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Brotherhood of Blessed Gérard

Hospiz und Palliativpflege

Blessed Gérard's Hospiz bietet Hospiz- und Palliativpflege.

Hospiz-und Palliativpflege ist die aktive Betreuung von Patienten mit fortgeschrittenen, progressiven und unheilbaren Krankheiten.

Definition der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO):

Palliativpflege ist ein Ansatz, der die Lebensqualität von Patienten und ihren Familien verbessert, die mit den Problemen, die mit lebensbedrohlichen Krankheit einhergehen, konfrontiert sind. Dies geschieht durch die Prävention und Linderung von Leiden durch frühzeitige Erkennung und tadellose Beurteilung und Behandlung von Schmerzen und anderen physischen, psychosozialen und spirituellen Problemen.

Palliativpflege:

  • Bietet Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen;
  • Bejaht das Leben und betrachtet das Sterben als einen normalen Prozess;
  • Beabsichtigt weder den Tod zu beschleunigen noch zu verschieben;
  • Integriert die psychologischen und spirituellen Aspekte der Patientenversorgung;
  • Bietet ein Support-System, um Patienten zu helfen, so aktiv wie möglich zu leben bis zum Tod;
  • Bietet ein Support-System, um der Familie zu helfen, während der Krankheit des Patienten zurecht zu kommen, und ihre eigene Trauer zu bewältigen;
  • Verwendet ein Team-Ansatz, um sich um die Bedürfnisse der Patienten und ihrer Familien anzunehmen, einschließlich Trauerberatung, wenn nötig;
  • Wird die Lebensqualität verbessern, und kann auch den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen;
  • Muss früh im Verlauf der Krankheit einsetzen, in Verbindung mit anderen Therapien, die dazu bestimmt sind, das Leben zu verlängern, wie Chemo-oder Strahlentherapie, und umfasst die nötigen Untersuchungen, um belastende klinische Komplikationen besser zu verstehen und zu behandeln.

Quelle: National Cancer Control-Programme: Policies and Managerial Guidelines, 2nd Ed. Genf: WHO, 2002 (Auszugsweise zitiert von: International Association For Hospice and Palliative Care)

Unsere Hospizarbeit

Wir betreiben ein Hospiz zur Häuslichen Pflege, Tagespflege, ambulanten und stationären Behandlung und Pflege bedürftiger Kranker (zumeist AIDS Patienten) und bilden die Öffentlichkeit in Häuslicher Krankenpflege und für den Pflegehilfsdienst aus.

Das Hospiz wurde am Fest des Seligen Gerhard, am 3. September 1996 eröffnet.


Berichte über unser Hospiz

Pater Herfried Holzgassner starb am 6. September 2007

Pater Herfried Holzgassner R.I.P.

Unser Hospiz-Seelsorger Pater Herfried (Anton) Holzgassner OSB starb am 6. September 2007 um 030 Uhr im Krankenhaus von Ballito.

Pater Herfried hatte am 5. September 2007 vor 7°° Uhr noch die Blessed Gérard’s Kirche für die Hl. Messe vorbereitet und hatte sich dann im Speisesaal Frühstück geholt und mit in seine Wohnung genommen. Als er um 730 nicht zur Hl. Messe erschien, schauten wir in seiner Wohnung nach und fanden ihn tief bewusstlos auf dem Boden seines Schlafzimmers liegen. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass er einen Schlaganfall erlitten hatte. Ich spendete ihm gleich die Krankensalbung und bald kam der Rettungsdienst, der ihn in ein gutes Krankenhaus (Alberlito-Hospital) in Ballito brachte. Dort bestätigten die Ärzte, dass er eine massive Gehirnblutung hatte und machten uns keine Hoffnung auf Besserung. Er sollte von einem Neurochirurgen daraufhin untersucht werden, ob ihm ein operativer Eingriff im Gehirn noch helfen könnte, aber der Herrgott rief ihn kurz nach Mitternacht zu sich.

Pater Herfried war ein absolut engagierter Mitbruder und er setzte sich, seit er am 1. Dezember 2006 zu uns kam, mit aller Kraft für seine Aufgabe als unser Hausgeistlicher ein. Er hatte einen außergewöhnlichen und beispielhaften seelsorgerischen Eifer und obwohl er am 26. Januar 2007 neunzig Jahre alt wurde, war er Tag und Nacht jederzeit bereit seinen priesterlichen Aufgaben nachzugehen und half darüber hinaus auch noch in der Pfarrei mit und hielt Sonntagsgottesdienste in verschienen Außenstationen.

Ich schätzte ihn sehr und danke Gott dafür, dass ich ihn über 20 Jahre kennen durfte und ganz besonders bin ich ihm dafür dankbar, dass er in den letzten zehn Monaten seines Lebens bei uns absolut großartige seelsorgerische Arbeit geleistet hat.

Ich möchte Sie um Ihr Gebet für Pater Herfried bitten.

Pater Gerhard


 


Ein Himmel von Pflege inmitten der AIDS-Hölle - Bericht von Weihnachten 2005

Einleitung

Ein Himmel von Pflege inmitten der AIDS-Hölle

 „Angefangen hat es eigentlich wie in den guten alten romantischen Missionszeiten: Ein Missionar wird als „Einzelkämpfer“ in eine Gegend geschickt. Als er sich aufmacht das Evangelium zu predigen findet er sich von Menschenmassen umgeben die viel mehr als nur fromme und gute Worte brauchen. Dann geht es wie zu alten Zeiten entsprechend Bertolt Brechts oft zitiertem Dreigroschenoper Diktum: “Erst kommt das Fressen und dann die Moral”, und das ist für den profanen Menschen der Prototyp der ganzheitlichen Methode. Hätte man sich die Mühe gemacht in der Bibel zu blättern, dann wäre einem der Urtyp des ganzheitlichen Heiles und der ganzheitlichen Heilung begegnet in Jesus, der die Kranken heilt, die Hungrigen speist, die Trauernden tröstet, den Blinden die Augen öffnet und uns genau darin die Vollkommenheit seines Heilswillens offenbart, dass er uns darin zum Glauben führt, die Sünden vergibt und dann zur Nachfolge ruft. „Wie mich der Vater gesandt hat so sende ich Euch“ Das ist das Zentrum der missionarischen Berufung und sie muss sich wie im Urmissionar Christus in der Leib-, Geist- und Seelsorge entfalten. Deshalb haben unsere Missionspioniere Krankenhäuser, Schulen und Kirchen errichtet, mit bewundernswertem Eifer betrieben und alle drei zu Orten der Gotteserfahrung und damit Heilserfahrung gemacht, also zutiefst missionarischen Dienst geleistet.

Freilich haben in vielen der ehemaligen Missionsländer die jeweiligen Regierungen nun auch Schulen und Krankenhäuser errichtet oder die Missionseinrichtungen säkularisiert und in vielen Fällen ist dies ja auch wirklich gut gelungen und werden unsere Ideale von guter Bildung und medizinischer Betreuung weitergeführt. Trotzdem haben unsere katholischen Einrichtungen einen besonderen Stellenwert und eine ganz besondere Berufung, und das gilt für die ganze eine Welt.“

Dies schreibt Pater Gerhard Lagleder aus St. Ottilien, der am Dreikönigstag 1987 in die Zulumission zu unserer Abtei Inkamana ausgesandt wurde und nach dreijähriger Kaplanszeit in Mahlabatini im Jahr 1990 vom Abt in die Pfarreien Mangete und Mandeni als Pfarrer geschickt wurde.

Mandeni ist die AIDS-Hochburg der Welt

Traurig, aber wahr:

Mandeni ist die AIDS-Hochburg der Welt!

Die Township Sundumbili in Mandeni wurde 1997 in der südafrikanischen Zeitschrift Drum als die “AIDS Hauptstadt von KwaZulu/Natal” bezeichnet. Ein repräsentativer Test unter Fabrikarbeitern der Industriesiedlung iSithebe ergab schon damals eine Rate von 88% HIV-positiven Ergebnissen. 76% der HIV Tests in der Klinik von Sundumbili fallen HIV-positiv aus (Januar 2004)

Damit hat das Gebiet um Mandeni einen traurigen Weltrekord erreicht, auf den keiner stolz ist und den auch keiner zur Aufnahme in das Guinness Buch der Rekorde vorschlagen wird.

Tatsache ist, dass wir mittendrin stehen und dass das öffentliche und private Gesundheitssystem damit absolut überfordert sind. Die Kirche kann und darf da nicht achselzuckend daneben stehen, sondern muss alle zur Verfügung stehenden Kräfte mobilisieren. Die Weltöffentlichkeit und allen voran auch die Kirche haben in den Monaten seit der Tsunami Katastrophe in Ostasien in einer vorher nie da gewesenen Solidarität gezeigt, dass auch heute noch Wunderbares geleistet werden kann, wenn alle zusammenstehen und zusammen helfen und geben, was sie können, wie schon damals die Jünger bei der Brotvermehrung alles gaben, was sie in Händen hatten und Christus dann das Wunder gewirkt hat, dass alle bekamen, was sie brauchten. Die AIDS-Welle hier ist eine noch viel schlimmere Katastrophe, weil sie nicht nur eine einmalige Flut hervorgerufen hat, sondern das ganze Land ist andauernd von AIDS überschwemmt und der Pegel steigt ständig an und lässt uns wenig Hoffnung auf einen Rückgang in der näheren Zukunft.

Gemäß UNAIDS leben in Afrika südlich der Sahara 25 Millionen Menschen mit dem HIV Virus im Körper und annähernd 2,5 Millionen sind im Jahr 2004 infolge von AIDS gestorben.

Im vergangenen Jahr sind 76% der HIV Tests in unserem Einzugsbereich positiv ausgefallen, d.h. allein im Gebiet von Mandeni werden innerhalb weniger Jahre wohl knapp 200000 Menschen an AIDS sterben.

In dieser alles bislang da gewesene übersteigenden Massenkatastrophe können wir nicht untätig sein und zusehen, sondern müssen tun was immer wir können, die Flut zurückzudrängen und den Opfern dieser einzigartigen Tragödie beizustehen. Pro Tag sterben allein in unserem Hospiz bis zu fünf Patienten infolge von AIDS, Tausende haben wir durch ambulante Pflege, Tagespflege und stationäre Pflege betreut und weit über Tausend auf ihrem letzten Erdenweg im Sterben begleitet.

  • Laut UNAIDS (Stand: Ende 2004) leben in Afrika südlich der Sahara gerade etwas mehr als 10% der Weltbevölkerung, aber 60% (25,4 Millionen) der HIV-infizierten Menschen weltweit.
  • Davon sind 13,3 Millionen Frauen und 3,1 Millionen neu infiziert.
  • Im Jahr 2004 starben 2,3 Millionen Menschen in Afrika südlich der Sahara infolge von AIDS und in den vergangenen 25 Jahren waren es mehr als 20 Millionen.
  • In keinem Land der Welt leben mehr HIV infizierte Menschen als in Südafrika mit 5,3 Millionen Infizierten.
  • Der Südafrikanische Rundfunk berichtete am 30. März 2005, dass Spezialisten davon ausgehen, dass bis zum Jahr 2010 insgesamt 5 Millionen Menschen in Südafrika an AIDS gestorben sein werden. Das bedeutet, dass es im Jahr 2010 soweit sein wird, dass zwei Drittel der Südafrikaner an AIDS oder auf AIDS bezogenen Krankheiten sterben werden.
  • Von 2001 bis 2011 wird die Geburtenrate um 25% abnehmen und in derselben Zeit wird die Sterberate um 33 % zunehmen.
  • Bis zum Jahr 2010 werden 7 Millionen Menschen in Südafrika mit dem HI Virus infiziert sein. Diese Voraussagen stützen sich auf die neuesten Statistiken der Vereinten Nationen und „Statistics South Africa“.
  • Der Erhöhung der Lebenserwartung, die sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts abgezeichnet hatte, hat sich seit der Mitte der Neunziger-Jahre umgekehrt und wird in den nächsten beiden Jahrzehnten weiter fallen. Im Jahr 2000 war die Lebenserwartung eines neugeborenen Südafrikaners bei 56 Jahren; im Jahr 2010 werden es nur noch 41 Jahre sein.
  • Zwischen 1997 und 2002 ist die Zahl der Verstorbenen in Südafrika um 57% gestiegen; in der Altersgruppe der 25 bis 49-Jährigen war der Anstieg 116%.
  • Im Jahr 2010 werden in Afrika südlich der Sahara 18 Millionen AIDS-Waisen leben.
  • Jede 6. Sekunde infiziert sich irgendwo auf der Welt ein Mensch mit HIV. Alle zehn Sekunden stirbt weltweit ein Patient an AIDS.

Statistische Übersicht

 

kwaZulu/Natal

Südafrika

Afrika
südlich der Sahara

Deutschland

Welt

 

(2003)

(2003)

(2004)

(2003)

(2003)

HIV infizierte Menschen

 

 

60%<font color="#0000FF">*</font>

 

100%

 

5,6 Millionen

25,4 Millionen

43.000

37,8 Millionen

davon Frauen (15-49)

 

3,1 Millionen

13,3 Millionen

9.500

17 Millionen

davon Kinder (0-15)

 

230.000

1,9 Millionen

-

2,1 Millionen

davon Babys

 

26.228

 

-

 

Davon Neuinfizierte

 

 

3,1 Millionen

 

4,8 Millionen

davon HIV infizierte Waisen (0-17)

 

660.000

9,6 Millionen

-

11,5 Millionen

Waisen aufgrund von AIDS (0-17)

 

1,1 Millionen

12,1 Millionen

-

15 Millionen

AIDS-Tote

 

370.000

2,3 Millionen

< 1.000

2,9 Millionen

Anteil der HIV infizierten Personen an der Gesamtbevölkerung

37,5%

27,9%

7,5%

0,1%

1,1%

* d.h. in Afrika südlich der Sahara leben 10% der Weltbevölkerung, aber 60% aller HIV infizierten Menschen.

Quellen: UNAIDS, Südafrikanisches Gesundheitsministerium, SABC, HIVAN, AVERT

Der Not der südafrikanischen AIDS-Pandemie begegnen

Auf die konzentrierte und enorme Not der südafrikanischen AIDS-Pandemie reagierte die Brotherhood of Blessed Gérard in vielfältiger Weise:

  1. Schon am 23. Mai 1994 begannen sie mit einem HIV/AIDS Aufklärungsprogramm.
    Dabei klären sie die Öffentlichkeit – z.B. in Fabriken, Jugendgruppen, pfarrlichen Veranstaltungen, aber auch über die Medien von Film, Rundfunk und Internet - über AIDS auf und darüber wie man trotz HIV-Infektion positiv leben kann.
     
  2. Am 3. September 1996 eröffnete die Bruderschaft ein neu gebautes Hospiz, das bis heute das größte Hospiz Südafrikas ist.
    Es ist das Ziel des Blessed Gérard's Hospizes, Mandeni, die Versorgungslücke zwischen Krankenhaus und Zuhause des Patienten zu überbrücken. Es bleibt den Krankenhäusern hierzulande wegen ihrer geringen Zahl und des Bettenmangels oft gar nichts anderes übrig, als Patienten (zu) frühzeitig zu entlassen, d.h. noch bevor sie für sich selber sorgen können bzw. gesundet sind.
    Die Familien sind häufig nicht in der Lage, für ihre kranken Angehörigen zu sorgen, weil es ihnen an Selbstvertrauen, Ausbildung oder den pflegerischen Möglichkeiten fehlt, sich um ihre wieder genesenden Angehörigen zu kümmern.
    Die zweite Zielgruppe des Hospizes sind Patienten, die im Krankenhaus nicht genommen werden, weil sie z.B. eine infauste Prognose haben (Krebs/AIDS), aber auch zu Hause nicht hinreichend gepflegt werden können.

    Das Hospiz hat eine vierfache Aufgabe:
     

    1. Die Ausbildung der Öffentlichkeit in Häuslicher Krankenpflege, damit sie ihre eigenen Angehörigen zuhause angemessen betreuen können.
      Kurse für Pflegehilfskräfte geben den aktiven Mitgliedern der Bruderschaft die Kenntnisse und Fertigkeiten als freiwillige Helfer/innen im Hospiz mitarbeiten zu können.
      Daneben lernen sie pflegende Angehörige bei Hausbesuchen an, wie sie sich am besten um ihr Familienmitglied kümmern können.
    2. Eine wesentliche Aufgabe hat das Hospiz in der Häuslichen Krankenpflege, um die Häusliche Pflege durch die Familie zu ergänzen und mit Rat und Tat zu unterstützen durch Ausbildung und weitere Hilfen.
    3. Als weitere Aktivität betreiben sie ein Tagespflege-Zentrum für kranke Menschen, so dass Familienmitglieder die eine Arbeitsstelle haben, diese nicht aufzugeben brauchen, um für die Pflege ihres Angehörigen zur Verfügung zu stehen, sondern ihren Patienten vor Arbeitsbeginn ins Hospiz bringen und nach Arbeitsschluss ihn wieder mit nach Hause nehmen können. Der Patient wird dann auch, je nach seinem Krankheitszustand, an der Beschäftigungstherapie oder Freizeitaktivitäten des Pflegezentrums und Hospizes teilnehmen, damit er sich weder langweilt noch unnütz fühlt.
    4. Schließlich nimmt das Hospiz Kranke auch stationär auf und pflegt sie, wenn die Pflege des Patienten nicht hinreichend durch die Ausbildung seiner Familienangehörigen oder deren Unterstützung durch die Mobilen Hauskrankenpflege-Teams, noch durch die Aufnahme im Tagespflege-Zentrum gewährleistet werden kann. Die stationäre Aufnahme lässt immer noch die Möglichkeit offen, Familienmitglieder an ihrem eigenen Angehörigen im Hospiz zu schulen.
       

  3. Am 9. Juli 2000 hat die Bruderschaft dann ein Kinderheim eingerichtet, um ausgesetzten, vernachlässigten, unterernährten, misshandelten, missbrauchten, kranken, behinderten oder verwaisten Kindern ein Zuhause zu geben, die sonst keine Zukunft hätten. Viele davon sind selber HIV-positiv und manche schon in der AIDS-Phase. Andere wiederum haben einen oder beide Elternteile durch AIDS verloren und wenn es dann wirklich niemanden aus der Familie gibt, der das Kind aufnehmen könnte und keine Pflegeeltern gefunden werden können, dann nimmt das Kinderheim sie gerne auf und bietet ihnen all die Liebe und Sorge, die sie sonst entbehren müssten.
     
  4. Seit September 2003 ist eine ganz neue, umfangreiche und umfassende Aufgabe auf das Hospiz zugekommen, weil es von der Südafrikanischen Bischofskonferenz gebeten wurde, bei einem landesweiten Programm zur antiretroviralen Behandlung von AIDS-Patienten mitzuwirken. Dem Hospiz kam dabei eine Art Pionierrolle zu, weil es die dritte Einrichtung der Katholischen Kirche überhaupt war, die mit dieser enorm verantwortungsvollen und herausfordernden Aufgabe betraut wurde.

Das war der Beginn des

  • Das Hospiz bietet mittellosen AIDS-Patienten kostenlos Hoch-Aktive Anti-Retrovirale Therapie (HAART)
  • als eines der ganz wenigen regierungsunabhängigen, aber von der Regierung anerkannten (kostenlosen) AIDS-Behandlungszentren Südafrikas
  • im Namen und Auftrag der Südafrikanischen Bischofskonferenz
  • mit Unterstützung der Regierung der USA (President’s Emergency Plan for AIDS Relief – PEPFAR)
  • über die Catholic Relief Services.
  • Das HAART-Management-Team besteht aus einem Arzt, einem Seelsorger, einer Projekt-Managerin und einer Krankenschwester, die alle eine Fachausbildung in der AIDS-Behandlung absolviert haben.
  • Das HAART Programm hat 16 Pflegekräfte hauptamtlich angestellt und sie als Therapieberater und Ausbilder für die Patienteninformation über HAART ausgebildet.
  • Das Hospiz hält kontinuierlich HAART-Vorbereitungskurse, an denen die eigenen Patienten und Patienten des Kreiskrankenhauses von Stanger teilnehmen.
  • Mittlerweile behandelt das Hospiz bereits über 100 Patienten mit antiretroviraler Medizin und es kommen ständig neue dazu.
  • Das Hospiz macht regelmäßig Hausbesuche bei allen Patienten, um sicher zu gehen, dass sie die Medikamente auch wirklich einnehmen und vertragen.

Ich fand diesen Himmel von Pflege

Ich fand diesen Himmel von Pflege

Dr. Roux Martinez, damals Assistenzärztin in Unfall- und Transplantations-chirurgie in Kapstadt/Südafrika antwortete auf die Frage, warum Sie aktives Mitglied in der Brotherhood of Blessed Gérard wurde:
“In der Tat gibt es viele Gründe, diesen Dienst zu leisten. Meine erste Motivation war es, einfach als Ärztin zu helfen und da war etwas, was ich immer schon tun wollte. All diese Jahre habe ich in hochtechnisierten modernen Krankenhäusern gearbeitet und versucht eine gute Ärztin zu sein. Ich habe mich wirklich bemüht, mich um den Patienten als Mensch zu kümmern neben all den Untersuchungen, der Röntgendiagnostik und der komplizierten Technik und als ich zum ersten mal hierher kam – ich kam nur hierher (zu Besuch) weil es schlechtes Wetter war und ich an diesem Tag nicht zum Strand gehen und mich dort sonnen konnte – da betrat ich dieses Haus

 und ich fand diesen Himmel von Pflege.

Spendenaufruf

S P E N D E N A U F R U F

Die gesamte Arbeit der Brotherhood of Blessed Gérard muss aus Spendenmitteln finanziert werden, weil die Patienten so arm sind, dass sie keine Unkostenbeiträge leisten können. Pater Gerhard ist auf Ihre Mithilfe angewiesen und für jede Spende sehr dankbar, ob groß oder klein.

Die monatlichen Gesamtkosten für die antiretrovirale Behandlung eines AIDS-Patienten belaufen sich auf umgerechnet 150 Euro. Pater Gerhard sucht daher ganz dringend Gruppen, Pfarreien, Vereine, Clubs, Schulklassen, Firmen oder Einzelpersonen, die bereit und in der Lage wären, durch eine monatliche Überweisung von 150 Euro sozusagen eine Art „Patenschaft“ für einen AIDS-Patienten zu übernehmen.

Natürlich ist auch jeder kleinere Betrag sehr willkommen oder Spenden für eine der anderen Aufgaben der Bruderschaft.

(Stand: Weihnachten 2005)

Patenschaft Spendenformular


Aus unserem Rundbrief von Ostern 1999

Blessed Gérard's Hospiz

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P. Gerhard T Lagleder OSB, Patienten, Angestellte und Freiwillige Helfer in der Kapelle des Blessed Gérard's Pflege- und Sozialzentrums & Hospizes

Wir feiern jeden Wochentag die Hl. Messe in der Kapelle des Blessed Gérard's Care Centres & Hospizes für die Patienten, Freiwilligen Helfer und Angestellten. So erfahren wir Hilfe und Kraft im Annehmen der Einladung Christi: Kommt alle zu mir, die Ihr Mühselig und beladen seid, ich werde Euch erquicken.

Tuberkulose-Epidemie

Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) hat ein Programm initiiert mit dem Ziel Tuberkulose in Afrika auszurotten. Statistiken der Regierung zeigen, dass mehr Menschen an Tuberkulose sterben als an AIDS. Wenn nun schon AIDS so vorherrschend ist, wie die Statistiken beweisen, dann stehen wir einem enormen Problem in unserem Gebiet gegenüber. Zwischen den beiden Krankheiten, TB und AIDS, steht uns eine sehr schlimme Zukunft in kwaZulu/Natal bevor. Daher ist die Brotherhood of Blessed Gérard froh, von Anfang an an der Kampagne beteiligt zu sein. Unser Beitrag ist sehr praktisch zusammen mit Dr. Jonathan aus Stangen, die die Koordinatorin für dieses Gebiet ist, und mit allen anderen medizinischen Fachleuten und Institutionen und unmittelbar mit den Patienten.

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Unsere aktiven Mitglieder bei einem Treffen am 27. März 1999

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Pflegeausbildung im Blessed Gérard's Care Centre & Hospiz

Bericht vom Juli 1998

Blessed Gérard’s Hospiz:
Das richtige Projekt zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Liest man die derzeitigen AIDS-Statistiken unserer Region fühlt man sich wie in einem Horrorfilm. Dennoch gibt es immer noch viele, die die Tatsachen leugnen, weil sie damit Panik in der Bevölkerung verhindern wollen.

  • Sechs Millionen Südafrikaner werden im Jahr 2005 mit HIV infiziert sein.
  • Die meisten von ihnen stammen aus kwaZulu/Natal.
  • Im selben Jahr wird die Zahl der an AIDS erkrankten Menschen in Südafrika unglaubliche 1,5 Millionen erreichen.
  • Der Anteil der HIV-infizierten Personen beträgt in kwaZulu/Natal 26,6 % (laut Gesundheitsministerium).
  • Landesweit liegt der Durchschitt der HIV-Infizierten bei 16 % (laut der letzten Erhebung im Rahmen der vorgeburtlichen Vorsorge).
  • Letztes Jahr lag die Rate noch bei 14 %.
  • In den letzten sieben Jahren sind bereits 150.000 Menschen in kwaZulu/Natal an AIDS gestorben.
  • In nur zwei Jahren wird sich die Zahl verdoppelt haben.
  • Untersuchungen zeigen, dass im Jahr 2014 die AIDS-Sterblichkeit ihren Höhepunkt erreichen wird. Dann werden jährlich 130.000 Menschen an AIDS sterben.
  • Im letzten Jahr forderte AIDS mehr Opfer als alle anderen Todesursachen zusammen.
  • Im Jahr 2006 werden insgesamt mehr als eine Million Menschen an AIDS gestorben sein.
  • Ohne Heilmittel wird diese Zahl bis zum Jahr 2016 auf zwei Millionen anwachsen.
  • Obwohl Südafrika vor einigen Jahren noch die geringste Infektionsrate auf dem afrikanischen Kontinent hatte, wächst nun die Epidemie im Vergleich mit den anderen Ländern am schnellsten (laut Dr. Garth Japhet).
  • Schätzungen besagen, dass im Jahr 2000 zwischen 40 und 50 Millionen Menschen weltweit HIV-positiv sein werden.

(Quelle: Daily News vom 4. Juni 1998)

  • AIDS-Tests im 80 km von Mandini entfernten Empangeni zeigen, dass 45 % der untersuchten Patienten HIV-positiv sind.
  • In der Sundumbili-Klinik wurde 1998 ein Anteil von 60 % HIV-positiver Patienten festgestellt.
  • Eine Betriebskrankenschwester einer großen Fabrik in iSithebe schätzt, dass 80 % der dort Beschäftigten mit dem Virus infiziert sind.
  • Eine Krankenschwester des Krankenhauses in Stanger vermutet, dass bis zu 100 % der Patienten ihrer Station HIV-positiv sind.

Wir können diese statistischen Angaben nicht auf ihre Richtigkeit überprüfen und erwähnen sie auch nicht, um damit aufzuschneiden. Auch wissen wir nicht, warum unsere Region als die am schlimmsten von der AIDS-Infektion heimgesuchte gilt.

Als wir das Blessed Gérard’s Care Centre in Mandeni planten und bauten, waren wir uns des wirklichen Ausmaßes dieser Entwicklung nicht bewußt. Unser Hauptanliegen war es, die vielen, an allen möglichen Krankheiten leidenden Menschen zu versorgen, wenn deren Angehörige sie nicht ausreichend pflegen können. Jetzt, nach zwei Jahren zeigt sich immer mehr, dass wir genau das Richtige zur richtigen Zeit am richtigen Ort getan haben.

Sei es glücklicher Zufall oder göttliche Fügung: Auf die über uns hereinbrechende AIDS-Welle sind wir gut vorbereitet. In unserem gut ausgestatteten Pflegezentrum und Hospiz können unser angestelltes Personal und unsere freiwilligen Helfer sich um AIDS-Kranke kümmern, die sonst vernachlässigt würden.

Es ist erschreckend, dass viele Familien ihre an AIDS erkrankten Angehörigen loswerden wollen. Dies steht im krassen Widerspruch zur Tradition der Zulu, in der kranke Familienmitglieder normalerweise sehr gut versorgt werden. Wir stellten fest, dass Angst vor Ansteckung der Grund dafür ist. Außerdem fehlen Kenntnisse über den Umgang mit AIDS- Patienten ohne sich dem Risiko einer Ansteckung auszusetzen. Deshalb verbinden wir unsere häusliche Krankenpflege mit einer ausführlichen Beratung der Angehörigen. Wir zeigen ihnen, wo Vorsicht geboten ist, und welche Maßnahmen sie ungefährdet durchführen können, damit sie den Betroffenen ohne Angst versorgen können.

AIDS und tradtionelle Heilmethoden

Besorgniserregend ist, dass viele Zulu im hiesigen Gebiet mehr ihren traditionellen Medizinmännern vertrauen als der modernen Medizin. Das wäre nicht weiter schlimm, würden sie nur pflanzliche Substanzen einnähmen, die ihnen eine subjektive Erleichterung verschaffen können. Bei einer weitverbreiteten Behandlungsmethode schneiden die Medizinmänner mit Rasierklingen viele kleine Schnitte in die Haut von HIV-positiven Personen und reiben dann "Medizin" in die entstandenen Wunden. Verwenden sie die gleiche Rasierklinge beim nächsten Patienten, wird die Behandlung des einen zum todbringenden Nebeneffekt für den anderen.

Erschwerend kommt hinzu, dass etwa die Hälfte der AIDS-Patienten an Lungentuberkulose leidet. Viele weigern sich, Medikamente einzunehmen aus Unverständnis, dass dies wirklich notwendig ist.

Eine wirksame Behandlung wird zudem durch den Aberglauben gefährdet, das Auslösen von Erbrechen "reinige den Körper". Die Einnahme von Medikamenten, die von Ärzten verschrieben werden, wird damit sinnlos, wenn sie gleich wieder erbrochen werden.

Viele Angehörige meinen den Anblick ihres sterbenden Angehörigen nicht ertragen zu können und verbannen ihn deshalb aus dem Familienverband.

Am schlimmsten aber ist das weitverbreitete Gerücht, man könne AIDS durch sexuellen Kontakt mit einer Jungfrau bekämpfen. Zahllose Vergewaltigungen von Mädchen, oft schon von Dreijährigen aufwärts, sind die traurige Folge. Unbeschreiblich ist das Leid dieser Kinder durch die körperliche Verstümmelung, das psychische Trauma und die übertragene HIV-Infektion.

Bestehende Ängste können nicht durch Drohungen oder Strafen beseitigt werden. Da hilft nur ausführliche Aufklärung und Vertrauensbildung.


Aus unserem Rundbrief von Ostern 1998

Die neue Krankenschwester im Blessed Gerard's Care Centre

Mit großer Freude stellen wir Ihnen Sr. Sanet van Zyl [sprich: Sannètt fann Säil] vor. Wir möchten auch sie sehr herzlich in unserem Team im Blessed Gérard's Care Centre willkommenheißen. Sr. Sanet ist kürzlich mit ihrer Familie von Gauteng [sprich: Chautèng] nach kwaZulu/Natal gezogen. Sie ist sehr gut qualifiziert und wir sind sicher, dass Sie sich als wunderbare Errungenschaft für all die Menschen, denen wir dienen, erweisen wird.

Sr. Sanet van Zyl schreibt……

Das Blessed Gerard's Care Centre hat einen großen Schritt unternommen, mich anzustellen. Ich bin eine Südafrikanische staatlich geprüfte Krankenschwester, habe 1980 meine allgemeine Krankenpflegeausbildung begonnen und sie 1983 in Pretoria beendet. Andere Ausbildungen, die ich gemacht habe, sind Hebamme, Pharmakologie, Verwaltung, AIDS-Beratung, Hauskrankenpflege, Arbeitsmedizin und -sicherheit und fortgeschrittene Pflegedynamik.

Ich bin verheiratet und habe zwei wunderbare Kinder, einen vierzehnjährigen Sohn und eine vierjahrige Tochter. Mein Mann und ich haben beschlossen, von Gauteng wegzuziehen. um ein friedlicheres Leben weg vom "Rattenrennen" zu haben. Ich bin sehr froh und glücklich, dass gerade zu der Zeit, als ich beschloß, nach kwaZulu/Natal zu ziehen, diese Stelle im Blessed Gérard's Care Centre frei wurde.

Mein Lebensziel ist es, Menschen in Not zu helfen und sie zu lehren, positiv zu sein, einander zu lieben und sich des Lebens zu freuen, welches das größte Geschenk Gottes ist. Ich hoffe und bete, dass ich die Errungenschaft sein werde, die das Pflege- und Sozialzentrum sucht.

Mit freundlichen Grüßen

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Sr. Sanet van Zyl

Eine Pflegekraft wird angestellt

Frau Estelle Denner, eine Hausfrau vom Ort. schloß sich den freiwilligen Helferinnnen des Blessed Gérard's Care Centre bei der offiziellen Eröffnung des Zentrums im September 1996 an.

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Frau Denner sagt, "Als ich vom Pflege- und Sozialzentrum gehört habe, war ich wirklich begeistert, weil ich immer eine Krankenschwester sein wollte. Dies war also eine perfekte Gelegenheit für mich, diesen Wunsch zu erfüllen. Ich habe große Freude daran, den Kranken zu helfen und der größte Dank, den ich erhalten kann, ist das Lächeln auf ihrem Gesicht.

Mir macht die Arbeit im Pflege- und Sozialzentrum wirklich Freude und ich würde empfehlen, dass alle Männer und Frauen, die zu Hause sitzen und sich darüber beschweren, dass in Mandeni nichts los ist, sich unserer fröhlichen Familie anschließen, kommen und uns helfen."

Die Brotherhood of Blessed Gérard hat Frau Estelle Denner im September 1997 in einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis für drei Monate angestellt. Sie erwies sich jedoch als solch wertvolle Pflegekraft, dass wir sie baten, weitere drei Monate zu bleiben. Danach schloß sie sich im März aufgrund unserer Bitte unserer Belegschaft unbefristet an. Wir möchten auch sie in unseren Team willkommenheißen und ihr ein Kompliment machen für Ihre Feinfühligkeit für die Nöte der Menschen und wir möchten ihr für ihre Loyalität und ihren Fleiß danken.

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Die Belegschaft des Blessed Gérard's Care Centre [l-r: Fr. Gérard (Projektkoordinator), Clare Kalkwarf (Geschäftsführerin), Estelle Denner (Pflegekraft), Samantha Geswindt (Haushälterin), Caroline Beaumont (Sekretärin), Sr. Sanet van Zyl (Krankenschwester)]

Aus unserem Rundbrief von Weihnachten 1996

Blessed Gérard's Hospiz.

Wir sind froh, berichten zu können, dass der Bau nun zu 99% abgeschlossen ist und nur ein paar kleine Probleme noch zurecht zu biegen sind, sobald die Bauleute aus dem Urlaub zurückkommen.

Trotz aller Probleme ist es unserer Geschäftsführung gelungen, dass alle vier Blätter unseres "Glücksklee-Konzeptes" funktionieren: Die Mobilen Hauskrankenpflegeteams waren andauernd sehr beschäftigt, die Ausbildung in Häuslicher Krankenpflege war mit dem Training von 50 unserer aktiven Mitglieder begonnen worden.

Das Tagespflege-Zentrum ist in Betrieb und die Hospiz- und Pflegestation hat auch schon den ersten Patienten aufgenommen.

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