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Brotherhood of Blessed Gérard

Mitten in der AIDS-Hochburg der Welt, dem Zululand in Südafrika, bietet das Blessed Gérard's Care Zentrum
umfassende ganzheitliche Hilfe.

Die vielfältigen Dienste des Blessed Gérard's Care-Zentrums

Wo Liebe das Elend überwindet

Mandeni, Südafrika · HIV-Infektionsrate: 76%

Pater Gerhard:

„Wir sind hier in der Republik Südafrika im Bundesland kwaZulu/Natal in Mandeni.
Und das Gebäude, in dem wir unsere Arbeit verrichten, heißt das Blessed Gérard´s Care Zentrum.
Das ist ein Pflegezentrum, ein Sozialzentrum und eine caritative Einrichtung.

Ich kam hier als Pfarrer her, ging in meine Gemeinde raus, kam in Riesen-Elendsviertel. Und diese Elendsviertel sind nicht nur die Townships, die noch etwas geordneter sind, sondern um diese Townships herum haben sich sehr große „informal settlements“ sagen wir im Englischen, also Elendsviertel gebildet, wo sich die Leute Hütten bauen aus Abfallmaterial, aus Plastikplanen, aus Holzbrettern, aus gebrauchtem Wellblech. Die haben natürlich kein fließendes Wasser. Die haben natürlich keinen Strom und so habe ich eben dann gesagt: „Wir müssen die Einheimischen dazu befähigen, begleiten und begeistern sich selber zu helfen, um aus dieser Not herauszukommen.“

Wiseman Zulu:

Wiseman: Wieviele Leute tragen zum Unterhalt der Familie bei?
Patientin: Wir leben alle von meiner Rente.
Wiseman: Wieviele Menschen leben hier in dieser Hütte?
Patientin: So viele! So viele Menschen! Sechs!

„Mein Name ist Wiseman Zulu.
Ich arbeite hier als Therapieberater.
Ein Therapieberater begleitet die (AIDS-)Patienten, die (antiretrovirale) Medikamente bekommen.
Nachdem sie die Medikamente von uns bekommen haben gehen sie nach Hause.
Aber zu Hause treten verschiedene Probleme auf:
Manche von ihnen fühlen sich nur isoliert.
Manche von ihnen haben nichts zu essen.
Ich muss mich um sie zu kümmern, da sie keine Medikamente auf den leeren Magen einnehmen können.

Patientin:

Wir sind alle HIV-positiv. Ich fühle mich wirklich besser. Das Problem ist, dass wir immer Hunger haben und ich deswegen meine Medizin nicht richtig nehmen kann wegen des Hungers.  Mein größter Traum wäre es, wieder zur Schule zu gehen. Ich würde gern in einer Personalabteilung arbeiten, mit Leuten reden, oder eine Sozialarbeiterin sein. Es ist nicht möglich, hier in dieser Gegend Arbeit zu finden, besonders wir. Keiner von uns hat Abitur. Wir haben nichts anzubieten. Also ist es nicht möglich.“

Pater Gerhard:

„Unsere Arbeit hier kümmert sich natürlich nicht nur um den Patienten, um den Klienten, sondern, was eigentlich ein schöner Nebeneffekt ist, dass wir hier Menschen bei uns beschäftigen, sei es als ehrenamtliche, sei es als hauptamtliche Kräfte, die sich damit erstens mal einen Lebensunterhalt verdienen, die hauptamtlichen Kräfte, aber zweitens auch, dass sie herauskommen aus dem Milieu, in dem sie sonst leben, gerade die Ehrenamtlichen, dass sie aus der Gewalt herauskommen, dass sie aus der Armut herauskommen und dass sie hier her kommen und ihrem Leben einen Sinn, einen Inhalt und eine Richtung geben, dadurch dass sie für andere Leute da sind.“

Dr. Khaya Nzimande:

„Ich bin Khaya Nzimande.
Ich arbeite hier als Arzt im Hospiz und auch in der HIV-Klinik.
Leute fragen mich, wie ich mit dem Tod umgehe und warum ich mich in so eine deprimierende Umgebung begebe.
Und ich muss zugeben: Bevor ich hier her kam, hatte ich auch den Eindruck, dass ich, wenn ich in ein Hospiz gehe, Menschen sterben sehen werde - nun ja - was nützt das?
Aber ich bin nun schon fast acht Jahre lang hier.
Bereits im ersten Jahr änderte ich meine Ansicht über Hospizversorgung und Palliativmedizin.
Wir ändern eigentlich viel am Leben der Menschen.
Menschen, die hierher kommen, waren in der Regel schon im Krankenhaus gewesen und das Krankenhaus hat gesagt: "Wir können nichts für dich tun", aber in unserer Organisation teilen wir diese Einstellung nicht.
Wir wissen, man kann immer etwas tun, auch wenn es nur bedeutet, die Symptome einer Person zu lindern und ihre Schmerzen wegzunehmen, sicherzustellen, dass sie sich wohlfühlen.
Das verändert das Leben dieser Menschen wesentlich, auch wenn sie dann doch sterben.
Aber wenn sie im Sterben liegen, können sie sich trotzdem wohlfühlen, lächeln sie, haben sie keine Schmerzen.
Es gibt uns ein Gefühl der Erfüllung, dass wir es dem Patienten zu mindestens ermöglicht haben, sich wohlzufühlen.
Und es ist ein Bonus, wenn eine bettlägerige Person kommt und lebendig aus dem Hospiz entlassen wird und in die Familie zurückkehrt. Dann erfahren wir, dass wir zumindest die Lebenssituation dieser Person verbessert haben.
Es geht also mehr um ein Gefühl der Erfüllung und der Belohnung als um ein Gefühl von Stolz.“

Pater Gerhard:

„Wenn die Leute dann zu uns reinkommen, wenn wir einen Patienten in unserem stationären Hospiz aufnehmen, dann ist es oft so ein doppelter Kulturschock der Liebe:
Auf der einen Seite ein Kulturschock, weil sie in einem sauberen Bett liegen, weil sie heraus sind aus der Gewaltsituation. Man muss sich vor Augen führen: In den Townships ist die Kriminalitätsrate sehr hoch, man muss jeden Tag Angst haben, dass man vergewaltigt wird, dass jemand einbricht oder dass einem sonst was angetan wird. Drittens haben sie fließendes Warm– und Kaltwasser im Badezimmer. Viertens bekommen sie regelmäßige Mahlzeiten mit vollwertiger Nahrung, aber auf der anderen Seite auch, was ich eben diesen Kulturschock der Liebe nenne, dass sie auf einmal wichtig sind. Oft haben uns Patienten schon gesagt: Mensch, so lieb wie ihr war noch keiner zu mir in meinem Leben.

Ich werde oft gefragt warum wir unsere Spendengelder einsetzen, um Sterbenden zu helfen. Könnte man das nicht sinnvoller einsetzen für Kinder, die die Zukunft unserer Gesellschaft sind? Natürlich! Aber auf der anderen Seite muss ich ganz ehrlich sein: Ich stelle mir vor, wenn ich ein Patient wäre wie wir die Patienten im Busch oft antreffen, um die sich kein Mensch kümmert, die auf dem Boden auf einer Grasmatte liegen in ihren eigenen Fäkalien, die nichts zu essen bekommen, die völlig ausgezehrt und ausgemergelt sind, und da soll ich dann wegschauen und soll auf die Kinder schauen, die draußen fröhlich spielen! Ich glaube das wäre nicht richtig. Ich muss mich um die Menschen kümmern, die meine Hilfe brauchen, um die sich sonst keiner kümmert. Deshalb betreiben wir diese Hospizpflege.

Und dann hat sich aus dem Hospiz entwickelt ein Kinderheim. Es kamen Eltern zu uns, es kam die Mutter zu uns. Die Mutter starb an AIDS und das Kind blieb übrig. In der Zulu-Gesellschaft werden normalerweise die Kinder durchaus vom Bruder oder von der Schwester des Verstorbenen aufgenommen, aber wenn all die Brüder oder Schwestern auch schon gestorben sind an AIDS, dann bleiben oft die Kinder übrig.“

Hayne Clark:

„Mein Name ist Hayne Clark und ich bin der Leiter des Kinderheimes hier im Blessed Gérard‘s Pflegezentrum.
In vielen Fällen sind die Kinder, die zu uns kommen, AIDS-Waisen, deren Eltern an AIDS gestorben sind.
Manche von ihnen sind sehr jung, wenn sie aufgenommen werden.
Wenn das Kind seine Eltern verliert ist es traumatisiert, und sie verstehen nicht warum.
Sie begreifen das Konzept von HIV und AIDS nicht wirklich und was passiert ist.

Wenn wir sie aufnehmen, werden sie zuallererst von unseren Betreuerinnen bemuttert, so dass sie sich angenommen fühlen.
Ich fühle mich so, so stolz, wenn unsere Kinder, die durch unsere Hände gingen, in die Welt hinausgehen und etwas aus ihrem Leben machen.
Wir haben uns nicht in den Kopf gesetzt, dass jedermann ein Raketen-Wissenschaftler oder ein Staatsmann wird, sondern nur eine aufrechte Person und dann die Möglichkeit hat zu sagen: Ich habe es geschafft!
Es geht nicht um einen Job. Es ist eine Berufung, und es gibt kein stolzeres Gefühl als ein Kind zu sehen, von dem Sie wissen, dass Sie einen kleinen Beitrag dazu geleistet haben sein Leben zu dem zu machen, was sie sind, wenn sie uns verlassen.“

Pater Gerhard:

„Wir helfen hier den Ärmsten der Armen. Das heißt, die haben kein Geld um für die Hilfe, die ihnen gegeben wird, zu bezahlen. Wir haben genügend Leute hier, die die Arbeit tun, wir haben die Infrastruktur, wir haben Gebäude und Fahrzeuge, aber was wir brauchen ist das Geld, um das Ganze am Laufen zu halten.

Und deshalb bitten wir die ganze Welt:
Bitte helft uns!
Füllt uns die Hände,
dass wir den anderen damit helfen können!“

Blessed Gérard's Care Centre

Blessed Gérard's Care Centre from the bird's eye (=drone lense's) view.

Posted by Blessed Gérard's Care Centre on Wednesday, 3 February 2016

Eine kurze filmische Einführung

Südafrika: Autofahrt durch eine Todeszone


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