, eine angemessene Unkostenerstattung und kostenlose ärztliche Behandlung und Medikamente.

Wenn Außenstehende das Haus einen „Himmel von Pflege inmitten der AIDS-Hölle“, „wo Liebe das Elend überwindet“ nennen und die Hilfsempfänger hier einen „Kulturschock der Liebe“ erfahren, ist das Ziel „tuitio fidei et obsequium pauperum“ (Bewahrung des Glaubens und Hilfe den Armen), das auf jedem Abzeichen der Brotherhood of Blessed Gérard steht, erreicht.

Grund zur nachhaltigen Dankbarkeit haben die Südafrikanischen Malteser, die mittlerweile gottlob auch vom Sozialministerium und vom Gesundheitsministerium Südafrikas unterstützt werden, aber den weitaus größten Teil (89%) ihres jährlichen Finanzbedarfs durch Spendenwerbung aufbringen müssen, für die vielen Spender und Fördermitglieder, die es dankenswerterweise immer wieder ermöglicht haben, die Mittel zur Erfüllung des riesigen Aufgabenbereiches aufzubringen.

Bitte helfen Sie uns auch weiterhin!

Und hier noch der aktuelle „Lagebericht“ von Pater Gerhard, dem Leiter der Südafrikanischen Malteser:

Noch ist unsere dritte Covid-19-Welle nicht abgeflaut und sogar wieder im Steigen. Am 27. August 2021 lag die 7-Tage-Inzidenz in unserem Landkreis iLembe bei 237.
Leider haben sich kürzlich auch wieder zwei unserer Mitarbeiterinnen und drei Kinder im Kinderheim infiziert.

CORONA: WIR HELFEN!

Neben unseren üblichen Diensten hat uns die Covid-19-Pandemie mit außerordentlichen Herausforderungen konfrontiert:

  • Wir kümmern uns treu um die Hochrisikogruppe unserer immungeschwächten und geriatrischen Hospizpatienten und um die teilweise durch Vorerkrankungen besonders gefährdeten Kinder unseres Kinderheims.
  • Wir stellen nach wie vor sicher, dass die 676 Patienten, die wir in unserem AIDS-Behandlungsprogramm lebenslang therapieren, trotz der wegen Covid-19 eingeschränkten Bewegungsfreiheit ihre lebenserhaltenden hochwirksamen antiretroviralen Medikamente zuverlässig bekommen und täglich einnehmen.
  • Ebenso kümmern wir uns um unsere bedürftigen Hauspflege- und AIDS Patienten zu Hause.
    Viele dieser Patienten und ihre Familien haben keine Einkünfte mehr und leiden an Hunger.
    Wir haben schon beinahe zweitausend Lebensmittelpakete an sie ausgeliefert und viele mehr sind noch nötig.  
    Ein Lebensmittelpaket kostet 24 € (26 CHF).
  • Unsere Klinik für mangel-, fehl- und unterernährte Kleinkinder und Säuglinge kämpft nach wie vor gegen Hunger, untersucht die Kinder, berät ihre Betreuer und gibt durchschnittlich 6 636 Babynahrungsmahlzeiten in einem Vier-Wochen-Zyklus kostenlos aus.

In diesem Jahr werde ich nicht mehr nach Europa kommen können.
In Deutschland hat nun auch die vierte Corona-Welle begonnen.
Es werden wohl auch nicht viele zu Versammlungen und Gottesdiensten kommen können, bei denen ich neue Spender/innen gewinnen könnte.
Viele potentielle Spender sind auch wegen ihrer höchst dankenswerten Unterstützung der Opfer der Überschwemmungskatastrophen in Mitteleuropa, der Waldbrände in den Mittelmeerländern, des Erdbebens in Haiti, der Notlage im Libanon, der Hungersnöte in Madagaskar, im Südsudan und in Jemen, der Wirbelstürme in Mexiko und nun auch der Afghanistanflüchtlinge „ausgeblutet“.
Deshalb plane ich momentan erst nach Ostern 2022 wieder nach Europa zu kommen.

Wir hatten in der Woche ab dem 12. Juli 2021 ganz schlimme Unruhen in unserer Gemeinde Mandeni, in unserem Landkreis iLembe, in unserer Provinz kwaZulu-Natal und in anderen Teilen Südafrikas.

Fabriken, Gesundheitseinrichtungen, Warenhäuser, Läden und Supermärkte (bis auf zwei Geschäfte in Mandeni) wurden geplündert, teilweise zerstört und manche angezündet. Straßen waren verbarrikadiert und die Bevölkerung war in Angst und Schrecken vor den raubenden Horden. Die Polizei war völlig überfordert. Wir hatten ziemlichen Personalmangel, weil viele unserer Angestellten wegen der Unruhen nicht zum Dienst kommen konnten. Manche von ihnen sind heldenhaft unter Lebensgefahr auf Schleichwegen durch den Busch zu uns gekommen, weil sie die Patienten im Hospiz und die Kinder im Kinderheim nicht alleinlassen konnten.

Gottlob ist jetzt wieder Ruhe eingekehrt und ähnlich wie bei den Überschwemmungskatastrophen in Deutschland, Belgien und Österreich haben viele freiwillige Helfer/innen begonnen, nach dem Chaos wieder aufzuräumen. Ich bin auch sehr stolz auf die älteren Kinder unseres Kinderheims, die dabei mit viel Begeisterung und Elan mitgeholfen haben.

So ging es hier auch durchaus „rund“ aber ich bin froh, dass sich die Situation beruhigt hat und unser Care-Zentrum ungeschoren davonkam.

Am 11. August 2021 haben wir auch unsere Lebensmittellieferungen für unsere hungernden Hauskrankenpflege- und AIDS-Patienten in deren Hütten und Behausungen wieder aufgenommen.
Viele von ihnen haben durch die Covid-19-Pandemie ihre Einnahmequellen verloren.

In den vier Wochen zuvor hatten wir Angst unsere Fahrzeuge könnten überfallen werden, wenn sie mit Lebensmittelpaketen unterwegs gewesen wären. Natürlich wurden jetzt aufgrund des Versorgungs-Engpasses die Lebensmittel auch für uns im Einkauf wesentlich teurer, aber wir helfen eben, so gut wir können. Die Lebensmittel für ein Paket, das eine vierköpfige Familie einen Monat lang ernährt, kosten uns jetzt umgerechnet 24 € (26 CHF).

Ich mache ich mir große Sorgen um die Zukunft unseres Landes.
Wenn große Teile unserer Bevölkerung so leicht beeinflussbar sind, dass sie alles krumm und klein schlagen und anzünden, einschließlich ihrer eigenen Arbeitsplätze und Versorgungsquellen (Warenhäuser, Supermärkte, Geschäfte, Fabriken, Versorgungs-Lastzüge und sogar Gesundheitseinrichtungen usw.) sehe ich einen enormen Nachholbedarf an Bildung, Gewissensbildung, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein und Friedfertigkeit.

Das ist eine enorme Herausforderung und mehr als eine Lebensaufgabe nicht nur für uns Missionare.

Ausführliche aktuelle Berichte über unsere Hilfstätigkeit und Situation sind online verfügbar bei: http://bbg.org.za/chronicles.htm

Wir feiern die Hl. Messe täglich in der Blessed Gérard’s Kapelle 19°° Uhr (GMT+2).
Diese wird immer live übertragen auf https://www.facebook.com/bgcc.ngo

Gerne nehmen wir Ihre Fürbitten mit ins Gebet.

Bitte unterstützt uns mit frei verfügbaren (NICHT zweckgebundenen) Spenden, damit wir das Geld jeweils dort einsetzen können, wo es gerade am nötigsten gebraucht wird.

Hier könnt Ihr spenden:

 

 

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